JUNKERS FLUGZEUG- UND MOTORENWERKE Aktiengesellschaft

Besserungsschein Junkers Flugzeug- und Motorenwerke

Besserungsschein für eine Teilschuldverschreibung über 500 RM, DIN A 4 hoch, ohne Kupons, nicht entwertet
München, Dezember 1960, # 0012473

Abb. Firmensignet.

Besserungsschein für eine Teilschuldverschreibung über 1.000 RM, DIN A 4 hoch, ohne Kupons, nicht entwertet
München, Dezember 1960, # 0026570

Abb. Firmensignet.

Besserungsschein für eine Teilschuldverschreibung über 5.000 RM, DIN A 4 hoch, ohne Kupons, nicht entwertet
München, Dezember 1960, # 0057633

Abb. Firmensignet.

Besserungsschein für eine Teilschuldverschreibung über 10.000 RM, DIN A 4 hoch, ohne Kupons, nicht entwertet
München, Dezember 1960, # 0062621

Abb. Firmensignet.

Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich.
In dieser Auflistung fehlende Papiere besitze ich noch nicht, gerne erwarte ich Ihre Angebote.
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Unternehmensgeschichte

Besserungsscheine

In der Wirtschaft findet ein Besserungsschein immer dann Anwendung, wenn Gläubiger einem Unternehmen in der Krise durch Forderungsverzicht helfen. Das in Schwierigkeiten befindliche Unternehmen verpflichtet sich gegenüber diesen Gläubigern, im Falle einer erfolgreichen Sanierung die erlassenen Schulden ganz oder teilweise zurück zu zahlen. Die Voraussetzungen für eine zukünftige Zahlung werden festgelegt, z.B. wenn sich die Vermögenslage entsprechend gebessert hat.

Besserungsscheine in der DM-Zeit

In der Zeit von 1950 bis 1965 wurden einige Besserungsscheine ausgegeben. Viele Unternehmen hatten durch den Krieg erhebliche Vermögensverluste erlitten. Neben Bombenschäden war Vermögen in der damaligen sowjetisch besetzten Zone und in den deutschen Ostgebieten verloren gegangen. Auf Grundstücke u.ä. hatte man keinen Zugriff. Einige Unternehmen wurden in den Westen verlagert. Für die Kriegsschäden hatten die Firmen Entschädigungsansprüche an den neuen Staat gestellt.
Die Bilanzen waren von RM auf DM umgestellt worden. Die Bewertung der Aktiva wurde auf Grund der in den Westzonen liegenden Vermögensteile vorgenommen. Probleme bereiteten die Verbindlichkeiten aus Anleihen, die während des Krieges begeben worden waren. Die Gläubiger dieser Anleihen in Westdeutschland hatten im Rahmen der Wertpapierbereinigung ihre Ansprüche angemeldet. Da diese Ansprüche von dem vorhandenen Vermögen nicht befriedigt werden konnten, gaben einige Unternehmen Besserungsscheine aus.
Spätestens nach der Wiedervereinigung erlosch die Hoffnung der Besitzer der Besserungsscheine, Geld zu bekommen.

Besserungsscheine der Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG

Diese Besserungsscheine bekamen Gläubiger der Gesellschaft, die Kriegsanleihen von 1942 besaßen. 1958 wurde durch Beschluss des Landgerichts Bonn die damalige Forderung gegenüber der Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG aus der Teilschuldverschreibung auf eine Quote von 24 % ihrer urspünglichen Forderung herabgesetzt. Im Dezember 1960 erhielten die Anleiheninhaber einen Besserungsschein, in dem festgestellt wurde, dass sie sich durch die rechtskräftige Herabsetzung ihrer Forderung auf die Quote von 24 % nicht ihrer weitergehenden Ansprüche auf Befriedigung aus dem Ostvermögen der Junkers Flugzeugwerke AG begeben.

Hugo Junkers
Hugo Junkers

Hugo Junkers (1859-1935)

Hugo Junkers, ein deutscher Industrieller, Maschinenbauer und Flugzeugkonstrukteur verbesserte den Gasmotor und erfand mit dem Kalorimeter ein Gerät zur Messung von Wärmemengen. Er stellte in seiner eigenen Fabrik Gasdurchlauferhitzer und Gas-Raumheizungen her, lehrte von 1897-1912 Wärmetechnik an der TH Aachen und ließ sich 1907 seinen Doppelkolbenmotor patentieren. Diesen entwickelte er später für Schwerölbetrieb und für den Flugzeugbau weiter. Nach der Konstruktion eines Nurflügelflugzeugs im Jahr 1910 baute Junkers in der von ihm in Dessau errichteten Forschungsanstalt für Flugtechnik das erste Ganzmetallflugzeug der Welt aus Wellblech mit freitragenden Flügeln. Damit nahm er die Serienproduktion im Jahr 1916 auf. 1919 entstand das erste Ganzmetall-Verkehrsflugzeug F13, Prototyp aller späteren Passagiermaschinen. 1930 baute Junkers das viermotorige Großflugzeug G38 und ab 1931 mit der JU 52 das wegen seiner Zuverlässigkeit berühmteste und am weitesten verbreitete Verkehrsflugzeug der 30er Jahre.

Das Unternehmen

Die Gesellschaft wurde am 20.10.1917 unter der Firmierung „Junkers Fokkerwerke A.-G.“ in Dessau gegründet. Zweck war die Herstellung von Flugzeugen der Bauart Junkers, von technischen Fabrikaten, die Förderung des Luftverkehrs, sowie die Beteiligung an Luftverkehrsunternehmen und ähnlichen Einrichtungen und Betrieben. 1919 erfolgte die Umfirmierung in „Junkers-Flugzeugwerk Akt.,Ges. in Dessau“. Alleinaktionär war Hugo Junkers.

Im „Dritten Reich“

1936 wurde Junkers dann nach Unstimmigkeiten über die Regierungsbeteiligung der Nationalsozialisten entlassen. Die Gesellschaft fusionierte im selben Jahr mit der 1923 gegründeten „Junkers Motorenbau GmbH zur „Junkers Flugzeug- und Motorenwerke Aktiengesellschaft“ mit Sitz in Dessau. Das Unternehmen stellte dann, ohne die Mitarbeit von Junkers, in der Folge vor allem Militärflugzeuge der verschiedensten Typen her, unter anderem den Sturzkampfbomber JU 87, den Stuka und das Bomben-, Jagd- und Tiefangriffsflugzeug Ju88.

Ende

Nach dem 2. Weltkrieg fielen die Junkers-Werke der Demontage zum Opfer. Die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG wurde 1958 von Dessau nach München verlagert (Spaltgesellschaft). Die Obligationäre der 4% Teilschuldverschreibungen von 1942 erhielten Besserungsscheine für das enteignete Ostvermögen.



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„Der fliegende Mensch“, das 1924 entworfene Logo der Junkers-Flugzeugwerke

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