C. Bechstein Pianoforte Aktiengesellschaft

Aktie C. Bechstein Pianoforte

Namensaktie über 500 DM, DIN A 4 quer, kompletter Kuponbogen Nr. 1-20 (inkl. Erneuerungsschein), lochentwertet (1x) rechts unten
Berlin, Dezember 1996, # 004861

Abb. Traumhaft gestaltete Aktie. Im Unterdruck ist ganzflächig ein historisches Gebäude abgedruckt, selbst im Siegel befindet sich noch ein Flügel vor Notenlinien.
Auflage: 8.000 St.
dito lochentwertet (2x) rechts unten, # 001734

Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich.
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Unternehmensgeschichte

Gründung und weiterer Verlauf

Die Gesellschaft ist ein traditionsreiches Berliner Unternehmen und kann auf eine erfolgreiche Firmengeschichte von über 150 Jahren zurückblicken. 1853 wurde sie von dem Klavierbauer Carl Bechstein in Berlin gegründet. Bechsteins klavierbauerisches Können und sein Verständnis für die musikalischen Zeichen der Zeit erfüllte die Wünsche und Träume der Musiker. Das Pianoforte erlebte eine revolutionäre Perfektionierung und wurde zum prominentesten Ausdrucksmittel der Musik. Wichtige Komponisten und Virtuosen bedankten sich bei Bechstein mit Widmungen und persönlichen Briefen.
Der Bechstein wurde von Anfang an zu einem Maßstab für höchste Klavierbaukunst. Er eroberte viele Konzertbühnen und fand seinen Platz an Kaiserhöfen wie in den Konservatorien. Internationaler Ruhm ließ den Export in alle Kontinente explodieren. Filialen wurden in London, Paris und Sankt Petersburg gegründet, Bechstein-Konzertsäle entstanden.

Weltwirtschaftskrise und Nationalsozialismus

Die Weltwirtschaftskrise 1929 markierte einen dramatischen Wendepunkt in der Klavierindustrie. Helene Bechstein, geborene Capito, Mitinhaberin des Unternehmens, pflegte Verbindungen zur Spitze der nationalsozialistischen Diktatur. Der 2. Weltkrieg endete für Bechstein mit der starken Zerstörung der Fabriken, dem weitgehenden Verlust des Materials und der Schließung der Traditionsfirma.


ausgebombtes Fabrikgebäude in Berlin Kreuzberg
Das ausgebombte Fabrikgebäude in Berlin Kreuzberg

Die ersten Schritte danach

Im Zuge der Entnazifizierung deutscher Betriebe hatte Bechstein den Einbehalt von Geschäftsanteilen zu verkraften, wodurch sich der Wiederaufbau erheblich verzögerte. Über Jahrzehnte fehlt dem Unternehmen echtes unternehmerisches Engagement und Initiative. Amerikanische Produkte übernahmen Vorbildfunktion. Bechstein wurde zeitweilig von den Ruhmesstätten verdrängt. Erst Ende der vierziger Jahre, der Markt war bereits stark von ausländischen Firmen umkämpft, konnte das angeschlagene Unternehmen in bescheidenen Schritten die Produktion wieder aufnehmen. Ein wesentliches Kapital war geblieben, das hohe Maß an Kunsthandwerk im Klavierbau. Bechstein gründete Filialwerke in Westdeutschland. Zugleich erfolgte der Einstieg des „Baldwin Piano and Organ“-Konzerns, einer der grössten US-amerikanischen Hersteller, als Hauptgesellschafter. Erfahrene Spezialisten kümmerten sich um die Herstellung der Instrumente. Für das notwendige Marktbewußtsein und die Imagepflege jedoch fehlte es dem von Amerika aus verwalteten Unternehmen an letztendlicher Konsequenz. Die Aufbauarbeit bewirkte ein Neubeleben der Weltmarke. Tradition und Fortschritt waren die Maximen für Anpassung an die sich verändernde Tonempfindung.

Eine neue Bechsteinära

Ab 1986 begann eine neue, erfolgreiche Ära. Es gelang der Rückerwerb der Firmenanteile von Baldwin in deutsche Hände. Die neuen Gesellschafter, Fachleute des Klavier- und Flügelbaus, setzten alles daran, Bechstein wieder in Berlin zu konzentrieren und die Produkte mit besten Fachkräften aus ganz Europa im Bewusstsein des Firmengründers Carl Bechstein erneut im Spitzenbereich des handwerklichen Instrumentenbaus nach vorne zu bringen.

Ein neuer deutscher Produktionsstandort

Bechstein setzte bewusst auf die Möglichkeiten des Wirtschaftsstandortes Deutschland und schaffte Arbeitsplätze. 1992 übernahm Bechstein in der traditionsreichen Klavierbauregion Sachsen die „Sächsische Pianofortefabrik“ in dem kleinen Ort Seifhennersdorf. Innerhalb der nächsten Jahre entstand hier eine Qualitätsfertigung für Flügel und Klaviere der Spitzenklasse. Mit erheblichen jährlichen Investitionen in Technik und Umweltbewusstsein wurde das Standbein in Sachsen ausgebaut. Immer wieder wurden Musikliebhaber durch die Verknüpfung von Manufaktur und Präzisionsfertigung beeindruckt.

Bechstein als Aktiengesellschaft

Die Gesellschaft wurde 1996 in eine AG umgewandelt und ging 1997 an die Börse. Aufgrund dieser Umstellung wurden 12.000 vinkulierte Namensaktien als effektive Stücke gedruckt. Karl Schulz & Familie besaßen zu diesem Zeitpunkt 60 % des Kapitals. Im Zuge des Börsenganges 1999 beschloss die Gesellschaft auf Stückaktien umzustellen und die effektiven Stücke wurden entwertet. Etwa die Hälfte der damalige Stücke wurde bei der Entwertung so stark beschädigt, dass diese für Sammler uninteressant wurden.
Bechstein ging es um Erhaltung und Weiterentwicklung eines gesellschaftlichen Kulturgutes. Die Aktie ermöglichte den Anlegern eine persönliche Einbindung mit einer Investition in den Kulturwert Musik. Während auf dem Börsenparkett viele neue Namen kamen und gingen, bot Bechstein mit einem über 150 Jahre bewährten Markennamen eine über Generationen anhaltende Substanz.

Modernes Handwerk

Handwerkliche Kompetenz spiegelte sich von Anbeginn in den sprichwörtlich unverwüstlichen Bechstein Flügeln. Führende Künstler vertrauten im Konzert auf Bechstein. Der bechsteintypische Klang, Ausgeglichenheit, Farbenreichtum und Klangtransparenz taten ihr übriges. Unterstützt durch die Erkenntnisse moderner Fertigungs-Wissenschaft hatte handwerkliche Ausarbeitung auch später bei Bechstein erste Priorität. Höchstes musikalisches Niveau konnte nur durch handwerkliche Feinarbeit am individuellen Produkt entstehen. An Manufakturarbeitsplätzen feilten Fachleute an der tonlichen Aussage der Flügel und Klaviere.

Stetiger Standortausbau und Umweltbewusstsein

Im Jahr 2000 investierte Bechstein in eine innovative Oberflächentechnik in neuen Gebäuden, in umwelt– und arbeitnehmerfreundliche Arbeitsplätze, emissionsarm und mit modernsten Hilfsmitteln ausgestattet. 2002 begann eine weitere maßgebliche Investition in ein bemerkenswertes Zentrum für Holzbearbeitung.

Weichenstellung für die Zukunft

Im Jahr 2003 begann eine Partnerschaft in enger Kooperation mit dem koreanischen Musikinstrumentenhersteller Samick, der neuer Mehrheitsaktionär wurde. Mit der Erkenntnis, dass eine absolute Produktergänzung gegeben ist und ein Höchstmaß an Synergieeffekten ausgenutzt werden kann, wurde Bechstein mit diesem Schritt den globaleren Marktanforderungen gerecht.
Mit dem neuen Partner und seiner Absatzstruktur sollten Bechsteininstrumente im asiatischen Markt sowie der USA eine starke und effektive Vertretung erhalten. Bechstein hatte damit die Absatzausweitung und –sicherung über Europa hinaus optimiert. Damit gehört Bechstein zum weltgrößten Hersteller von Musikinstrumenten.

Bechstein, ein lebendiger Mythos. Bechstein sieht sich in der Pflicht, das Erbe seines Gründers zu wahren und fortzuentwickeln. Carl Bechstein war in erster Linie Fachmann. Ein Wanderer in Sachen Klavier, der von den Besten in Europa gelernt hat, um dann sein eigenes Konzept zu entwickeln. Carl Bechstein war auch in erster Linie Unternehmer, der es in kürzester Zeit schaffte, für seine Produkte Weltgeltung zu erringen. Carl Bechstein war ebenso ein dialogorientierter Weltbürger. Er suchte den Austausch, ja die kritische Begleitung wichtiger Musiker, er pflegte ein reges gesellschaftliches Leben, er nahm Verantwortung für seine Umgebung wahr.
Sein Erbe zu sichern, dazu gehört natürlich die wirtschaftliche Kompetenz und der Mut zu den richtigen Entscheidungen, um einen gesunden Fortbestand der Marke sicher zu stellen. Dazu gehört ebenso das ständige Ringen um die Qualität der Instrumente. Die neue Flügelserie, die im Jubliäumsjahr vervollständigt wird, zeigt Resonanz gerade von kompetentester Instanz. Wenn große Musiker unsere Flügel wieder neu entdecken, dann haben wir das eigentliche Streben des Gründers ins neue Jahrtausend geführt. Instrumente im Gleichklang mit großer Musik. Instrumente mit schöner Seele. Werkzeuge für gute Musik - für eine der ursprünglichsten Sprachen der Menschheit.
Bechstein steht für eine Welt wirklicher Werte. Für eine Welt reich an Farben. Für Individualität und Kreativität des Ausdrucks. Musik ist heute mehr denn je ein Anker in einer turbulenten Welt mit vielen virtuellen Sphären. Musik an einem echten akustischen Instrument zu erzeugen, bleibt eine wahrlich ganzheitliche Erfahrung. Wir werden durch Musik geerdet – und gleichzeitig in eine Welt der Ästhetik, der Gedanken- und Assoziationsfreiheit gehoben.

Flügel

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