DIERIG HOLDING AKTIENGESELLSCHAFT

Aktie Dierig Holding

Aktie über 50 DM, DIN A 4 quer, Kupon reste Nr. 4-20 (inkl. Erneuerungsschein), lochentwertet im Siegel und druckentwertet rückseitig
Augsburg, Dezember 1983, # 039339

Abb. Firmensignet.
Auflage: 40.000 St.

Aktie über 1.000 DM, DIN A 4 quer, Kuponreste Nr. 4-20 (inkl. Erneuerungsschein), lochentwertet im Siegel und druckentwertet rückseitig
Augsburg, Dezember 1983, # 022162

Abb. Firmensignet.
Auflage: 28.000 St.

Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich.
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Unternehmensgeschichte

Vorgeschichte

Die ersten Dierigs waren Handwerker. 1678 starb in Langenbielau der Weber Christoph Dirig. Er besaß als Freihäusler eigenen Grund und Boden. Nachfolger waren
  • Hans Christoph Dierig, Weber, 1673-1727
  • Johann Friedrich Dierig, Weber, 1694-1746
  • Gottfried Dierig, Weber, 1718-1766
  • Johann Gottfried Dierig, Webermeister, 1755-1816.

  • Gottfried Dierig
    Gottfried Dierig
    Christian Gottlob Dierig wurde 1781 geboren. Er webte nicht mehr in Lohn, sondern kaufte Garne, gab diese an Lohnweber, verwebte noch einen Teil selbst und verkaufte die Gewebe dann unter eigenem Namen. 1805 wurde der Grundstein zu dem Textilunternehmen Dierig gelegt. 1820 wurde die Werkstatt zu klein. Dierig kaufte in Langenbielau ein Grundstück mit Wohnhaus und richtete eine eigene Fabrik ein. Dort stellte er Jacquardstühle auf und baute eine Garnfärberei sowie eine Appretur. Er beschäftigte nur wenige Fabrikarbeiter, aber in der Umgebung arbeiteten für ihn viele Weber und Spuler.

    Weberaufstand

    Nach dem Fortfall der napoleonischen Kontinentalsperre waren, durch die preußische Freihandelspolitik und die Einführung des mechanischen Webstuhls in England, billigere Produkte ins Land geströmt. Die Umstellung bei den deutschen Fabrikanten führte in Schlesien zu Lohnverfall, der auch durch Kinderarbeit und die Ausdehnung der täglichen Arbeitszeit nicht ausgeglichen werden konnte. Zudem wurde diese Situation von manchen Großhändlern rücksichtslos ausgenutzt. Da es keine staatliche Sozialfürsorge gab, kehrte in die Weberhäuschen der Hunger ein. Am 04.06.1844 versammelten sich im niederschlesischen Peterswaldau und den Nachbardörfern ca. 3.000 Weber. Es entstand ein Protestzug mit dem Ziel, von den ortsansässigen Unternehmern höhere Stücklöhne zu fordern. Doch diese, die als Großhändler das Fünfhundert- bis Tausendfache an der Leinwand oder den Wollstoffen verdienten, ließen sich nicht darauf ein. Respektloses und spöttisches Ablehnen jedweder Verhandlungen durch Arbeitgebervertreter brachte nun die angestaute Wut der Weber zum Ausbruch. Sie stürmten ein Unternehmer-Haus, zerstörten die gesamte Einrichtung, zerrissen die Rechnungsbücher und Wertpapiere und zerschlugen die Maschinen. Es folgten Plünderungen und Zerstörungen verschiedener Fabrikations-Teile.
    Die Menge marschierte nach Langenbielau. Hier war die Firma Dierig verhältnismäßig gut über die Krise der Baumwollindustrie hinweggekommen. Man hatte besser disponiert, die Verkaufsorganisation war eingespielt und man hielt größtes Augenmerk auf schöne, marktgerechte Ware. Es ging den Arbeitern bei Dierig besser, sie wollten ihre Arbeitsstätten erhalten und verteidigen. Als die revoltierende und plündernde Menge anrückte, öffnete Maschinenmeister Menzel die Ventile im Kesselhaus, woraufhin der ausströmende Dampf die Angreifer verjagte und größeren Schaden verhinderte. Dennoch gingen insgesamt für 80.000 Taler Maschinen in Trümmer, verbrannten Garne und Gewebe.
    Die Behörden veranlassten das Eingreifen des preußischen Militärs. Wie nun am 05.06.1844 die Weber wieder in Langenbielau vor dem Hause des Unternehmers Dierig standen und dieser „zur Beruhigung“ an jeden Weber 5 Silbergroschen auszahlte und Brot und Butter nebst einigen Speckseiten verabreichte, ließ der Kommandeur einer abkommandierten Einheit in einer scheinbaren Unruhe auf die Menge schießen. Es starben elf Menschen, weitere 24 sanken schwerverwundet zu Boden. Die Einheit wich zunächst den Knüppeln und Steinen der wutentbrannten Arbeiter und wartete auf Verstärkung. Als dann in der Nacht vier Kompanien mit vier Geschützen und durch Kavallerie verstärkt Peterswaldau und Langenbielau besetzten sowie weitere Truppen in die umliegenden Weberdörfer einzogen, war der Aufstand niedergeschlagen. Gut 100 Weber wurden verhaftet und dem Breslauer Oberlandesgericht übergeben. Es wurden mehr als 80 Angeklagte zu 203 Jahren Zuchthaus, 90 Jahren Festungshaft und 330 Peitschenhieben verklagt. Immerhin hatten sie den Trost, sich im Zuchthaus immer noch besser zu befinden als in der sog. Freiheit.
    Dieser Weberaufstand wurde als erster deutscher Aufstand des sich herausbildenden Proletariats im Zuge der Industrialisierung gesehen.

    Weberaufstand
    Wohn- und Arbeitszimmer eines heimarbeitenden Webers, Holzschnitt von 1845

    Künstler verklärten den Aufstand. Das Gedicht „Die schlesischen Weber“ von Heinrich Heine erschien 1845 kurz nach dem Aufstand der Weber. Ein halbes Jahrhundert später schrieb der Dramatiker Gerhart Hauptmann das Theaterstück „Die Weber“, in dem er die historischen Vorgänge dramatisierte. Weitere knapp 50 Jahre später wurde die junge Käthe Kollwitz mit ihrem Grafikzyklus „Der Weberaufstand“ berühmt.

    Generationen Dierig

    Christian Gottlieb Dierig zog sich vom Geschäft zurück. Die Söhne Wilhelm und Friedrich sen. traten an seine Stelle. Die Firma hieß jetzt „Gebrüder Dierig“. Mechanische Webstühle und Baumwollverarbeitung wurden eingeführt. Nach dem Tod seines Bruders Wilhelm holte Friedrich sen. seinen Sohn Friedrich Dierig jun. schon mit 23 Jahren in das aufstrebende Textilunternehmen. Von seinen fünf Söhnen führten Wolfgang und Christian später das Unternehmen Christian Dierig AG weiter. Friedrich Dierig jun. musste sich 1906 aus gesundheitlichen Gründen aus der Firmenleitung zurückziehen. Doch mit 72 Jahren kam er wieder in das aktive Firmengeschäft zurück. In der schweren Zeit nach dem 1. Weltkrieg mobilisierte er seine Mitarbeiter mit Tatkraft und neuen Ideen.

    Fabrik Dierig

    Aktiengesellschaft

    Als „Christian Dierig AG“ gegründet wurde das Unternehmen am 11.06.1928 durch Zusammenschluss der von den Firmen Christian Dierig GmbH in Langenbielau, Christian Dierig-Werke am Mühlbach GmbH in Augsburg-Pfersee, Baumwoll-Finanz-AG in Bremerhaven, Christian Dierig-Werke Grünau-Berlin AG in Berlin-Grünau und Frankenberger Bleicherei, Färberei und Appretur AG in Frankenberg (Sachsen) betriebenen Fabrikations- und Handelsunternehmungen.
    Dierig war zum größten Unternehmen in der kontinentalen Baumwollindustrie geworden. Die Jahre der Weltwirtschaftskrise brachten für Dierig trotzdem schwere Zeiten. 1933 flaute die Krise ab.

    Krieg

    Mit dem 2. Weltkrieg musste ein großer Teil der Belegschaft zum Militär. Der Betrieb wurde eingeschränkt. Hergestellt wurde nun nicht mehr für den privaten Verbrauch, sondern Drillich, Fallschirmgewebe, Tarn- und Gasmaskenstoffe.
    Am 08.05.1945 kamen die Russen nach Langenbielau. Das Werk arbeitete nach einer Woche wieder. Immer mehr Deutsche mussten den Betrieb verlassen, die „Polonisierung“ bekam System.

    Neubeginn in Augsburg

    Man entschloss sich den Sitz des Unternehmens von Langenbielau nach Augsburg zu verlegen und den Wiederaufbau zu wagen. Unter großen Schwierigkeiten wurden Maschinen betriebsfähig gemacht, Ersatzteile und Rohstoffe besorgt. Neue Fachkräfte mussten mühsam herbeigeholt und angelernt werden. Auch soziale Einrichtungen wurden wieder aufgebaut.
    1951 wurde das Aktienkapital der Christian Dierig AG auf DM umgestellt. 1955 hatte die Dierig-Gruppe wieder 10.000 Mitarbeiter.
    1972 firmierte das Unternehmen um in Dierig Holding AG. Später wandelte man sich zum modernen Handelshaus mit eigener Design-Abteilung zur Kreation von hochwertigen Heimtextilien und befasste sich mit dem Immobiliengeschäft. Im Textilsegment konzentrierte sich Dierig mit seinen Tochterunternehmen auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von textilen Erzeugnissen, vor allem Bettwäsche und den internationalen Roh- und Fertiggewebehandel. Die bekanntesten Bettwäsche-Marken waren fleuresse und Kaeppel. Die Immobilienaktivitäten konzentrierten sich auf die Entwicklung und Vermarktung ehemaliger Produktionsflächen sowie bebaubarer Freiflächen. Seit 2006 wurden zusätzlich fremde Flächen mit ähnlichen Charakteristika erworben und entsprechend entwickelt und vermarktet.
    Am 07.08.2000 ging die Firma an die Börse.

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