ESPERANTO-HOTELO HERZBERG⁄HARZ

Esperanto-Baustein

Baustein über 10+2 DM, DIN A 5 quer, ohne Kupons, nicht entwertet
Herzberg⁄Harz, ohne Datum (ca. 1980), # 00520

Abb. Das Papier der Esperanto-Gesellschaft Südharz zeigt eine alte Villa und die vier Portraits der Gründer, Originalunterschriften, abgestempelte violette polnische Briefmarke, Text (natürlich) in Esperanto verfasst. Auf dem Baustein steht: „Dieser Baustein wurde von der Esperanto-Gesellschaft Südharz herausgegeben, um die kulturelle Arbeit besonders die Bibliothek, Videothek und andere Dinge zu unterstützen.“

Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich.
In dieser Auflistung fehlende Papiere besitze ich noch nicht, gerne erwarte ich Ihre Angebote.
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Geschichte

Voraussetzungen

Am Anfang der Entwicklung des Esperanto stand das sprachschöpferische Schaffen Ludwik Zamenhofs, der sich selbst als Initiator der Sprache sah. Zamenhof, in dessen Elternhaus Jiddisch und Russisch gesprochen wurde, wuchs in der mehrsprachigen, damals zum Russischen Zarenreich, heute zu Polen gehörenden Stadt Bialystok auf, wo er heftige Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen erlebte. Da er das Fehlen einer gemeinsamen Sprache als einen Grund für solche Konflikte ansah, begann er bereits als Schüler, eine für diese Rolle geeignete Sprache auszuarbeiten. Diese sollte neutral und leicht erlernbar sein und daher als Zweitsprache für alle annehmbar. Eine erste Variante stellte er 1879 im Kreise seiner Freunde vor. Es folgten verbesserte Versionen. Nach mehrjähriger Erprobung veröffentlichte Zamenhof schließlich im Jahre 1887 sein Sprachprojekt, das er Lingvo internacia (internationale Sprache) nannte. Nach seinem Pseudonym Doktoro Esperanto (= ein Hoffender) wurde bald darauf die Sprache selbst als „Esperanto“ bezeichnet.


Ludwik Zamenhof
Ludwik Zamenhof 1887

Geschichte

Mit dem Lehrbuch von Zamenhof lernten bald viele Menschen Esperanto. Zunächst waren es vor allem Russen, die mit Esperanto humanistische Ideen verbanden und Franzosen, die den praktischen Gebrauch hervorhoben. Unter ihnen waren viele Jugendliche, die sich trotz des überall blühenden Nationalismus für die neue Sprache engagierten. Weiter fasste die Esperantobewegung früh Fuß u.a. in Deutschland, Schweden, Japan, in der Donaumonarchie, China und Brasilien. 1905 fand in Boulogne-sur-Mer in Frankreich der erste Esperanto-Weltkongress statt, wo die Sprache das erste Mal im großen Rahmen angewandt wurde und ihre Bewährungsprobe als gesprochene Sprache bestand. Mit der Zeit entstanden unabhängige Institutionen wie die Akademio de Esperanto, 1908 der Welt-Esperantobund und 1938 die Welt-Esperantojugend. Bis 1914 gab es bereits in fast allen Teilen der Welt Esperantosprecher.
Nach dem 1. Weltkrieg wurde die Bewegung schnell wieder stark. In der Weimarer Republik wurde sie in Deutschland vor allem von Arbeitern getragen und während des Dritten Reiches wegen ihrer Bestreben hin zur internationalen Völkerverständigung verboten.
1945 war die Esperanto-Gemeinschaft deutlich geschwächt, viele Esperantisten waren im KZ umgekommen. Nach dem Krieg wurden jedoch die Esperanto-Verbände in Westeuropa wiedergegründet und, nach einer Phase der Verfolgung unter Stalin, auch in Osteuropa Esperanto-Aktivitäten wieder zugelassen. Besonders seit der zweiten Hälfte der siebziger Jahre nahm die Zahl der Esperantosprechenden zu.

Ziel des Esperanto

Natürlich haben verschiedene Menschen verschiedene Ziele, die sie mit dem Gebrauch des Esperanto verfolgen. Das Hauptziel von Ludwig Zamenhof war es, das Verständigungsproblem in der Welt zu lösen und ein Mittel für die Völkerverständigung bereitzustellen. Esperanto ist leichter erlernbar als andere Fremdsprachen und es ist neutral, d.h. niemandes Muttersprache. Esperanto soll die Muttersprachen nicht verdrängen, sondern sorgt für deren Gleichstellung und Erhaltung. Niemand soll bevorzugt oder benachteiligt werden. Esperantosprecher wenden sich so gegen die Unterdrückung sprachlicher und kultureller Minderheiten und die gezielte Ausnutzung sprachlicher und kultureller Einflüsse für politische oder wirtschaftliche Machtinteressen. Esperanto kann Zweitsprache für alle sein.

Esperanto-Stern und das Esperanto-Ei

Der grüne fünfzackige Esperanto-Stern wurde schon vom Esperanto-Initiator Zamenhof selbst als Erkennungszeichen benutzt. Manche Esperantofreunde weisen sich mit ihm als Esperantisten aus, indem sie ihn, etwa an einer Anstecknadel, tragen. Auch in der Esperantofahne ist er wiederzufinden. Für viele Menschen aber ist ein solcher Stern mit negativen Assoziationen behaftet, weil er, allerdings in anderen Farben, auch von verschiedenen politischen Bewegungen benutzt wird.
Um die politische Neutralität von Esperanto zu verdeutlichen sind viele Esperantosprecher und -organisationen dazu übergegangen, statt des Sterns das Jubiläumszeichen zu verwenden. Dieses Zeichen ist 1987 anlässlich des 100-jährigen Bestehens erschienen und wird häufig wegen seiner Form auch als „Esperanto-Ei“ bezeichnet. Dieses neue Zeichen wirkt freundlicher und kann auch im Sinne der Esperantobewegung gedeutet werden. Die beiden großen „E“ stehen für Esperanto, die Form erinnert an Weltkarten in Atlanten und daher an seine weltweite Verbreitung.

Esperanto in Herzberg am Harz

Am Rande des Südharzes befindet sich das Esperanto-Zentrum ICH Interkultura Centro Herzberg. Es widmet sich insbesondere der Ausbildung von Lehrern und Kursleitern. Hier sollte 1989 ein Esperanto-Hotel entstehen. Es wurden auch „Aktien“ herausgegeben. Größtenteils wurden diese Bausteine für 12 DM das Stück an Freunde der Sprache Esperanto verkauft, insbesondere nach Japan. Allerdings ist das Projekt nicht zustande gekommen.
Inzwischen wurde Herzberg dennoch eine Hochburg des Esperanto. Es dürfte bisher wohl einmalig in Deutschland sein, dass sich ein Stadtparlament nach ausführlicher Beratung den Namen „Herzberg am Harz, die Esperanto-Stadt“ gibt. Die vier im Rat der Stadt vertretenen Parteien haben diese Entscheidung mit großer Mehrheit gefasst. Diese Entscheidung wurde weder zufällig noch spontan gefällt, der örtliche Esperanto-Verein wirkte erfolgreich und zuverlässig seit Jahrzehnten für die Internationalen Verbindungen der Stadt. Die Stadt brachte esperantosprachige Wegweiser an, der offizielle Briefkopf der Stadt trägt den neuen Namen, Esperanto wird auch in den partnerschaftlichen Beziehungen Herzberg-Gora (PL) angewendet und vieles andere mehr. 2006 wurde die Stadt zur ersten Esperantostadt der Welt erklärt.


Sonderbrief zum Esperanto-Kongress Pfingsten 1965 in Düsseldorf
Sonderbrief zum Esperanto-Kongress Pfingsten 1965 in Düsseldorf

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