Axel Springer Verlag Aktiengesellschaft

Aktie Axel Springer Verlag

Namensaktie über 50 DM, DIN A 4 quer, ohne Kupons, ausgestellt auf „Deutsche Bank Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main“, lochentwertet im Siegel
Berlin, November 1985, # 3381507

Abb. Axel Springer.

Namensaktie über 500 DM (10x50), DIN A 4 quer, ohne Kupons, ausgestellt auf „Deutsche Bank Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main“, lochentwertet im Siegel
Berlin, November 1985, # 3135877

Abb. Axel Springer.
dito perforiert „Muster“, ohne Kontrollunterschrift, kompletter Kuponbogen Nr. 1-20 (inkl. Erneuerungsschein), gedruckt „wertlos“ rückseitig und lochentwertet, # ohne Nummer

Namensaktie über 2.500 DM (50x50), DIN A 4 quer, ohne Kupons, ausgestellt auf „Deutsche Bank Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main“, lochentwertet im Siegel
Berlin, November 1985, # 1737613

Abb. Axel Springer.

Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich.
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Unternehmensgeschichte

Vorgeschichte

Der dänische König Christian VII erteilte 1789 dem 26jährigen Johann Friedrich Hammerich das Privileg, sich als Verleger und Buchhändler in der Stadt Altona niederzulassen, die damals noch zu Dänemark gehörte.
120 Jahre später erwarb der von Fischern abstammende Hinrich Springer mit seinem Partner Julius Wagener den Verlag Hammerich & Lesser in dem inzwischen zu Preußen gehörenden Altona. 1912 gab der Verlag die erste Ausgabe einer Altonaer Bürger-Zeitung mit einer Auflage von 15.000 Exemplaren heraus. Im gleichen Jahr erblickte Axel Springer das Licht der Welt.
1918 schied Julius Wagener aus dem Verlag Hammerich & Lesser aus.
1933 trat Axel Springer in die väterliche Firma ein. Oft saß er in der Bücherstube von Felix Jud (der keiner war). Dieser hatte „Jud bleibt Jud“ aus dem „Stürmer“ ausgeschnitten und an die Wand geheftet.
1941 schloss die Reichsregierung Hinrich Springers Blatt, das inzwischen „Hamburgs Neueste Zeitung“ hieß. Der Verlag beschränkte sich nun auf die Produktion von Büchern, die Druckerei auf Lohndruck. In den letzten Kriegsjahren übersiedelte die Familie Springer mit ihrem Verlag in ihr Sommerhaus in der Lüneburger Heide. Dort verlegte Hammerich & Lesser jetzt Krimis, Liebesromane und Gedichte für Soldaten.

Axel Springer vor elterlichem Sommerhaus
Axel Springer vor dem elterlichen Sommerhaus

Aufstieg aus Ruinen (1946-1956)

Nach dem Krieg gründeten Hinrich Springer (66) und sein Sohn Axel (34) in Hamburg mit einem Stammkapital von 200.000 RM die Axel Springer Verlag GmbH. Noch 1946 erschienen die „Nordwestdeutschen Hefte“ und „Hörzu“, nach der Währungsreform von 1948 das „Hamburger Abendblatt“, „Bild“ und „Bild am Sonntag“. Springer kaufte 1952, die von den Engländern gegründete „Welt“, „Welt am Sonntag“ und „Das Neue Blatt“. Er stieg in den Ullstein-Verlag ein, mit „B.Z.“ und „Berliner Morgenpost“. In Hamburg wuchs das erste Hochhaus des Verlags mit Druckerei himmelwärts und ragte wie ein mächtiger Schiffsbug über den späteren Axel-Springer-Platz. Verlag, Gründer und Blätter wurden zu Symbolen des Wirtschaftswunders. Im ersten Jahrzehnt war ein Konzern entstanden.

Wende zur Politik (1956-1966)

Der bis dahin weitgehend unpolitische Axel Springer wurde zum Vorkämpfer für die Wiedervereinigung Deutschlands. Er reiste zu Chruschtschow nach Moskau, forderte mit seinen Blättern „Macht das Tor auf“ und legte zwei Tage vor Ablauf eines Berlin-Ultimatums der Sowjets an der Sektorengrenze den Grundstein für eine neue Verlagszentrale als, wie es in der eingemauerten Urkunde hieß, Ausdruck „unseres festen Glaubens an die geschichtliche Einheit dieser Stadt und an die geschichtliche Einheit Deutschlands“. Ein 19stöckiger Leuchtturm des Kapitalismus entstand direkt an der Mauer und überdauerte deren Fall. Über Europa lag der Frost des Kalten Krieges. Im zweiten Jahrzehnt war der Konzern zum politischen Faktor geworden.

Kampf dem Konzern (1966-1976)

1967 wurde der juristische Sitz von Hamburg nach Berlin verlegt. Aus der ursprünglichen Buchhandlung in der Breiten Strasse in Berlin entwickelte sich einige Jahre später der Springer-Verlag. Anfangs veröffentlichte der Verlagsgründer Julius Springer politische, philosophische und praktische Bücher. In den folgenden Jahren rückten wissenschaftliche Werke in den Vordergrund.
Die Republik probte den Aufstand. Allen, die eine veränderte Republik, einen Regierungswechsel in Bonn und eine neue Ostpolitik wollten, stand das Haus Springer im Wege. Nach Bonner Berechnungen stammten 39 % der in Deutschland verbreiteten Zeitungsauflage und 18 % der Zeitschriftenauflage aus diesem Verlag. „Die Springersche Machtballung ist zu einem zentralen Problem der Republik geworden“, erklärte der Historiker Golo Mann. Mit der „Welt“ und der „Bild“-Zeitung besaß Springer die Lufthoheit über die Volksmeinung.
Außerparlamentarische Opposition (APO), Linke und Liberale bliesen zum Sturm gegen den Verlag. Hass und Neid mobilisierten die Straße. „Enteignet Springer“ skandierten Sprech-Chöre. Gewalt flammte auf, Feuer wurden gelegt, schließlich floss Blut. Im Hamburger Verlagshaus explodierten 1972 zwei Bomben, 17 Mitarbeiter wurden verletzt. Axel Springer erwog zu verkaufen und gab einige seiner Blätter ab. Im dritten Jahrzehnt war der Konzern angeschlagen, aber er wankte nicht.
Nach einem Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke am 11.04.1968 kam es zu gewalttätigen Aktionen der APO gegen das Medienunternehmen.

Tod des Gründers (1976-1986)

1970 wurde das Unternehmen, unter Aufnahme der bis dahin getrennt operierenden Springer-Gesellschaften, in eine AG umgewandelt. Alleinbesitzer Axel Springer plazierte 49 % der Aktien seines Unternehmens 1985 an der Börse und starb noch im selben Jahr. Er wurde in Berlin begraben. „Er war ein großer Deutscher“, rief Kanzler Helmut Kohl dem Toten nach. Im vierten Jahrzehnt war der Konzern zur Publikumsgesellschaft geworden.
Am 02.05.1990 ehrte die Stadt Hamburg Axel Springer posthum mit einem nach ihm benannten Platz direkt am Sitz des Verlages in der Innenstadt. Am 10.04.1996 wurde ein Teil der Berliner Lindenstraße vor dem Verlagshaus in Axel-Springer-Straße umbenannt. Sie verbindet den im ehemaligen Ost-Berlin gelegenen Bezirk Mitte mit dem West-Berliner Bezirk Kreuzberg.

Aufbruch im Osten (1986-1996)

Was der Firmengründer Axel Springer vorhergesehen hatte, weshalb er als „Brandenburger Tor“ verspottet worden war und wofür sein Haus stritt, wurde Wirklichkeit: Die Mauer fiel. Die Herrschaft des Kommunismus über Osteuropa brach zusammen. Deutschland wurde vereinigt. Das Unternehmen Axel Springer erwarb in den neuen Bundesländern Beteiligungen an der „Ostsee-Zeitung“ und an der „Leipziger Volkszeitung“. Die „WELT“ zog als erste überregionale Tageszeitung nach Berlin. Im fünften Jahrzehnt brach für den Konzern ein neuer Abschnitt an.

Neue Medien

Axel Springer überschritt nicht nur die Grenzen seiner Kernmärkte in Deutschland, wobei ein Schwerpunkt in den mittel- und süd-osteuropäischen Ländern lag. Auch bei der kreativen Mitgestaltung des Multimediazeitalters ging der Verlag neue Wege. Im Internet wurden mittlerweile eine Vielzahl von Online-Services von Zeitungen wie „Bild“ und „Die Welt“ über Zeitschriften wie „Auto Bild“, „Maxim“ und „Yam!“ bis hin zu eigenständigen Online-Angeboten wie das Bücherportal Booxtra installiert. Im TV-Geschäft engagierte sich das Unternehmen mit Beteiligungen an Sendern und TV-Produktionsgesellschaften. Im sechsten Jahrzehnt wandelte sich der Konzern von einem deutschen Verlagshaus zu einem international agierenden Medienunternehmen.


Kurzbiographie von Axel Springer (1912 – 1985)

1912: Axel Springer wurde am 02.05.1912 in Altona geboren.

1928-1932: Nach dem Besuch des Realgymnasiums absolvierte er eine Setzer- und Druckerlehre im Hammerich & Lesser Verlag, dem Betrieb seines Vaters. Anschließend machte er ein Volontariat in der Nachrichtenagentur „Wolffsches Telegraphen Bureau“ und danach bei der „Bergedorfer Zeitung“.

1933-1941: Bis zur zwangsweisen Einstellung des Blattes war Springer Redakteur bei den „Altonaer Nachrichten“.

1941-1945: Gab Springer Belletristik im Hammerich & Lesser Verlag heraus.

1946: Wurde der Verlages Axel Springer gegründet.

Januar 1958: Axel Springer reiste nach Moskau und traf Nikita Chruschtschow. Er versuchte vergeblich, den Kreml für die Wiedervereinigung Deutschlands zu gewinnen.

Mai 1959: Es kam zur Grundsteinlegung für das Verlagshaus an der Mauer in Berlin (Einweihung 1966).

Juli 1966: Axel Springer besuchte zum ersten Mal Israel.

Oktober 1967: Axel Springer verkündete seine Verlagsgrundsätze in einer Rede vor dem Hamburger Übersee-Club.

1. Januar 1970: Es kam zur Umwandlung des Verlages in eine Aktiengesellschaft. Alleinaktionär war Axel Springer.

1971: Axel Springers erstes Buch „Von Berlin aus gesehen“ erschien. 1980 folgte „Aus Sorge um Deutschland“.

1968-1975: Im Zusammenhang mit den Studentenunruhen kam es zu Krawallen vor dem Berliner Verlagshaus. Bis Mitte der 70er Jahre gab es Anschläge auf das Hamburger Verlagshaus und Privathäuser Axel Springers.

1985: Kurz nach dem Börsengang des Verlages starb Axel Springer am 22.09.1985 in Berlin.

Zeitungen des Springer-Verlags
Zeitungen des Springer-Verlages

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