RHEINISCH-WESTFÄLISCHES ELEKTRIZITÄTSWERK AKTIENGESELLSCHAFT

kommunalgebundene Namensaktie RWE

Kommunalgebundene Namensaktie, Lit. B, über _ DM (_x100), DIN A 4 quer, ohne Kupons, Muster, aufgedruckt „wertlos“ rückseitig, ohne Unterschriften, lochentwertet
Essen, ohne Datum, # ohne Nummer

Abb. Firmensignet oben.

Ab 1903 wurde Hugo Stinnes als Aufsichtsratsvorsitzender zum eigentlichen Begründer des RWE, der den Grundstein für dessen Macht und Größe legte, obwohl er nie die Aktienmehrheit besaß. So war es seine Idee, die Kommunen am Unternehmen zu beteiligen, wenn sie sich dafür vom RWE mit Strom versorgen ließen. Den Anfang machten 1905 die Städte Essen, Mülheim und Gelsenkirchen. Seit 1910 besaßen die rheinischen Kommunen die Mehrheit der Aufsichtsratssitze und seit 1920 auch die Mehrheit am Aktienkapital. Infolge der Inflation und Umstellung auf die Rentenmark verloren die Kommunen Ende 1923 zwar ihre Aktienmehrheit, sicherten sich aber durch Einführung des zwanzigfachen Stimmrechts für ihre Namensaktien die Majorität in der Hauptversammlung. Noch 1960 kämpften RWE und Städtetag erfolgreich gegen ein geplantes Verbot des Mehrfachstimmrechts im neuen Aktiengesetz, noch 1994 wurde RWE-Chef Friedhelm Gieske von den kommunalen Aktionären abgestraft, weil er an ihr mehrfaches Stimmrecht zu rühren wagte. Erst seinem Nachfolger Dietmar Kuhnt gelang es, eine einvernehmliche, für die kommunalen Aktionäre finanziell attraktive Lösung zu finden.

Aktie RWE

Aktie über 400 DM, DIN A 4 quer, ohne Kupons, stempelentwertet rückseitig
Essen, Juli 1955, # 744210

Abb. Firmensignet links.
Auflage: 147.250 St.

Aktie über 100 DM, DIN A 4 quer, ohne Kupons, perforiert „Muster“, ohne Kontrollunterschrift, ansonsten nicht entwertet, beschnitten
Essen, Februar 1961, # ohne Nummer

Abb. Firmensignet links.
Faks. Abs für den Aufsichtsrat.

Aktie über 1.000 DM, DIN A 4 quer, ohne Kupons, perforiert „Muster“, ohne Kontrollunterschrift, ansonsten nicht entwertet, beschnitten
Essen, Februar 1961, # ohne Nummer

Abb. Firmensignet links.
Faks. Abs für den Aufsichtsrat.

Aktie über 100 DM, DIN A 4 quer, ohne Kupons, Blankette, ohne Kontrollunterschrift, stempelentwertet rückseitig
Essen, März 1961, # ohne Nummer

Abb. Firmensignet links.
Faks. Abs für den Aufsichtsrat.

Aktie über 400 DM, DIN A 4 quer, Kupons Nr.15-20 (inkl. Erneuerungsschein), Blankette, ohne Kontrollunterschrift, stempelentwertet rückseitig
Essen, März 1961, # ohne Nummer

Abb. Firmensignet links.
Faks. Abs für den Aufsichtsrat.
dito perforiert „Muster“, ohne Kontrollunterschrift, ohne Kupons, ansonsten nicht entwertet, beschnitten

Aktie über 50 DM, DIN A 4 quer, ohne Kupons, stempelentwertet rückseitig
Essen, März 1969, # 0059762

Abb. Firmensignet links.

Aktie über 1.000 DM, DIN A 4 quer, Kupons Nr. 29-40 (inkl. Erneuerungsschein), Muster, aufgedruckt „wertlos“ rückseitig, ohne Kontrollunterschrift, lochentwertet
Essen, März 1971, # ohne Nummer

Abb. Firmensignet links.

Vorzugsktie RWE

Vorzugsaktie über 10.000 DM (100x100), DIN A 4 hoch, Kupons Nr. 15-20 (inkl. Erneuerungsschein), Blankette, ohne Kontrollunterschrift, stempelentwertet rückseitig
Essen, Februar 1961, # ohne Nummer

Abb. Firmensignet oben.
Faks. Abs für den Aufsichtsrat.

Vorzugsaktie über 50 DM, DIN A 4 hoch, ohne Kupons, stempelentwertet rückseitig
Essen, März 1969, # 0063946

Abb. Firmensignet oben.
Faks. Abs für den Aufsichtsrat.

Vorzugsaktie über 1.000 DM, DIN A 4 hoch, Kupons Nr. 29 und 40 (inkl. Erneuerungsschein), Muster, aufgedruckt „wertlos“ rückseitig, ohne Kontrollunterschrift, doppelte Abheftlochung links
Essen, März 1971, # 0000000

Abb. Firmensignet oben.
Faks. Abs für den Aufsichtsrat.

RWE Aktiengesellschaft

Aktie RWE

Aktie über 5 DM, DIN A 4 quer, ohne Kupons, stempelentwertet rückseitig
Essen, Dezember 1995, # 00097139

Abb. Firmensignet „RWE“, auch vielfach im Unterdruck.

Aktie über 100 DM (20x5), DIN A 4 quer, ohne Kupons, stempelentwertet rückseitig
Essen, Dezember 1995, # 20047640

Abb. Firmensignet „RWE“, auch vielfach im Unterdruck.

Aktie über 250 DM (50x5), DIN A 4 quer, ohne Kupons, stempelentwertet rückseitig
Essen, Dezember 1995, # 40049029

Abb. Firmensignet „RWE“, auch vielfach im Unterdruck.

Aktie über 1.000 DM (200x5), DIN A 4 quer, ohne Kupons, stempelentwertet rückseitig
Essen, Dezember 1995, # 60000063

Abb. Firmensignet „RWE“, auch vielfach im Unterdruck.
dito Muster, aufgedruckt „wertlos“ rückseitig, ohne Kontrollunterschrift, kompletter Kuponbogen Nr. 1-20 (inkl. Erneuerungsschein), lochentwertet, # 00000000

Aktie über 10.000 DM (2.000x5), DIN A 4 quer, ohne Kupons, stempelentwertet rückseitig
Essen, Dezember 1995, # 80002796

Abb. Firmensignet „RWE“, auch vielfach im Unterdruck.
dito Muster, aufgedruckt „wertlos“ rückseitig, ohne Kontrollunterschrift, kompletter Kuponbogen Nr. 1-20 (inkl. Erneuerungsschein), lochentwertet, # 00000000
dito perforiert „Muster“, aufgedruckt „wertlos“ rückseitig, ohne Kontrollunterschrift, lochentwertet, # 00000000


Vorzugsktie RWE

Vorzugsaktie über 5 DM, DIN A 4 hoch, ohne Kupons, stempelentwertet rückseitig
Essen, Dezember 1995, # 00038075

Abb. Firmensignet „RWE“, auch vielfach im Unterdruck.

Vorzugsaktie über 100 DM (20x5), DIN A 4 hoch, ohne Kupons, stempelentwertet rückseitig
Essen, Dezember 1995, # 20000285

Abb. Firmensignet „RWE“, auch vielfach im Unterdruck.

Vorzugsaktie über 250 DM (50x5), DIN A 4 hoch, ohne Kupons, stempelentwertet rückseitig
Essen, Dezember 1995, # 40012919

Abb. Firmensignet „RWE“, auch vielfach im Unterdruck.

Vorzugsaktie über 1.000 DM (200x5), DIN A 4 hoch, ohne Kupons, stempelentwertet rückseitig
Essen, Dezember 1995, # 60001167

Abb. Firmensignet „RWE“, auch vielfach im Unterdruck.
dito Muster, aufgedruckt „wertlos“ rückseitig, ohne Kontrollunterschrift, kompletter Kuponbogen Nr. 1-20 (inkl. Erneuerungsschein), lochentwertet, # ohne Nummer

Vorzugsaktie über 10.000 DM (2.000x5), DIN A 4 hoch, ohne Kupons, stempelentwertet rückseitig
Essen, Dezember 1995, # 80000465

Abb. Firmensignet „RWE“, auch vielfach im Unterdruck.
dito Muster, aufgedruckt „wertlos“ rückseitig, ohne Kontrollunterschrift, kompletter Kuponbogen Nr. 1-20 (inkl. Erneuerungsschein), lochentwertet, # ohne Nummer

Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich.
In dieser Auflistung fehlende Papiere besitze ich noch nicht, gerne erwarte ich Ihre Angebote.
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Unternehmensgeschichte

Vorbemerkung

„Sehen Sie, wenn Sie in ein leeres Zimmer hineinkommen und fassen neben der Tür an die Wand und drücken und es bleibt dunkel, dann ist das normal. Wenn aber, sobald Sie gedrückt haben, helles Licht aufflammt, so ist das nicht viel weniger als ein Wunder! Ich sage Ihnen das deshalb, weil es sich heute leider eingebürgert hat, alles für selbstverständlich zu halten, wozu es harter, jahrzehntelanger Arbeit sehr vieler, sehr gescheiter und tüchtiger Leute bedurft hat“ (Werner Heisenberg).

Gründung

1897 verpflichtete sich die „Electricitäts-Actien-Gesellschaft vorm. Lahmeyer“ die Stadt Essen mit Strom zu versorgen. Hierfür wurde dann am 25.04.1898 nach über 10-jährigen Überlegungen die RWE mit 2,5 Mio RM Grundkapital gegründet. Sie wurde unter maßgeblichem Einfluss von Hugo Stinnes gegründet, einem Pionier der wirtschaftlichen Expansion Deutschlands und nicht ganz unumstritten. Lahmeyer war also die Mutter und RWE die Tochter. Stinnes und der damalige Oberbürgermeister von Essen, Erich Zweigert, saßen im Aufsichtsrat, obwohl sie keine Anteile besaßen. Wegen wirtschaftlichen Problemen verkaufte aber Lahmeyer die RWE 1902 an ein Konsortium der Ruhrindustriellen u.a. auch Stinnes.
Grundlage des Unternehmens war eine auf 40 Jahre erteilte Konzession der Stadt Essen zur Benutzung der städtischen Straßen und Plätze für die Leitungen elektrischer Energie. 1899 wurde das erste Steinkohlekraftwerk in Essen errichtet, das 1900 mit einer Leistung von 2.000 Kilowatt den Betrieb aufnahm und seine Leistungsfähigkeit auch auf einem eigenen Stand auf der Pariser Weltausstellung demonstrierte. Im gleichen Jahr wurden die ersten Aktien der RWE emittiert.
Stinnes hatte die Idee, die Kommunen am Kraftwerk zu beteiligen, falls diese den Strom von RWE abnahmen. Schließlich gingen seine Pläne so weit, dass er überzeugt war, ohne die Hilfe staatlicher Stellen nicht voran zukommen. Ab 1905 beteiligten sich erste Kommunen an dem jungen Unternehmen. Sie hielten lange Zeit die Mehrheit der Aktien. Zudem hatten sie Mehrstimmrechtsaktien. Diese wurden erst 1998 abgeschafft.

Stammzentrale Essen 1905
Stammzentrale Essen 1905

Ausbau

Die RWE erwarb 1905 erste Beteiligungen an Straßenbahnunternehmen (Bochung-Gelsenkirchen, Rheinische Bahngesellschaft) und 1906 an der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft, welche auch die Essener Straßenbahn betrieb. 1906 erwarb die RWE das E-Werk Berggeist AG in Brühl und die Bergischen E-Werke in Solingen und dehnte damit das Versorgungsgebiet in die Kölner Bucht und das Bergische Land aus. Nach 3-jährigen Auseinandersetzungen mit den Kommunen des westfälischen Ruhrgebietes und der AEG gelang 1908 eine Abgrenzung der Versorgungsgebiete (Demarkation).
1914 machte die RWE durch die Inbetriebnahme des Kraftwerks „Vorgebirgszentrale“ den entscheidenden Schritt zur Braunkohlenutzung. Durch den Bau großer Kraftwerke in unmittelbarer Nähe von Braunkohlegruben wurde die Stromerzeugung billiger.
Um die hohen Preise des Kohlenkartells zu umgehen, baute Stinnes das erste RWE-Kraftwerk auf dem Grundstück seiner eigenen Kohlenzeche und versorgte die Turbinen mit dem Dampf aus dem Zechenkesselhaus. Direkt mit Kohle wollte er die Kessel des Kraftwerkes nicht beschicken, denn für jede Tonne verkaufte Kohle hielt das Kohlensyndikat die Hand auf. Diese Umgehung des Kartells machte ihn nicht beliebt, aber er konnte den Strom um 10-20 % billiger liefern.
RWE wuchs so gut, dass sie Lahmeyer 1923 kaufte. Die Aktien der ehemaligen Mutter, und nun Tochter, wurden auch von August Thyssen mitgekauft. Durch den Kauf von Lahmeyer sicherte sich RWE wichtige Positionen in Süddeutschland. Als Stinnes 1924 starb, gab es z.B. schon den Plan einer Hochspannungsleitung, mit der die rheinischen Kohlekraftwerke mit den Wasserkraftwerken im Süden verbunden werden sollten. Ab 1924 erfolgte der Bau der Nord-Süd-Verbundleitung zwischen dem rheinischen Braunkohlenrevier bei Köln und den Wasserkraftanlagen in den Alpen und im Schwarzwald⁄Oberrhein. Ab 1930 floss erstmals in Europa 220 KV Hochspannung zwischen dem RWE und dem Badenwerk und der Energieversorgung Schwaben. Die Braunkohle lieferte damit die günstige Grundlast und die Wasserkraftwerke die teurere Spitzenlast. Die Steuerung des Netzes erfolgte ab 1928 durch die Zentrale Brauweiler, hier wurde die Nutzung des Hochspannungsnetzes koordiniert. Wegen der dramatischen Inflation in Deutschland finanziert das RWE das Vorhaben durch USA Dollar-Anleihen.

Spannungen

Es gab aber auch Gemeinden, die sich dem RWE widersetzten wie z.B. Dortmund. Östlich von Essen war damit eine Grenze für die RWE entstanden. Die RWE bemühte sich die westfälischen Kommunen für eine einheitliche Energieversorgung zu gewinnen. Nachdem dies misslang stieg die RWE aus dem westfälischen Verbandselektrizitätswerk aus. Die Kommunen gründeten daraufhin die „Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen“.
Einen regelrechten Kampf gab es auch mit Preußen. Dort wollte man eine eigene Landesversorgung aufbauen. 1927 kam es jedoch zum „Elektrofrieden“. Die Demarkationslinie verlief von der Nordsee, die Weser entlang nach Frankfurt⁄M. Preussen gründete daraufhin schnell seine Preussische Elektrizitäts AG, Bayern und Baden hatten dies schon vorher getan.
Der stärkste Rivale der RWE wurden die EWAG, die reichseigenen Elektrowerke. Die EWAG hatte ihre Stellung in den Braunkohlenrevieren Mitteldeutschlands. Auch die EWAG wollte eine Verbundleitung zu den Wasserkraftwerken im Süden. Während die EWAG mit Bayernwerk und Preußen-Elektra zusammenarbeitete, machte die RWE dies mit VEW und dem Badenwerk. 1928 wurde gemeinsam mit dem Badenwerk das Wasserkraftwerk Schluchsee im Schwarzwald gebaut und 1930 in Betrieb genommen.
Auch das Verhältnis zu den Lieferanten der Kohle war spannungsgeladen. RWE betrieb anfangs seine Kraftwerke nur mit Steinkohle. Aber die Braunkohle war billiger und so stieg RWE 1914 verstärkt in Braunkohlen-Feuerung ein. Braunkohle konnte aber auch zur Benzingewinnung herangezogen werden, dies besonders nach dem 1. Weltkrieg. Durch Kohlehydrierung konnte das Deutsche Reich wieder an Benzin kommen. Demzufolge musste der Anteil der Braunkohle im Kraftwerk reduziert und der der Steinkohle wieder erhöht werden. Das freute natürlich das Steinkohlen-Syndikat. Diese gründeten 1937 die Steag (Steinkohlen-Elektriziäts AG) als Konkurenz zu RWE.

Beteiligungen

Aus dem Nachlass von Hugo Stinnes erwarb das RWE 31 % von Hochtief. Auch eine Beteiligung an der „Rheinischen Elektrizitäts AG“ (später „Rheinelektra“) wurde erzielt. Dadurch erhielt die RWE Absatzgebiete in der Rheinpfalz, in Rheinhessen und Niedersachsen. In der „Ruhrgas AG“ wurden die Kokereigas-Gesellschaften zusammengeführt.
1940 erwarb die RWE-Tochter Rheinelektra die Mehrheit an der 1850 gegründeten „Schnellpressen AG Heidelberg“. Mit dem von 1914-1985 produzierten „Heidelberger Tiegel“ wurde das Unternehmen der größte Druckmaschinenhersteller der Welt.

Kriegswirtschaft

Die Kriegswirtschaft während des 2. Weltkriegs benötigte enorm viel Strom. Aber 1942 begannen bereits Bombenangriffe auf einzelne Kraftwerke. Deshalb bezog die RWE die Kraftwerke der besetzten Gebiete in Westeuropa in das deutsche Verbundnetz mit ein. Besonders waren dies Belgien, die Niederlande und Frankreich. Aber die Leitungen wurden zum Teil erst nach Kriegsende fertig. Dann floss hierüber Reparationsstrom aus Deutschland in die Nachbarstaaten.
Das RWE-Verbundnetz brach kurz vor Kriegsende zusammen, die Stromlieferungen aus der Schweiz wurden gestoppt.

Neuaufbau

Die Alliierten sperrten zunächst die RWE-Auslandsbeteiligungen und die Stein- und Braunkohlebetriebe wurden unter alliierte Kontrolle gestellt. Allerdings unterstützten die westlichen Besatzungsmächte den Aufbau der Stromversorgung und das RWE Hochspannungsnetz war 1948 wieder betriebsbereit. Die Stromrationierung konnte aufgehoben werden.

Strom

Nach dem 2. Weltkrieg war Steinkohle rar und damit hatten die Steinkohlen-Bergwerke eine gute Stellung. Sie versuchten deshalb erneut den Anteil der Steinkohle an der Verstromung zu erhöhen. Sie gründeten 1947 die Vereinigung der Industriellen Kraftwirtschaft (VIK) und propagierten 1948 das Projekt „Ruhrsammelschiene (RUSA)“. Damit sollten 22 Steinkohle-Kraftwerke unter der Kontrolle des Steinkohle-Vereins entstehen. Die damit produzierten 2.900 MW sollten zu einem Drittel in die Bergwerke selbst eingespeist werden und zu zwei Dritteln in das öffentliche Netz. Aber man einigte sich doch recht schnell mit dem RWE. Der Kompromiss sah vor, dass RWE auf den Bau von eigenen Steinkohle-Kraftwerken verzichtete und 30 Jahre lang aus den VIK-Kraftwerken Strom bezog. Die VIK verzichtete auf „RUSA“ und transportierte den eigenen Strom über das RWE-Netz.
Als letztes deutsches E-Werk wurde die RWE 1952 aus der alliierten Kontrolle entlassen. Die großen Ruhrkonzerne und der Ruhrbergbau wurden in kleinere Unternehmen aufgesplittet. Die vertikalen Produktionsverbindungen (Steinkohlebergbau zur Hüttenindustrie) wurden zerschnitten. Die RWE-Zechen lehnten einen Zusammenschluss mit anderen Zechen ab und verblieben bei der RWE. Sie wurden in der „Gewerkschaft Steinkohlenbergwerk Victoria Mathias, Essen“ zusammengefasst.

Weitere Entwicklung

Seit Mitte der 50er Jahre war die RWE im Atomkraftwerkbereich tätig. Die seit 1958 anhaltende Kohlenkrise zwang auch die RWE zur Einstellung der Kohlenförderung auf der letzten Zeche Victoria Mathias. Die kleineren Steinkohlen-Kraftwerke wurden unrentabel. Deshalb wurde auch das Stammwerk (das erste RWE-Kraftwerk) stillgelegt. Nach dem Abriss wurde auf dem Boden das RWE-Rechenzentrum errichtet.
Das 3. Verstromungsgesetz führte 1974 den Kohlepfennig ein und führte zum verstärkten Einsatz der Steinkohle. Daraufhin wurden mit Steag und Veba weitere Kraftwerke gebaut.
1990 wurde die RWE grundlegend umstrukturiert und der Unternehmensbereich Energie ausgegliedert. Außerdem kam es zur Umfirmierung in RWE AG. Die RWE wurde konzernleitende Holding.
1998 verloren die Gemeinden das Mehrfachstimmrecht. Die Kommunen verkauften ihre Mehrstimmrechte an die Vorzugsaktionäre. Diese wandelten dadurch ihre stimmrechtslosen in stimmberechtigte Aktien um. Am 25. Juni war die Umwandlung von 135 Mio. Vorzugsaktien in Stammaktien abgeschlossen. Die Kommunen verfügten dadurch nur noch über 35 % der Stimmen. 1995 wurden die 50-DM-Aktien auf 5-DM-Aktien umgestellt.

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