Elephanten ActienGesellschaft Konstanz

Juxaktie Elefanten-AG Vorderseite
1. Seite
Juxaktie Elefanten-AG Rückseite
4. Seite

Aktie (Juxaktie) über 1 Stück, 28,6 cm x 19,8 cm, ohne Kupons, 4 S., nicht entwertet
Konstanz, 1980, # 801881

Abb. Narren aus historischer Sicht.
Das Papier wurde anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der 1. Konstanzer Narrengesellschaft ausgegeben.

Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich.
In dieser Auflistung fehlende Papiere besitze ich noch nicht, gerne erwarte ich Ihre Angebote.

Gründungsgeschichte

Im Januar 1880 gründeten drei Konstanzer Bürger, Konditormeister C. Otto Noppel, Kaufmann Karl Schaller und Kaufmann Michael Federspiel, die „Elefanten-Actien- und Faschingsgesellschaft zu Konstanz“, die erste Konstanzer Narrengesellschaft.
Der Name „AG“ rührte von einer gestifteten wertlosen Aktie einer bankrotten Konstanzer Baugesellschaft her. Aktiengesellschaften waren in den 1870er Jahren allgemein groß in Mode gekommen.
Neben dem Elefanten selbst deuteten auch alle anderen damals verwendeten Utensilien auf die britische Kronkolonie Indien hin. Der Elefant stand 1880 wie die Kolonialwaren, die man zu dieser Zeit in den vielen Kolonialwarenläden erwerben konnte, für das Exotische schlechthin.
Unermüdlich warb man Mitglieder, die einen Jahresbeitrag von immerhin einer Goldmark entrichteten. Angesichts der Kosten für Veranstaltungen reichten die so erzielten Einnahmen jedoch nicht aus. Dank eines besonderen Gönners, des Kunstmalers Joseph Vincent, wurden die meisten finanziellen Probleme der Gründerjahre allerdings immer gelöst. Er stiftete den Tischelefanten, die Präsidentenglocke und beglich manche offene Rechnung. Als weitere Insignien der Elefanten AG kamen noch das Präsidentenszepter und 1895 die von den Elefantinchen gestiftete Elefantenfahne hinzu.

Elferrat und Veranstaltungen

Als die Mitgliederzahl von 14 im Jahr 1881 auf über 200 im Jahr 1883 anstieg, benötigte die Elefanten AG eine geordnete Struktur. 1883⁄84 formte deshalb Otto Müller den Elferrat nach rheinischem Vorbild. Statuten gab es jedoch bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts nicht. Dafür führten die Narren Mitte der 1880er Jahre die roten Fräcke ein, und die Elefantenmütze⁄kappe wurde obligatorisch. Man leistete sich seit 1884 eine eigene Narrenzeitung und ab Mitte der 1880er Jahre sogar einen eigenen Diener.
Solide aufgestellt konnte die Elefanten AG sich der Brauchtumspflege und den verbindenden Elementen widmen: „Nur guten Humor und Witz, alles andere ist ausgeschlossen!“ Später wurde hieraus das Motto: „Allen wohl und niemand weh!“.
Vereinzelte Maskenbälle oder humoristische Abende wurden an der Konstanzer Fasnacht damals zwar auch von anderen organisiert, jedoch weder im Umfang noch in der Regelmäßigkeit wie nun bei der Elefanten AG. Als Erstes entstanden Anfang der 1880er Jahre die Elefanten-Herrenabende in verschiedenen Lokalen. Die regelmäßigen Elefantenbälle wurden im Festsaal des Inselhotels durchgeführt. Ab 1888 kamen die Damenabende im „Inselsaale“ hinzu, die mit Tanz verbunden waren. Ab 1890 wurden die Elefantenredouten mit Preisverleihung für das beste Kostüm im Inselhotel abgehalten. Das erste Elefanten-Konzert wurde 1911 organisiert. Im Barbarossa fanden die Elfer- und Elefantenfrühschoppen statt.
Gleichgültig wie schlecht die finanzielle Lage auch war, in jedem Jahr seit der Gründung ging der Elferrat als originelle Gruppe verkleidet am Schmotzigen Dunnschtig auf die Konstanzer Straßen zum Schnurren und Geldsammeln für die Umzüge. Von Anfang an war die Straßenfasnacht das zweite Standbein der Elefanten AG neben der Saalfasnacht.


Orden der Elefanten AG
Orden 1980, 100 Jahre 1880-1980 Elefanten A.G. Konstanz

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