Konrad Hornschuch Aktiengesellschaft

Aktie Konrad Hornschuch AG

Aktie über 50 DM, DIN A 4 quer, ohne Kupons, lochentwertet im Siegel
Weißbach, Juni 1984, # 06033

Abb. Produktnamen rechts und links.

Aktie über 1.000 DM (20x50), DIN A 4 quer, ohne Kupons, lochentwertet im Siegel
Weißbach, Juni 1984, # 06033

Abb. Produktnamen rechts und links.

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Unternehmensgeschichte

Konrad Hornschuch

Friedrich Konrad Hornschuch (1864-1943) war ein Sohn des Industriellen Heinrich Hornschuch. Er besuchte die Volksschule und die Handelsschule in Fürth, anschließend absolvierte er eine handwerkliche Ausbildung in einer Handweberei und an der Webschule in Heidenheim. Danach war er im väterlichen Betrieb Weber & Ott in Fürth und in der Baumwollweberei in Zöschlingsweiler tätig. 1887 wurde er Teilhaber von Weber & Ott. Als der väterliche Betrieb Weber & Ott 1905 in eine Familien-Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, trat Konrad Hornschuch aus dieser aus und gründete ein eigenes Unternehmen, die spätere Konrad Hornschuch AG.

Gründung und Anfänge

Das Unternehmen wurde von Konrad Hornschuch 1905 in Urbach gegründet. Die Produktion in Urbach begann 1906 als Baumwoll-Spinnerei, vorwiegend mit englischen Spinnmaschinen. Noch im selben Jahr kam eine Weberei hinzu, 1908 außerdem auch eine Färberei.

1. Weltkrieg und Nachkriegszeit

Während des 1. Weltkriegs wurde die Produktion auf Papiergarn umgestellt, außerdem erlangte man Aufträge zum Einfärben von Drillichgarn. Nach dem 1. Weltkrieg kehrte man zur Produktion und Verarbeitung von Baumwollgarn zurück. Außerdem wurden Streifensatin und einfache Hemdenstoffe hergestellt.
1920 trat Konrad Hornschuch außerdem als Gesellschafter in die Textilgesellschaft Weißbach ein.
1922 wurde die Färberei modernisiert. Gegen Ende der 1920er Jahre lag der Schwerpunkt der Produktion auf Bett-, Leib- und Tischwäsche. In den 1930er Jahren, inzwischen war eine eigene Näherei hinzugekommen, setzte sich allmählich die Produktion von Zellwollgewebe durch. Für die Weiterverarbeitung in Weißbach wurden darüber hinaus Kattun, Renforcé und Schlauchgewebe hergestellt.

2. Weltkrieg und Nachkriegszeit

Im 2. Weltkrieg wurde die Produktion den geänderten Wirtschaftsverhältnissen angepasst, u.a. wurden keine Luxusartikel wie Damast mehr hergestellt. Die Fabrikanlagen überdauerten den Krieg ohne größere Schäden. Allerdings kam die Produktion im Frühjahr 1945 infolge Kohlenmangels und nach dem Einmarsch der Amerikaner zeitweilig zum Erliegen. Die zur Produktion nötige Baumwolle konnte erst im Lauf des Jahres 1946 wieder regelmäßig beschafft werden, Strom- und Kohlemangel führten 1947 noch zu größeren Produktionsausfällen.
Nach der Eingliederung des Werks in Weißbach in die neu gegründete Konrad Hornschuch AG 1927 wurde Kunstleder zu einem weiteren wichtigen Produkt in Weißbach. Die in eigenen Labors entwickelten Kunststoffe und frühen Kunstlederarten fanden für Bucheinbände, Regenumhänge, Tischdecken, Taschen, Möbel oder Automobil- und Buspolsterungen Verwendung.
Der 2. Weltkrieg schränkte die Produktion in Weißbach stark ein, da ein Teil der Belegschaft zur Motorenfertigung für die NSU-Werke verpflichtet wurde. Durch Kampfhandlungen kurz vor Kriegsende wurden die Gebäude und Anlagen in Weißbach stark beschädigt, nach Kriegsende wurden die noch vorhandenen Spezialmaschinen teilweise gestohlen oder beschlagnahmt. Nach einer Unterbrechung von nahezu einem Jahr lief im November 1945 wieder eine eingeschränkte Produktion an, der weitere Wiederaufbau zog sich über die folgenden Jahre hin.
Nach dem Tod des Gründers 1943 hatte dessen Sohn Willy Hornschuch die Leitung des Unternehmens übernommen und baute es nach der Währungsreform 1948 maßgeblich weiter aus. Die Gebäude und Maschinen wurden umfassend modernisiert, die Produktionsabläufe rationalisiert und die Produktpalette erweitert. Ab 1958 wurden die selbstklebende Dekorfolie d-c-fix und das Kunstleder skai als Marken patentiert.

skai

1980er und 1990er Jahre

1976 wurde der Hauptsitz von Urbach nach Weißbach verlegt. 1983 erfolgte schließlich der Börsengang des Unternehmens. Ende 1989 wurde das Werk in Urbach geschlossen.
Technologisch konzentrierte sich Hornschuch in den 1980er Jahren auf das Verfahren des Tiefziehprägens und optimierte die darauf umgestellten Fertigungsprozesse für Kunstleder und Folien. Durch Entwicklung eines neuen Vierfarb-Druckverfahrens und den Einsatz spezieller Gravurtechniken konnten Originalvorlagen besser auf den Materialien reproduziert werden. Auch das Uni-Programm führte fortan mehr als 100 Farben.
In den 1990er Jahren kehrte Hornschuch mit neuartigen Synthetikfasern auf Polyurethan-Basis als Zulieferer für die Automobilindustrie zurück.

Neues Jahrtausend

2001 übernahmen die niederländische Beteiligungsgesellschaft Halder und das Management im Zuge eines Management-Buy-outs die Mehrheit am Unternehmen. Seitdem konzentrierte sich Hornschuch auf die beiden Dachmarken skai und d-c-fix. Unter dem Namen d-c-fix wurden Design- und Funktionsfolien, fleckgeschützte Tischbeläge sowie Boden- und Wandbeläge, unter der Marke skai dekorative Kaschierfolien, Funktionsfolien und hochwertige Kunstlederarten für die Möbel-, Automobil-, Textil- und Baubranche hergestellt und vermarktet. Möbelfolien waren in den Jahren um 2000 das umsatzstärkste Segment.
Das Management erwarb 2006 im Zuge eines Management-Buy-outs unter Beteiligung der Equity-Bereiche einer Stuttgarter und einer Frankfurter Bank die Mehrheit an der Unternehmensgruppe. 2009 erlitt das Unternehmen durch die Wirtschaftskrise einen zeitweiligen Rückgang des Absatzes, konnte jedoch schon 2010 mit der Übernahme von O´Sullivan Films, Inc. ihre internationale Präsenz ausbauen.
2011 wurde in Winchester bei O’Sullivan eine komplette Streichanlage mit Coloristik aufgebaut und in Betrieb genommen. Somit war die Produktion von skai Kunstleder auch in den USA möglich. Im Herbst sicherte sich die AG die Lizenz an der Marke alkor Deco Design und übernahm große Teile des Geschäfts des Konkurrenten.
2013 erweiterte Hornschuch seine Kapazitäten mit der Übernahme des Geschäftsbetriebs der era Beschichtung GmbH & Co. KG in Stolzenau (später: Hornschuch Stolzenau GmbH) sowie dem Bau eines neuen Logistic Centers am Standort Weißbach.
Ende des Jahres 2014 gründete die Hornschuch Gruppe eine Vertriebsgesellschaft in China.


Firmengebäude Weißbach
Firmengebäude der Konrad Hornschuch AG in Weißbach

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