KERKERBACHBAHN AKTIEN-GESELLSCHAFT

Aktie Kerkerbachbahn

Aktie über 100 DM, DIN A 4 quer, kompletter Kuponbogen Nr. 1-10 (inkl. Erneuerungsschein), Blankette, ohne Kontrollunterschrift, nicht entwertet
Kerkerbach, Post Runkel (Lahn), August 1955, # ohne Nummer

Aktie über 1.000 DM, DIN A 4 quer, Kuponreste Nr. 25-30 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Kerkerbach, Post Runkel (Lahn), August 1955, # 000003

Auflage: 450 St.
dito Blankette, ohne Kontrollunterschrift, kompletter Kuponbogen Nr. 1-10 (inkl. Erneuerungsschein), stempelentwertet rückseitig, # ohne Nummer

Aktie über 100 DM, DIN A 4 quer, Kupons Nr. 9-10 (inkl. Erneuerungsschein), Blankette, ohne Kontrollunterschrift, nicht entwertet
Kerkerbach, Post Runkel (Lahn), Oktober 1963, # ohne Nummer

Aktie über 1.000 DM, DIN A 4 quer, Kupons Nr. 9-10 (inkl. Erneuerungsschein), Blankette, ohne Kontrollunterschrift, lochentwertet
Kerkerbach, Post Runkel (Lahn), Oktober 1963, # ohne Nummer

Kerkerbachbahn Aktien-Gesellschaft

Aktie Kerkerbachbahn

Aktie über 100 DM, DIN A 4 quer, Kuponreste Nr. 9-20 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Heidelberg, Dezember 1980, # 001817

Abb. Firmensignet „KB“ links.
Auflage: 4.800 St.

Aktie über 1.000 DM, DIN A 4 quer, Kuponreste Nr. 7, 9-20 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Heidelberg, Dezember 1980, # 000007

Abb. Firmensignet „KB“ links.
Auflage: 520 St., angeblich ca. 10 St. im Markt bekannt.

Aktie über 50 DM, DIN A 4 quer, Kuponreste Nr. 7 und 9-20 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Heidelberg, Oktober 1981, # 009096

Abb. Firmensignet „KB“ links.
Auflage: 10.000 St.

Aktie über 50 DM, DIN A 4 quer, ohne Kupons, nicht entwertet
Mannheim, November 1983, # 010164

Abb. Firmensignet „KB“ links.
Letzte Aktien-Emission dieser Skandal-AG vor dem Konkurs.

Aktie über 1.000 DM (20x50), DIN A 4 quer, Kuponreste Nr. 7 und 9-20 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Mannheim, November 1983, # 021881 bis 021900

Abb. Firmensignet „KB“ links.
Letzte Aktien-Emission dieser Skandal-AG vor dem Konkurs.

Vorzugsaktie Kerkerbachbahn

Vorzugsaktie über 50 DM, DIN A 4 hoch, Kuponreste Nr. 6 und 8-20 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Heidelberg, Dezember 1980, # 000650

Abb. Firmensignet oben.
Auflage: 6.000 St.

Vorzugsaktie über 50 DM, DIN A 4 hoch, Kuponreste Nr. 6 und 8-20 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Mannheim, Februar 1983, # 006190

Abb. Firmensignet oben.

Vorzugsaktie über 1.000 DM (20x50), DIN A 4 hoch, ohne Kupons, nicht entwertet
Mannheim, Februar 1983, # 013821 bis 013840

Abb. Firmensignet oben.

Vorzugsaktie über 50 DM, DIN A 4 hoch, Kuponreste Nr. 6 und 8-20 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Mannheim, November 1983, # 019061

Abb. Firmensignet oben.
Letzte Aktien-Emission dieser Skandal-AG vor dem Konkurs.

Vorzugsaktie über 1.000 DM (20x50), DIN A 4 hoch, Kuponreste Nr. 6 und 8-20 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Mannheim, November 1983, # 023521 bis 023540

Abb. Firmensignet oben.
Auflage: ca. 300 St.
Letzte Aktien-Emission dieser Skandal-AG vor dem Konkurs.
dito Muster, aufgedruckt „wertlos“ rückseitig, ohne Kontrollunterschrift, Kupons Nr. 6-20 (inkl. Erneuerungsschein), lochentwertet, # ohne Nummer

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Unternehmensgeschichte

Karte Kerkerbachbahn
Kartenausschnitt
von 1906 über den Verlauf der Kerkerbachbahn

Gründung des Unternehmens

Die Kerkerbachbahn wurde am 12.05.1884 von zehn Privatpersonen in Limburg an der Lahn gegründet. Die Mehrheit der Aktieneigner waren niederländische Bürger. Die Gesellschaft verlegte ihren Sitz 1887 nach Christianshütte und 1906 nach Kerkerbach im Oberlahnkreis. Gesellschaftszweck war der „Bau und Betrieb einer schmalspurigen Nebenbahn zur Beförderung von Personen und Gütern zwischen Heckholzhausen und Dehrn mit Anschluss an die Preußische Staatsbahn in Kerkerbach“. Die Kleinbahn sollte vor allem Erz, Kalkstein, Marmor, Basalt und Ton zum Hafen Steeden an der Lahn und zum Staatsbahnhof Kerkerbach an der Lahntalbahn transportieren. Der Personenverkehr spielte seit jeher nur eine untergeordnete Rolle.

Bau der Bahnstrecke

Diese typische Kleinbahn von Kerkerbach nach Heckholzhausen war rechtlich eine vollwertige Eisenbahn, weil in ihrer Gründungszeit das Preußische Kleinbahngesetz, das weniger strenge Vorgaben für Bau und Betriebsführung vorsah, noch nicht existierte.
Die erste vier Kilometer lange Teilstrecke wurde dreischienig von Kerkerbach lahnabwärts über Steeden bis Dehrn angelegt, wo ab 01.05.1886 zunächst nur Güterzüge fuhren. Personenzüge folgten zwei Jahre später als gleichzeitig auch im Kerkerbachtal der Personenverkehr talaufwärts über Schupbach bis Heckholzhausen aufgenommen wurde. Der Güterverkehr hatte hier schon am 05.11.1887 bis Eschenau und am 10.01.1888 über Christianshütte, wo damals der Betriebsmittelpunkt lag, bis Heckholzhausen begonnen.
Erst nach einer Pause von mehr als einem Jahrzehnt entschloss man sich, diese ausschließlich schmalspurige „obere Strecke“ weiter in den Westerwald hinaufzuführen. Am 01.10.1905 wurde Hintermeilingen erreicht, am 24.10.1907 Waldernbach und schließlich am 15.04.1908 Mengerskirchen. Damit hatte die gesamte Kerkerbachbahn eine Länge von 35 km erreicht.

Entwicklung der Bahn

Die Streckenverlängerung von Heckholzhausen bis Mengerskirchen erwies sich als finanzieller Fehlschlag. Schuld daran war einerseits die steigungs- und kurvenreiche Trasse mit einer Fahrzeit von rund zwei Stunden, andererseits die Wirtschaftskrise am Ende des Ersten Weltkriegs, die auch eine vor Ausbruch des Krieges geplante Verlängerung und damit eine wirtschaftliche Neuorientierung Richtung Norden (Hoher Westerwald) von Mengerskirchen aus ad acta legte. So wurde die Strecke ab Hintermeilingen 1920 Eigentum der AG Eiserfelder Steinwerke, die sie als Privatanschlussbahn unter dem Namen Hintermeilingen-Mengerskirchener Anschlussbahn GmbH noch bis 1935 betrieb.

Ende des Personenverkehrs

Der stets bescheidene Personenverkehr (zwei bis drei Zugpaare pro Tag) endete auf dem Abschnitt zwischen Kerkerbach und Dehrn schon 1929, konnte sich aber zwischen Kerkerbach und Hintermeilingen vor allem aufgrund des Fehlens anderer Transportmöglichkeiten im Zweiten Weltkrieg und der unmittelbaren Folgezeit noch bis 1958 halten. Anschließend wurde nur noch ein Zugpaar von Kerkerbach bis Schupbach angeboten, das genau zwei Jahre später ebenfalls entfiel. Die Kerkerbachbahn unterhielt seit 1949 auch einen kleinen Omnibusbetrieb, der zeitweise Stadtlinien in Limburg umfasste. Wesentliche Teile ihres Einzugsgebiets wurden jedoch von der Kraftpost und anderen Unternehmen mit direkten Linien nach Limburg und Weilburg erschlossen.

Ende des Güterverkehrs

Am 17.12.1960 folgte die Aufgabe des restlichen Güterverkehrs auf der Strecke im Kerkerbachtal und anschließend der Abbau aller Schmalspurgleise. Dagegen führte die Abfuhr von Kalksteinen aus einem Bruch der BASF Ludwigshafen in Steeden zu einer weiterhin guten Auslastung des unteren Abschnitts zwischen Dehrn, Steeden und Kerkerbach. Diesen Abschnitt betrieb die Kerkerbachbahn AG zunächst weiter, bis ihn ab 1975 die Deutsche Bundesbahn als Anschlussgleis in eigener Regie übernahm.

Übernahme durch die DB und Reaktivierung

Zum 01.01.1975 übernahm die Deutsche Bundesbahn den Restbetrieb von der Betreibergesellschaft, die somit den gesamten Verkehrsbetrieb aufgab. Die noch vorhandene Gleisinfrastruktur ging zwischenzeitlich auf die DB Netz AG über, wurde jedoch seit 2000 nicht mehr genutzt. Aufgrund der anstehenden Stilllegung des Kalkwerkes Stromberg im Hunsrück beschloss die Schaefer Kalk GmbH & Co. KG eine Erweiterung des Steedener Kalkwerks, um auch zukünftig die Belieferung der BASF in Ludwigshafen sicherzustellen. Im September 2008 begannen die Gleisbauarbeiten zur Reaktivierung der bestehenden Trasse von Kerkerbach bis Dehrn, am 03.11.2009 wurde eine erste Probebefahrung durch die BASF vorgenommen. Die Wiederaufnahme des Regelverkehrs erfolgte am 24.06.2010.
Nach dem Abbau der Gleise zwischen Kerkerbach und Mengerskirchen wurde auf Teilstücken der Trasse ein Radweg erreichtet.

Vermögensverwaltung und Konkurs

Die Kerkerbachbahn-Gesellschaft gab den gesamten Verkehrsbetrieb auf. Das „zweite Leben“ als Bauträger-Gesellschaft, angefacht durch einen beispiellosen Boom bei Steuersparmodellen, war nur von kurzer Dauer. Der Firmenmantel diente als Basis für eine der windigsten Finanzspekulationen der damaligen Zeit. Man betätigte sich mit neuen Aktionären im Immobiliengeschäft. In einem betrügerischen Konkurs ging die Kerkerbachbahn 1984, einhundert Jahre nach ihrer Gründung, krachend unter. Der letzte Großaktionär und Vorstand Tom Sieger atmete deswegen einige Jahre gesiebte Luft.

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