AKTIENGESELLSCHAFT BAD SALZSCHLIRF

Aktie AG Bad Salzschlirf

Aktie über 100 DM, DIN A 4 quer, ohne Kupons, lochentwertet im Siegel
Bad Salzschlirf, Dezember 1964, # 10109

Abb. rote Vignette mit Schlange in perlendem Wasser.
Auflage: 3.000 St.

Aktie über 1.000 DM, DIN A 4 quer, ohne Kupons, lochentwertet im Siegel
Bad Salzschlirf, Dezember 1964, # 00372

Abb. rote Vignette mit Schlange in perlendem Wasser.
Auflage: 2.100 St.

Aktie über 100 DM, DIN A 4 quer, ohne Kupons, lochentwertet im Siegel
Bad Salzschlirf, November 1969, # 13019

Abb. rote Vignette mit Schlange in perlendem Wasser.
Auflage: 1.000 St.

Aktie über 1.000 DM, DIN A 4 quer, ohne Kupons, lochentwertet im Siegel
Bad Salzschlirf, November 1969, # 02549

Abb. rote Vignette mit Schlange in perlendem Wasser.
Auflage: 700 St.

Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich.
In dieser Auflistung fehlende Papiere besitze ich noch nicht, gerne erwarte ich Ihre Angebote.
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Unternehmensgeschichte

Frühgeschichte

Salzschlirf wurde bereits 812 erstmals urkundlich erwähnt. Schon früh war die Entwicklung des Ortes mit salzhaltigen Quellen verbunden. So gewannen bereits im Mittelalter die Fuldaer Äbte das damals so wichtige Salz in den Salinen von Bad Salzschlirf. Die Sole wurde aus oberflächennahen Quellfassungen und aus flachgründigen Quellschichten gewonnen.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts ließ der Fuldaer Fürstbischof Heinrich von Bibra die Brunnen tiefer bohren, um den Ertrag der Salzquellen zu steigern. Dies scheiterte, da Grundwasser in die salzhaltigen Quellen trat. So sah sich die fürstliche Regierung 1798 wegen der „Minderung der Quellen und der Kostensteigerung“ zur Schließung der Saline veranlasst.
Die Gradierwerke wurden abgebrochen, die Quellen verschüttet, die vorhandenen Baulichkeiten an die Sodenleute (18-20 Familien) verkauft. Für sie und viele der übrigen Einwohner brachten Niedergang und Ende der Salzschlirfer Saline schlimme wirtschaftliche Folgen. In der Chronik wird berichtet über Armut und Not. Die Auswanderung nach Amerika war für viele ein letzter Ausweg.

Neuaufbau

Der Weg zum Heilbad war steil und beschwerlich. 1830 war es der Geheim- und Leibarzt von Nassau-Usingen, Dr. Thilenius, der der Regierung des Fürsten von Oranien nahe legte, die Brunnen von Salzschlirf wegen ihres „hohen Wertes des Wassers“ wieder nutzbar zu machen. Es wurde lange verhandelt, die Bemühungen scheiterten aber am Desinteresse, weil „der Bedarf an heilbringenden Quellen im Lande gedeckt sei“.
1835 ließ der Graf Friedrich Wilhelm von Schlitz, genannt von Görtz, sich mit den Brunnen von Salzschlirf belehnen und diese wieder ausheben. Er hatte wegen seiner angegriffenen Gesundheit Seebäder verordnet bekommen. Sein Arzt war davon überzeugt, mit den wieder zu erschließenden Salzquellen in Salzschlirf Gleiches erreichen zu können. Der obere Salzbrunnen, die spätere Bonifatiusquelle, wurde wieder freigelegt. In einem dieser Quellen gegenüberliegenden Haus des Konrad Brehler wurde die erste Badewanne aufgestellt und mit Eimern aus der Quelle gefüllt. Der geplante weitere Ausbau unterblieb, da der Graf 1836 starb.
In den folgenden Jahren wurde der Ausbau der Kuranlagen durch Dr. Eduard Martiny, einen Freund des verstorbenen Grafen, wieder aufgenommen. Es erfolgte ein rascher Ausbau der Kuranlagen, der alsbald die finanziellen Mittel des Arztes überstieg. So verkaufte er es 1860 für 20.000 Gulden an den Kurhessischen Staat, erwarb es jedoch 1873 für 12.000 Taler wieder zurück und gründete die „Gewerkschaft Bad Salzschlirf“, die das Bad betrieb. Zehn Jahre später traten erneut finanzielle Schwierigkeiten auf, der rheinische Fabrikant Louis Weber übernahm daher das Bad.

Aktiengesellschaft

Am 26.01.1900 gründete Hermann Vollrath, der Schwiegersohn Webers, die „Aktiengesellschaft Bad Salzschlirf“, die für 1.250.000 Mark den gesamten Kurbetrieb übernahm. Übernommen wurden daneben Quelle, Bergwerks- und sonstige Berechtigungen. Das Unternehmen vertrieb Wasser aus den Salzschlirfer Quellen (Bonifatiusbrunnen, Mineralwasser, Limonaden). Es wurden 1.000 Aktien zu je 1.000 Mark begeben. Das Aktienkapital von 1.000.000 Mark wurde jedoch durch Kapitalerhöhungen in den Jahren 1907, 1912, 1920, 1921 und 1922 auf 5.400.000 Mark heraufgesetzt. Nach der Inflation verminderte man das Grundkapital durch Umstellung auf 2.080.000 Reichsmark.
Mit Kriegsbeginn 1939 endete der normale Badebetrieb. Die drei gesellschaftseigenen Hotels, Badehof, Kurhaus und Großes Gartenhaus wurden 1939 für Lazarettzwecke beschlagnahmt und erst ab 1949⁄50 zu den alten Zwecken wieder eröffnet. Sie dienten nach dem Krieg den Besatzungstruppen.

Nachkriegszeit und Insolvenz

Bei der Hauptversammlung 1950 kam es zur Umstellung des Kapitals im Verhältnis 5:3 auf 780.000 DM und zur Wiederaufnahme des Kurbetriebs.
Bedingt durch eklatante Misswirtschaft und durch ein Kostendämpfungsgesetz, welches erhebliche Auswirkungen auf das Gesundheitswesen hatte, geriet auch die AG in finanzielle Schwierigkeiten und musste im Jahr 2000 Insolvenz anmelden. Die Firma wurde 2002 aufgelöst, der Mantel wurde verkauft. Später verbarg sich hinter der Gesellschaft die Beteiligungsgesellschaft Arques.
Dank verschiedener Investoren und der Gemeinde war der Fortbestand der wichtigen Kureinrichtungen gewährleistet.


Martiny-Brunnen
Martiny-Brunnen im Kurpark von Bad Salzschlirf

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