ACHTERBAHN AKTIENGESELLSCHAFT

Aktie Achterbahn AG

Aktie über 5 DM, DIN A 4 quer, Kuponreste Nr. 4-10 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Kiel, Juni 1998, # 007219

Abb. Werner Brösel mit Lorbeerkranz, weitere farbige Werner-Abbildungen, im unteren Teil der Aktie viele einfarbige Gestalten aus der Werner-Szene. Im Unterdruck ist das Motorrad, Werners legendäre 4-Motoren Horex zu sehen, mit der er gegen Holgis Porsche angetreten ist.
Der Kuponbogen ist recht liebevoll gestaltet. Jeden Kupon ziert eine andere bekannte Comicfigur (Abbildungen von Werner und seinen Kumpels).

Aktie über 100 DM (20x5), DIN A 4 quer, Kuponreste Nr. 4-10 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Kiel, Juni 1998, # 500357

Abb. Werner Brösel mit Lorbeerkranz, weitere farbige Werner-Abbildungen, im unteren Teil der Aktie viele einfarbige Gestalten aus der Werner-Szene. Im Unterdruck ist das Motorrad, Werners legendäre 4-Motoren Horex zu sehen, mit der er gegen Holgis Porsche angetreten ist.
Der Kuponbogen ist recht liebevoll gestaltet. Jeden Kupon ziert eine andere bekannte Comicfigur (Abbildungen von Werner und seinen Kumpels).
dito Muster, aufgedruckt „wertlos“ rückseitig, ohne Kontrollunterschrift, kompletter Kuponbogen Nr. 1-10 (inkl. Erneuerungsschein), lochentwertet, # ohne Nummer

Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich.
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Unternehmensgeschichte

Gründung

Das Unternehmen wurde im Sommer 1991 als Verlag gegründet, Ende 1995 in eine AG umgewandelt und im Oktober 1997 mit großem Erfolg an die Börse gebracht. Mein Gott, was war das für ein Kultpapier. Fast geschlagen hat man sich, als die Aktien der Achterbahn AG zur Zeichnung auflagen. Dabei hatte der geniale Erfinder und Zeichner von Werner, Rötker Feldmann, genannt Brösel, doch gar nicht deutlicher warnen können. „Sanitäres Anlagenpapier“ ließ er eine seiner Figuren sagen und die hatte eine Rolle Toilettenpapier in der Hand.
Auch der Firmenname sollte eigentlich spontan zu der Annahme verleiten, der Werdegang des Unternehmens würde etwas chaotisch verlaufen.
Dennoch stürmte „Werner“ am 20.10.1997 über den Berliner Freiverkehr an die Börse. Insgesamt wurden 280.000 Aktien im Bookbuilding-Verfahren zwischen 68 Mark und 75 Mark je Aktie angeboten.


Fotokarte mit Autogramm
Fotokarte mit originalem Autogramm „Tach Brösel“

Mehrere Standbeine

Die Abhängigkeit vom alleinigen Erfolg der Werner-Bücher, -Karten usw. sollte durch die Gründung der AG auf mehrere Standbeine verteilt werden. Neben Büchern sollten Filme, Musik, Merchandising, Lizenzen und eine zukunftsweisende Internetstrategie zu dem Profil der Gesellschaft gehören. Die Werner-Rechte wurden als Sacheinlage eingebracht und neues Bargeld durch die Aktienausgabe besorgt.
Der Gedanke, irgendwann könnte auch in Deutschland mal ein Konzern wie Walt Disney entstehen, erschien Jens Nieswand, dem Vorstandsvorsitzenden der Achterbahn AG, keineswegs befremdlich. Schließlich hatte die Gesamtauflage der Werner-Bücher die Zehn-Millionen-Grenze überschritten. Der erste Werner-Film mit dem Titel „Beinhart“ lockte im deutschsprachigen Raum 5,4 Mio. Zuschauer in die Kinos, den zweiten Film „Das muss kesseln“ sahen gar 5,6 Mio. Fans.
Deshalb planten Nieswand und Rötger Feldmann einen dritten Film. Während die ersten zwei Streifen noch von anderen Firmen produziert wurden, wollten die beiden Nordlichter diesmal alles selber steuern. Doch für die geschätzten Kosten von 10-14 Mio. DM brauchten sie Geld. „Nur für eine Idee geben die deutschen Banken nichts. Auch sonst behindern sie ja alles Innovative, statt es zu fördern“, stellte Nieswand enttäuscht fest.
Weiteres Geld wurde u.a. in die Rechte für die Vermarktung der Produkte zu Harry Potter investiert. So hat das Kieler Unternehmen den dicksten Brocken an Potter-Lizenzen für den deutschen Markt bekommen, nämlich 120 Einzellizenzen für 550 Produkte, von der Unterhose über den Rucksack aus Drachenhaut bis zur Buchstütze.

Das Ende

Die Harry-Potter-Bücher und -Filme waren erfolgreich, die Artikel darum herum aber nicht. Das lag u.a. daran, welches Harry-Potter-Produkt auch immer, alles und jedes wurde gleich von einer ganzen Reihe Hersteller angeboten. Die Produzenten hatten meist Lizenzen aus dem EU-Ausland und belieferten ungehindert den deutschen Markt.
Der Kultstatus des Unternehmens hat inzwischen etwas gelitten, 2003 ging die AG pleite.


Originalton Nieswand:

Wir sind ein erfolgreiches Entertainment-Unternehmen geworden. Bei uns arbeiten 82 glückliche und chaosresistente Menschen und Firmensitz ist Kiel - und auch, wenn Sie jetzt ein bisschen die Nase rümpfen: hier kriegt uns keiner weg, weil wir Freunde des Wassers, des rauhen Wetters, etwas wortkarger Menschen und außergewöhnlicher Städtearchitektur sind. Wir streben strategische Partnerschaften mit auf Comics und Cartoons spezialisierten amerikanischen Studios an, um gemeinsam international adäquate Adaptionen unserer strategischen Produkte herauszuarbeiten. Darauf aufbauend planen wir die Etablierung der Charaktere in einem ersten Schritt über das Internet und TV sowie die damit verbundene Auswertung über das Lizenzgeschäft. Der Internationalisierungsprozess wird dabei in aller Regel zunächst über Amerika angegangen und von dort in weitere Märkte ausgedehnt.

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