LANGBEIN-PFANHAUSER WERKE AKTIENGESELLSCHAFT

Aktie Langbein Pfanhauser Werke AG

Aktie über 50 DM, DIN A 4 quer, Kuponrest Nr. 20 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Neuss a. Rhein, Dezember 1982, # 000031

Abb. Firmensignet links.

Aktie über 50 DM, DIN A 4 quer, Kuponrest Nr. 20 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Neuss a. Rhein, April 1988, # 002038

Abb. Firmensignet links.

Aktie über 1.000 DM (20x50), DIN A 4 quer, Kuponrest Nr. 20 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Neuss a. Rhein, April 1988, # 010641 bis 010660

Abb. Firmensignet links.

Aktie über 5.000 DM (100x50), DIN A 4 quer, Kuponrest Nr. 20 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Neuss a. Rhein, April 1988, # 051601 bis 051700

Abb. Firmensignet links.

Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich.
In dieser Auflistung fehlende Papiere besitze ich noch nicht, gerne erwarte ich Ihre Angebote.
Meine Dubletten finden Sie unter der
Startseite

Unternehmensgeschichte

Gründungen

Am 01.02.1873 gründete Wilhelm Pfanhauser in der Wiener Windmühlgasse 39 die Firma Wilh. Pfanhauser, ein Handelsgeschäft für den Verkauf von Zyankali und Hilfsgütern für Galvaniseure Sie war damit die erste österreichische Produktionsstätte für Zyanide. Pfanhauser begann bereits 1877 mit dem Anlagenbau. Er schuf eine Vernicklungsanlage, die mit neuen den späteren Elektromotoren ähnlichen Maschinen ausgestattet war und 1900 eine Verzinkungsanlage, die nach Moskau geliefert wurde.
Mit seinem 1878 verfassten Buch „Praktische Anleitung zum Galvanisieren von Metallen“ gilt Wilhelm Pfanhauser als einer der Väter der Galvanotechnik. Zunächst entwickelte Pfanhauser die auf den Arbeiten von Max Schlötter basierende elektrochemische Vernicklung weiter. Das Unternehmen besaß eine Filiale in Berlin.
Der deutsche Chemiker Dr. Georg Langbein eröffnete am 01.12.1881 im Leipziger Dösner Weg 9–11 die Chemische Fabrik und Laboratorium für Galvanoplastik und Metallindustrie Dr. G. Langbein & Co. Auch er schrieb 1886 ein „Vollständiges Handbuch der Galvanischen Metallniederschläge“ und legte damit den Grundstein für den damals größten deutschen Galvanisierbetrieb mit Filialen in Berlin, Solingen, Wien, Mailand und Brüssel. Schon 1889 konnte Langbein mit dem Bau neuer großzügig ausgestatteter Fabrikanlagen in der Torgauer Straße 76 in Leipzig-Sellershausen beginnen. Er wurde so zum Begründer der industrieellen Galvanotechnik in Deutschland

Langbein in Leipzig-Sellerhausen 1906
Die Firma Langbein in Leipzig-Sellerhausen 1906

Zusammenschluss

Im Jahre 1907 schlossen sich dann die beiden vermutlich ältesten Fachfirmen der Galvanotechnik zusammen. Am 25.04.1907 wurde mit Wirkung ab 01.01.1907 unter dem Namen „Langbein-Pfanhauser Werke AG“ eine Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 2.250.000 Mark errichtet und am 19.08.1907 in Leipzig ins Handelsregister eingetragen. Bis zu seinem Tod 1909 war Georg Langbein Aufsichtsratsvorsitzender der neuen Gesellschaft mit insgesamt 250 Beschäftigten, Vorstandsvorsitzender war bis 1945 Pfanhausers Sohn Wilhelm Pfanhauser jr.

Entwicklung

Die neu entstandene Firma baute schon 1920 die ersten Halbautomaten für die Vernicklung und 1933 den ersten Nickel-Chrom-Vollautomaten. Weitere wesentliche Verdienste der Langbein-Pfanhauser Werke waren die praxisreife Einführung von Chrom-Schwefelsäure-Elektrolyten oder die Entwicklung des zu einem Begriff geworden Eloxal-Verfahrens und seine Patentierung im Jahr 1935. Diese Verfahren erlangten ihre spätere wirtschaftliche Bedeutung erst durch die auf Initiative von LPW 1928 gegründete Chrom-Interessen-Gemeinschaft und die 1934 gegründete Eloxal-Arbeitsgemeinschaft.

Langbein-Pfanhauser Werke in Leipzig-Sellerhausen 1925
Die Firma Langbein in Leipzig-Sellerhausen 1925

Das Unternehmen wuchs so bis 1940 zum größten deutschen galvanotechnischen Fachbetrieb mit mehr als 2000 Mitarbeitern.

Das Unternehmen in Ostdeutschland

In der DDR entstand 1950 am alten Standort und in den alten Gebäuden die VEB Galvanotechnik Leipzig (GTL). Als in der DDR die ersten Kombinate entstanden, wurde 1970 die VEB Galvanotechnik dem neu gegründeten Kombinat VEB Lokomotivbau Elektrotechnische Werke „Hans Beimler“ (LEW) in Hennigsdorf zugeordnet. Der Betrieb entwickelte und produzierte in den 1970er und 80er Jahren fast ausschließlich einheitliche Automatensysteme und wurde so bis 1989 zum führenden galvanotechnischen Fachbetrieb des gesamten Ostblocks.
Nach der politischen Wende wurde 1990 VEB Galvanotechnik Leipzig (GTL) in GalvanoTechnik Leipzig GmbH (GTL) umgewandelt, danach privatisiert und an einen neuen Gesellschafter veräußert. GTL siedelte sich 1992/93 an einem neuen Standort in Leipzig-Lindenthal an. Das Unternehmen fertigte vor allem auf den Kunden zugeschnittene flexible Spezialanlagen für nahezu alle galvanischen Verfahren, wie Beschichtungssysteme, Wasseraufbereitungsanlagen und Steuerungstechnik. Das Unternehmen GalvanoTechnik Leipzig GmbH meldete 2013 Insolvenz an, wurde an einen neuen Gesellschafter veräußert und führte seine Geschäftstätigkeit fort.

Die Langbein-Pfanhauser Werke in Westdeutschland

1948 wurde das Unternehmen in der DDR enteignet und daraufhin nach Wiesbaden verlagert. Die aus Leipzig kommenden Mitarbeiter versuchten, in der ehemaligen Niederlassung Düsseldorf mit alten Rezepturen und Konstruktionsplänen die Produktion wieder aufzunehmen. Die Verwaltung kam 1951 ebenfalls nach Düsseldorf. 1952 erfolgte der Neubau des Werkes in Neuss, wo auch ab 1954 der Sitz der Langbein-Pfanhauser Werke AG war. 1962 wurde das Unternehmen Deinert Bernhausen übernommen.
1982 erfolgte die Umwandlung der Langbein-Pfanhauser Werke AG in eine Holding mit mehreren Beteiligungsunternehmen, so der LPW-Galvanotechnik GmbH, die sich später in die LPW-Chemie GmbH für Verfahrenstechnik und LPW-Galvanotechnik GmbH für Anlagenbau aufteilte.

VDN Vereinigte Deutsche Nickel-Werke AG

Die LPW-Chemie GmbH wurde 1998 von der Enthone-OMI Inc. (USA) übernommen. Nach der Verschmelzung der Vereinigten Deutschen Nickel-Werke AG und der DOAG Holding AG im Jahr 2001 auf die Langbein-Pfanhauser Werke AG erfolgte eine Umfirmierung in VDN Vereinigte Deutsche Nickel-Werke AG, Düsseldorf, die wiederum 2003 die Hindrichs-Auffermann AG aufnahm. 2004 schließlich kam es zur Veräußerung des Teilkonzerns Deutsche Nickel AG. Nachdem die Finanzholding am 31.05.2005 einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen musste, eröffnete das Amtsgericht Köln am 01.09.2005 wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung das Insolvenzverfahren über das Vermögen der VDN AG.
Aus der LPW-Galvanotechnik GmbH für Anlagenbau entstand die LPW-Anlagen GmbH & Co. KG in Hagen, die im Mai 2012 Insolvenz beantragen musste.

Fenster schließen

Zur Startseite

Diese Seite drucken