Altenburger und Stralsunder Spielkarten-Fabriken Aktiengesellschaft, ASS

Aktie Altenburger und Stralsunder Spielkarten-Fabriken

Aktie über 50 DM, DIN A quer, Kuponreste Nr. 2-10 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Leinfelden-Echterdingen, April 1992, # 02624

Aktie über 500 DM (10x50), DIN A quer, Kuponreste Nr. 2-10 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Leinfelden-Echterdingen, April 1992, # 01416

dito Muster, ohne Kontrollunterschrift, kompletter Kuponbogen Nr. 1 (inkl. Erneuerungsschein), Abheftlochung oben, # 00000

Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich.
In dieser Auflistung fehlende Papiere besitze ich noch nicht, gerne erwarte ich Ihre Angebote.
Meine Dubletten finden Sie unter der
Startseite

Unternehmensgeschichte

Die Geschichte der Firma ASS Altenburger begann an zwei Standorten in Deutschland, in der deutschen Hansestadt Stralsund sowie in Altenburg.

Stralsunder Spielkartenfabriken

Es handelt sich um die älteste Spezialfabrik der Welt zur Herstellung von Spielkarten. Bereits 1765 erhielt der Graveur Johann Caspar Kern die Konzession zur Gründung einer Spielkartenfabrik in Stralsund, die ab 1793 Georg Friedrich Schlüter führte und ab 1823 mehrere Jahrzehnte lang im Besitz der Familie von der Osten gewesen ist. 1823 übernahm Ernst Joachim von der Osten die Fabrik, ihm folgten 1845 Ludwig von der Osten, 1859 Carl Ludwig von Zansen und 1859 G. Mie, die ebenfalls zur Familie von der Osten gehörten.
1846 gründete Ludwig Heidborn eine Spielkartenfabrik, die bis 1848 und dann erst wieder nach einer längeren Unterbrechung ab 1857 produzierte.
Im Jahr 1848 wurde eine weitere Spielkartenfabrik in Stralsund von Gustav Friedrich Diekelmann gegründet. Diese wurde ab 1850 von Eugen Diekelmann, ab 1855 von Theodor Wegener und ab 1863 von Fritz Wegener geleitet.
Die Stralsunder Firma Ludwig von der Osten (im Besitz von G. Mie) vereinigte sich am 01.10.1872 mit den beiden Stralsunder Fabriken Ludwig Heidborn und Theodor Wegener (im Besitz von Fritz Wegener) zur Vereinigten Stralsunder Spielkarten-Fabriken Aktien-Gesellschaft Stralsund (VSS A.G.). Das Kontor befand sich im Haus Knieperwall Nr. 1a, das zu Heidborn gehört hatte. Die Produktion erfolgte in den Gebäuden von der Ostens und Wegeners. Mit dem Erwerb der Spielkartenfabrik Lennhoff & Heuser in Frankfurt am Main 1882 erwarb die VSS AG mehrere sehr populäre Kartenblätter, was ihren weiteren Erfolg positiv beeinflusste. 1883 wechselte der ehemalige Mitinhaber dieser Fabrik nach Stralsund und wurde Direktor der VSS AG.

Skatspiel

Das Unternehmen wuchs ständig. 1888 wurde die Stralsunder Firma Falkenberg & Co. (gegründet 1872) aufgekauft, 1891 die Fabrik Tiedemann in Rostock, 1894 die Berliner Spielkartenfabrik von Rochus Sala, 1895 die Hallesche Fabrik Ludwig & Schmidt, 1897 die Altenburger Spielkartenfabrik, 1901 Sutor aus Naumburg (Saale), 1905 Booch in Werdau und 1907 die Berliner Bütner & Cie. Bedeutendster Zukauf in der Geschichte war die Frankfurter Fabrik Lennhoff & Heuser. Weitere Fabriken wurden aufgekauft und in das Stralsunder Unternehmen integriert. 1891⁄1892 wurde die Produktion auf das billigere Buchdruckverfahren umgestellt. Damit verschwanden die alten, traditionsreichen Kartenbilder der VSS A.G.
Die Stralsunder Fabriken stellten den größten Teil der auf dem deutschen Markt benutzten Spielkarten her und produzierten auch für den Export. 1907 stellte die Stralsunder Fabrik 3.340.000 Spielkarten her. 1913 wurden 235 Arbeiter beschäftigt.
Produziert wurden u.a. folgende Kartenbilder: Bayerisches Bild Stralsunder Typ, Bayerisches Bild Münchener Typ, Bongou-Bild, Darmstädter Doppelbild (1872 bis 1931), Feinste Deutsche Stralsunder (1855 bis 1892, fälschlich als Berliner Bild bekannt geworden), Frankfurter Bild (ab 1882), Fränkisches Bild (ab 1885), Französisches Bild und Doppelbild, Preußisches Bild (ab 1840), Renaissance-Bild (ab 1882), Rheinisches Bild (ab ca. 1920), Rokoko-Bild (ab 1913), Royal-Bild, Sächsisches Bild (1882 bis 1931), Sonderbilder mit deutschen Farbzeichen, Tarock-Bilder mit französischen Farbzeichen, Württemberger Doppelbild (1882 bis 1908).
Das Stralsunder Unternehmen hatte an seinem Unternehmensstandort und Gründungssitz Stralsund bald ein Problem. Die Geschäfts- und Produktionsräume waren zu klein und einer Erweiterung standen die Enge und der Charakter Stralsunds als Festungsstadt entgegen. Im Standort Altenburg sah man zudem geographische Vorteile.

Altenburger Spielkartenfabrik

Im Jahr 1832 gründeten die Brüder Otto und Bernhard Bechstein in Altenburg die Herzoglich Sächsische Altenburgische konzessionierte Spielkartenfabrik von Gebr. Bechstein. 1886 wurde die Firma nach mehrmaligem Besitzerwechsel in Altenburger Spielkartenfabrik AG umbenannt. Sieben Jahre später übernahm Carl Schneider, ein Mitbegründer des Spielkartenmuseums, die Firma. Unter ihm gewann die Firma an technischen, künstlerischen und gestalterischen Know-how. 1897 wurde sie von der Stralsunder Spielkartenfabrik übernommen.

Vereinigte Altenburger und Stralsunder Spielkartenfabriken

Auf der Hauptversammlung am 14.02.1931 beschloss man die Zusammenlegung der Betriebsstätten Stralsund und Altenburg und den Umzug des Unternehmens nach Thüringen. Firmiert wurde nunmehr unter Vereinigte Altenburger und Stralsunder Spielkarten-Fabriken A.G., Altenburg. Das Unternehmen verlegte seinen Hauptsitz von Stralsund nach Altenburg. Im September 1931 wurde der Standort Stralsund endgültig aufgegeben.
Nach dem 2. Weltkrieg trennten sich für über 40 Jahre die Wege des Unternehmens. Die Vereinigte Altenburger und Stralsunder Spielkartenfabrik zog vorübergehend nach Mannheim, um dann 1956 nach Leinfelden bei Stuttgart zu ziehen. In Altenburg wurde noch bis zur völligen Demontage des Werkes im Jahr 1946 weiterproduziert. Am 3. Mai des Jahres wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Die Spielkartenfabrik war jetzt ein Landeseigener Betrieb des Landes Thüringen. Elf Jahre später wurde daraus der Volkseigene Betrieb Altenburger Spielkartenfabrik, Altenburg Thüringen.

Turbulenzen nach der Wiedervereinigung

1991 wurde die Altenburger Firma unter den Namen Altenburger Spielkartenfabrik reprivatisiert und durch die Treuhand an die Vereinigte Münchener Spielkartenfabriken F.X. Schmid verkauft. F.X. Schmid wurde 1996 von der Firma Ravensburger übernommen. Im gleichen Jahr verlor die Spielkartenfabrik in Altenburg den Namensstreit mit der Firma Vereinigte Altenburger und Stralsunder Spielkartenfabriken AG. Leinfelden⁄Echterdingen. Die Spielkartenfabrik musste sich daraufhin umbenennen, der neue Name war „Spielkartenfabrik Altenburg GmbH“.
Derweilen musste das Unternehmen in Leinfelden Konkurs anmelden. Daraufhin wurde die ASS-Spielkarten Verlag GmbH gegründet und von der Blatz Gruppe übernommen.
1997 wurde das Spielkartenprogramm von F.X. Schmid in die Altenburger Produktion integriert. Damit war die Spielkartenfabrik Altenburg in die erfolgreiche Marktbearbeitung des größten europäischen Spiele- und Puzzleherstellers eingebunden. 1999 übernahm Ravensburger die Firma Berliner Spielkarten. Auch für diese Tochtergesellschaft wurde in Altenburg produziert. 2000 erfolgte die Integration der Marke Berliner Spielkarten mit den zusätzlichen Produktfeldern Spiele und Puzzle in die Spielkartenfabrik Altenburg. Der Standort Altenburg wurde zielstrebig zu einer der bedeutendsten Produktionsstätten für Spielkarten aller Art in Europa ausgebaut.
2002 übernahm der internationale Spielkartenhersteller Cartamundi, der ein Jahr zuvor den ASS Spielkartenverlag in Leinfelden übernommen hatte, die Spielkartenfabrik Altenburg von der Ravensburger Gruppe. Damit wurden die seit 1946 auf Grund der Nachkriegsergebnisse getrennten Firmen wieder in einem Unternehmensverbund zusammengefasst. Im Jahr 2003 erfuhren auch die Marken „ASS“ und „Altenburger“ ihre Zusammenführung, die neue Marke hieß „ASS Altenburger“. Die Produktion in Leinfelden wurde nach Altenburg verlagert. Umfangreiche Investitionen in fertigungstechnische sowie lagermäßige Kapazitäten wurden getätigt. 2005 wurde das Fabrikgebäude in Altenburg durch einen Neubau auf dem aufgegebenen Grundstück des Kreiskrankenhauses stark ergänzt.
2013 wurde das beliebte Kartenspiel Skat übrigens 200 Jahre alt.


Spielkarten von ASS
Preußisches Doppelbild von ASS Zur Startseite