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Bei mir haben sich inzwischen zahlreiche Dubletten an historischen Wertpapieren angesammelt, die ich gerne vertausche oder verkaufe!

Historische Wertpapiere

Lexikon für Wertpapiersammler

AG
Siehe auch unter Aktiengesellschaft.
Aktien
Aktien werden ausgegeben von Aktiengesellschaften und verbriefen ihrem Inhaber einen Anteil am Gesamtvermögen und bestimmte Unternehmensrechte. Auf einer Aktienurkunde stehen in der Regel der Name der Gesellschaft, der Nennwert, der Ausstellungsort, das Datum der Ausgabe, Unterschriften von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Wertpapierdruckerei. Die Aktie besteht aus einem Mantel, der eigentlichen Aktienurkunde und bei Inhaberaktien meist zusätzlich aus einem Kuponbogen. Diese Bögen bestehen aus mehreren Abschnitten, die der Aktionär an die Gesellschaft schickte bzw. bei seiner Bank einreichte, um darauf seine Dividende zu erhalten. Im unteren Teil des Kuponbogens ist ein so genannter Erneuerungsschein abgedruckt. Waren alle Kupons abgetrennt und im Laufe der Jahre verbraucht, forderte der Aktionär mit diesem Teil einen neuen Bogen an.
Man unterscheidet Inhaberaktien, Namensaktien, vinkulierte Namensaktien, Stammaktien, Vorzugsaktien, Volksaktien, Globalaktien, Blanketten und Musteraktien.
Aktienbuch
Ein Aktienbuch oder Aktienregister ist ein Verzeichnis, das von einer Aktiengesellschaft geführt werden muss, die Namensaktien ausgegeben hat. Es enthält alle Inhaber von Namensaktien mit Name, Geburtsdatum und Adresse sowie der Stückzahl oder der Aktiennummern und bei Nennbetragsaktien den Nennbetrag. Wer nicht im Aktienbuch eingetragen ist, zählt nicht als Aktionär und kann nicht die Gesellschaftsrechte eines Aktionärs, namentlich das Stimmrecht, ausüben.
Aktiengesellschaft
Durch die Ausgabe von Aktien beschafft sich ein Unternehmen haftendes Eigenkapital. Der Inhaber einer Aktie (Aktionär) ist also Teilhaber bzw. Miteigentümer am Vermögen der AG. Seine Rechte werden durch das Aktiengesetz geschützt. Das deutsche Aktiengesetz sieht wesentliche Regeln vor, die auch schon in früheren Jahren Bestand hatten. So haftet die Aktiengesellschaft für Verbindlichkeiten Gläubigern gegenüber ausschließlich mit dem Gesellschaftsvermögen. Eine weiter gehende Haftung ist wie schon bei den frühen Aktiengesellschaften ausgeschlossen.
Für viele Anleger ist der Begriff des "Nennwertes" nicht ganz verständlich, da dieser in der Regel deutlich von Aktienkurs abweicht. Vereinfacht gesagt bestimmt der Nennwert in Relation zum Gesamtgrundkapital die Anzahl der ausgegebenen Anteile.
Aktionär
Der Aktionär ist Anteilseigner einer Aktiengesellschaft. Er besitzt bestimmte Mitgliedschaftsrechte, die im Aktiengesetz zu finden sind. Hauptrechte sind in dem Recht zur Teilnahme an der Hauptversammlung, dem Stimmrecht und bestimmten Auskunftsrechten zu sehen. Der Aktionär hat den Anspruch auf seinen Anteil am Unternehmensgewinn, soweit dieser nicht nach Gesetz, Satzung oder Hauptversammlungsbeschluss ausgeschlossen ist. Er haftet für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft nur mit seiner Einlage.
Anfänge
Historische Wertpapiere werden noch nicht lange gesammelt. Bekannt ist, dass bereits in den 1870er Jahren ein Mr. Haseltine Anleihen der Konföderierten Staaten von Amerika sammelte. In den 1920er Jahren fand der Broker Roland M. Smythe Gefallen an den Papieren und riet, diese ja nicht wegzuwerfen. "Sie werden in Euren Händen noch zu Gold werden".
In Deutschland waren es wohl Ulrich Drumm und Alfons Henseler, die das Sammeln von Wertpapieren publik machten. 1976 erschien die erste Sammlerzeitschrift und bald danach starteten die ersten Auktionen.
Anleihen
Siehe auch unter Renten.
Anteilscheine
Anteilscheine sind Wertpapiere, die einen Anteil an einer GmbH oder die Mitgliedschaft in einer Genossenschaft bestätigen.
Aufbewahrung
Historische Wertpapiere sollten in weichmacherfreien, dokumentenechten und säurefreien Hüllen in Alben gelagert werden, damit das Papier nicht angegriffen wird.
Papier altert und sollte rechtzeitig restauriert werden. Verlangsamt werden kann die Zerstörung des Papiers durch kühle, besser noch durch kalte Lagerung. Besonders wichtig ist, dass starke Temperaturschwankungen vermieden werden. In gut geheizten Wohnzimmern, die nachts kühler werden, leiden Papiere besonders stark und altern früh.
Die Wertpapiere sollten nie grellem Licht oder der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden, z.B. wenn sie gerahmt an der Wand hängen. Seltenen Papieren sollte man diese Aufbewahrung allerdings nicht antun. Für wertvolle Stücke empfiehlt sich zudem die Aufbewahrung in einem Tresor.
Aufsichtsrat
Aufsichtsrat ist ein Kontrollgremium bei Kapitalgesellschaften und Organisationen. Die Einrichtung eines Aufsichtsrates ist teilweise gesetzlich vorgeschrieben, teilweise per Satzung o Gesellschaftsvertrag vereinbart. Wesentlicher Teil eines Aufsichtsrates ist die angemessene Kontrolle des Vorstandes.
Auktionen
In Deutschland gibt es natürlich nicht nur Händler, die ersten Auktionen für Wertpapiere fanden bereits Mitte 1970er Jahre statt und sorgten bald für mehr Transparenz im Markt. Versteigerungen waren schon immer ein wichtiger Umschlagplatz vor allem für selten angebotene Wertpapiere und ein Treffpunkt für Sammler aus aller Welt. Beteiligt sind an den Auktionen Saalbieter, Schrift- und Telefonbieter. Spannend und erfreulich für Einlieferer und Auktionator wird es, wenn zwei Sammler das selbe Stück erwerben wollen und keiner bereit ist nachzugeben. So mancher hat dann später bereut, dass die Gier mit ihm durchgegangen ist.
Die Kataloge zu den Auktionen sind ein wichtiges Informationsmittel zu Unternehmen und ihre ausgegebenen Papiere für den Sammler.
Man unterscheidet Präsenzauktionen, an denen Sammler selbst anwesend sind und mitbieten sowie Fernauktionen, die nur schriftliche Gebote annehmen.
Häufigere Wertpapiere, manchmal aber auch sehr seltene kann man auch bei eBay ersteigern. Hier sind die Unkosten deutlich niedriger und auch die Zuschlagpreise bleiben im Erträglichen. Manchmal sind sie richtig günstig. Nicht umsonst decken sich hier auch Händler billig ein.
Ausstellungen
Von Ausstellungen erfährt man in Presse, in Fachzeitschriften o auch im Internetcafé von eBay. Ausstellungen sollte man sich nicht entgehen lassen. Sie geben einen Einblick in Sammelgebiete und Themen, die man sonst meist nicht so gut kennt.
Autographen
Unter Autographen versteht man alte Aktien, die Original-Signaturen (eigenhändige Unterschriften) o Texte einer bekannten Persönlichkeit tragen. Diese besons in den USA vorkommenden Papiere sind für die meisten Sammler inzwischen jedoch wohl zu teuer. Aber auch das Papier des Ilmenauer Kupfer- und Silberbergwerks, unter das Dichter Joh. Wolfgang von Goethe seine Unterschrift setzte um auf steigende Rohstoffpreise zu spekulieren, ist für den normalen Sammler wohl kaum zu erreichen. Dennoch geht schon eine besone Faszination von Papieren aus mit originalen Unterschrift von solch berühmten Pionieren wie Edison, Ford, Rockefeller, Rothschild und Vanbilt, aber auch von Persönlichkeiten wie Mannesmann o Siemens, die zur Legende geworden sind.
BADV
Siehe auch unter BARoV.
BARoV
Die "Bundesanstalt zur Regelung offener Vermögensfragen" wird seit Januar 2006 "Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen" (BADV) genannt. Diese Abteilung war für die Versteigerung Bestände von Wertpapieren zuständig, die als Reichsbankschatz bezeichnet wurden.
Basare
Basare machen einfach nur Spaß. Hier treffen sich Sammler mit Gleichgesinnten, evtl. mit Händlern und Auktionatoren um nach Schätzen zu suchen o auch nur um ein Schwätzchen zu halten, alte Freunde wie zu treffen usw. Vielleicht findet man auch das eine o ans Schnäppchen o kann seine Dubletten verwehrten.
Berichtigungsaktien
Sie werden ausgegeben, wenn eine Aktiengesellschaft offene o stille Rücklagen in dividendenberechtigtes Grundkapital umwandelt. Die gesamten Eigenmittel Gesellschaft werden dadurch nicht veränt, so dass die Beteiligung des Aktionärs gleich bleibt. Berichtigungsaktien werden häufig Aufstockungs- o Zusatzaktien, fälschlich auch Gratisaktien genannt. Sinnvoll wird eine Ausgabe von Berichtigungsaktien, wenn ein Missverhältnis zwischen Höhe des Nominal- und des tatsächlichen Eigenkapitals entstanden ist, d.h. wenn die Rücklagenbildung so stark ist, dass Börsenkurs Aktie optisch zu "teuer" wird.
Besserungsscheine
Besserungsscheine wurden von einigen Unternehmen nach dem 2. Weltkrieg ausgegeben. Sie verbrieften ein Recht für z.B. Anleihenbesitzer, die Ihre Gel von bestimmten Firmen nicht zurückbezahlt bekamen, da diese Unternehmen auf Grund Kriegsereignisse hierzu nicht in Lage waren. Diese Scheine stellten den Inhabern eine Zahlung in Aussicht, sofern die Firmen eine staatliche Ausgleichszahlung für die erlittenen Kriegsschäden erhalten sollten.
Bewertung
Die Bewertung von Wertpapieren siehe unter Kapitalanlage.
Bezugsquellen
Bezugsquellen für Historische Wertpapiere sind
- Auktionen,
- Sammlertreffen,
- Kauf beim Händler,
- Ersteigerung bei eBay,
- Tausch mit anen Sammlern.
Blanketten
Bei Blanketten (eigentlich "Blanketts") handelt es sich um fertig gedruckte Wertpapiere, die nicht gelaufen sind, um Ersatzpapiere bei denen die Aktien keine laufende Nummer (auch keine Nullen) und keine Kontrollunterschrift haben. Diesen Papieren fehlt somit noch die Gültigkeit. Blanketten wurden zumeist bei den Aktiengesellschaften selbst verwahrt o bei den Banken hinterlegt, die das jeweilige Unternehmen maßgeblich betreuten (z.B. bei Hauptversammlungen als Hinterlegungsstelle fungierten). Sie wurden für den Fall hergestellt, dass eine Aktienurkunde, durch was auch immer, vernichtet o stark beschädigt wurde. In diesem Fall erhielt die Blankette die Nummer vernichteten Aktienurkunde, einen extra Stempelaufdruck "Ersatzurkunde" mit extra Originalunterschriften sowie die übliche Kontrollunterschrift, sofern Besitzer auf einer Ersatzlieferung bestand (Alternative: papierlose Verwahrung im Aktiendepot). Die ganze Aktion wurde auch in einem so genannten Aktienbuch dokumentiert. Für den Fall, dass auch Dividendenbogen vernichtet wurde, wurde dieser ebenso erneuert. Insofern hielten die Banken natürlich zu den Aktienblanketten auch passende Blankobögen bereit. Solche Ersatzurkunden gibt es natürlich, man kann aber davon ausgehen, dass es sich dabei um Raritäten handelt, denn früher ist man mit Wertpapieren natürlich eher behutsam umgegangen. Kam es wirklich einmal vor, dass ein Stück beschädigt wurde o verloren ging, dann wurde, wenn das Eigentum nachgewiesen werden konnte, ein Ersatzstück ausgestellt.
Die jeweiligen Aktiengesellschaften haben aber immer auf "Halde" gedruckt, somit waren Blanketten im Zweifelsfall sehr gut verfügbar, solange die AG noch existierte. Vorstand rief bei Bank an und bat um Übersendung Anzahl X von Blanketten und dann lief das auch. Aber Vorsicht, Blanketten können durchaus selten sein. Auch anlässlich von Pleiten, Liquidationen, Fusionen, Aktienumtausch usw. dachte oft niemand mehr an die in irgendeinem Tresor schlummernden Blanketten. Wenn die finanzielle Transaktion abgeschlossen war, spielte das auch keine große Rolle mehr. Blanketten durch Manipulationen zu Aktien aufzuwerten, nutzte nichts mehr. So ist es verständlich, dass relativ viele Beispiele von Aktienblanketten bekannt sind, teilweise sogar in nicht entwerteter Form.
Aber Achtung, Blanketten sind nicht immer Blanketten. Man geht richtigerweise von Blanketten aus, welche auf dem Originalpapier Aktie gedruckt wurden. Es kam aber auch schon vor, dass ein Auktionator in seiner Auktion eine Blankette angeboten hat, welche nach genauer Prüfung ein Druckmuster auf normalem Papier war. Es gilt also "aufpassen" damit man auf solche Auktionatoren nicht hereinfällt.
Blanketten von Pfandbriefen wurden allerdings nicht von Bank selbst, sonn von einem staatlich bestellten Treuhän verwahrt. Eine Verwendung bzw. Herausgabe war nur auf Grund eines Ausschlussurteils (Aufgebotsverfahren wegen Verlust) o durch Austausch eines nicht mehr börsenfähigen Umlaufstückes (schwere Beschädigung) möglich. Die Nachzifferung musste dann ausschließlich von Wertpapierdruckerei erfolgen, welche die Emission gedruckt hatte, wobei hierfür die Originalziffernwerke zu benutzen waren. Die Verwendung von Blanketten von Hypothekenpfandbriefen o Kommunalobligationen unterlag somit strengsten Sicherheitsmaßnahmen. Nach Fälligkeit Emission wurden die nicht benötigten Blanketten generell vernichtet.
Börse
Unter einer Börse versteht man einen Platz, an dem gültige Wertpapiere gehandelt werden.
Börsenhandbücher
Die wichtigsten Börsenhandbücher in Deutschland sind "Saling´s Börsen-Jahrbuch" (seit 1868) sowie das "Handbuch deutschen Aktiengesellschaften" (seit 1896). Sie geben Auskunft u.a. über die jeweiligen Aktiengesellschaften eines Jahres.
Bogen
Siehe auch unter Kuponbogen.
Boom
Unter Boom versteht man einen allgemeinen und nachhaltigen Aufschwung in wirtschaftlichen Gesamtentwicklung mit entsprechen Auswirkung auf die Börse. Im Hinblick auf die Finanzmärkte wird speziell vom Börsenboom, Hausse, gesprochen. Ein Boom an Börse ist durch deutliche Kurssteigerungen gekennzeichnet.
Buchdruck
Buchdruck ist eine besone Form des Hochdrucks.
Bust
Unter Bust versteht man einen deutlichen Abschwung wirtschaftlichen Entwicklung. Begriff wird meist als Gegensatz zu "Boom" verwendet. Mit "Boom und Bust" wird das Auf und Ab Konjunktur und Börsenkurse beschrieben.
DM-Aktien (Beschaffung)
Fachmann spricht und gibt Insi-Tipps zur Beschaffung von DM-Aktien, nachdem Euro die DM abgelöst hat. Man gehe hin und nehme einen Briefbogen (möglichst nach Privatmann aussehend) und schreibe die PR-Abteilung jeweiligen mittleren bis großen AG an. Dort erkläre Anfragende seine Sammelleidenschaft und bitte freundlichst um ein Aktien-Belegexemplar, sei es als Muster, sei sie als echte Aktie. Und selbstverständlich wird angeboten die Kosten des Versands und den Wert (Börsenkurs) in üblicher Höhe zu erstatten (in Hoffnung nichts berechnet zu bekommen ...).
Funktioniert das wirklich? Unser Fachmann lächelt wissend und spielt Radio Eriwan: „Im Prinzip ja!". Sollte also wirklich in dieser Branche teuer verkauft werden, was die Unternehmen auch so und sogar ohne Kosten nur für den Einsatz einer Briefmarke hergeben? Unser Fachmann lächelt wie: „Im Prinzip ja!" und erklärt nun die Beobachtungen bei Beschaffung von Original-Wertpapieren durch den sog. Bettelbrief: Grosse Unternehmen des DAX⁄MDAX versenden gerne Musteraktien (manche sogar Specimen), die auch zu Werbezwecken eingesetzt werden. Man denke nur die Telekom, BMW, Daimler-Chrysler, VW, Fraport, Deutsche Post u.a. In einigen PR-Abteilungen sind selbst die Muster rar geworden, einige begrenzen auf ein Exemplar pro Anfrage, ane streuen die Specimen⁄Musteraktien breit und in grösseren Mengen an den Anfrager. Bei einer Gesellschaft hat unser Fachmann sogar den Musteraktien-Restbestand PR-Abteilung abgequatscht.
Ane Gesellschaften benutzen die Aktien für ihre Werbestrategien. Dazu zählen z.B. die Achterbahn AG, die Beate Uhse, ganz klassisch aber auch die AG für Historische Wertpapiere mit ihrer wunschönen optischen Gestaltung. ′Abstauben′ meist nein, aber Versuch macht bekanntlich klug.
Kleinere Gesellschaften (dazu zählen ganz besons auch regionale AGs) fertigen effektive Stücke für ihre Aktionäre aus. Manche senden Blanketten, manche aber auch gültige Papiere, seltener bei Namensaktien, häufiger bei Inhaberpapieren. Häufig sind persönliche Geschenke an eben diesen Papieren, je kleiner und weniger angefragt eine Gesellschaft ist desto höher ist die Chance erfolgreich „abzustauben". Auf die Gültigkeit Papiere und die Börsennotiz wird dabei durchaus nicht geachtet, also auch keine Werterstattung (Kurswert) und kein Ersatz Versandkosten gefort.
Sehr effektiv ist vorherige Anruf bei PR-Abteilung (man kann dann den Ansprechpartner persönlich anschreiben ... unter Bezugnahme auf unser Telefonat vom ...) o bei dem zuständigen Werbemanager (... das werden wir schon hinkriegen ...) o bei kleinen AGs bei Vorstandssekretärin (... legen Sie doch ein gutes Wort ein ... Aufbau Sammelbestand ... da muss doch Ihre AG geführt sein ...). Klappt′s dann doch nicht kann bei dem jeweiligen Ansprechpartner nachgefragt werden, sich merkwürdigerweise für den Erfolg oftmals verantwortlich fühlt.
DM-Aktien (Gestaltung)
Stammaktien wurden meist im Quer- und Vorzugsaktien im Hochformat in Größe DIN A4 gedruckt. Das Zertifikat enthält den Firmennamen, den Nennwert, auf den die Aktie lautet sowie eine Nummer. Namensaktien enthalten zudem den Namen des Anteilsbesitzers. Als Sicherheitsmerkmal dient das Trockensiegel, das im Prägedruck hergestellt wurde und ertastet werden kann. Auf je Aktie stehen in Regel Ausgabeort und Ausgabedatum. Darunter befinden sich die Faksimile-Signaturen von Aufsichtsrat und Vorstand. Es gibt allerdings immer wie Ausnahmen, vor allem von Papieren, die nicht an einer „regulären" Börse gehandelt werden konnten.
Druck von Wertpapieren
Es gibt verschiedene Druckarten:
Hochdruck,
Tiefdruck,
Flachdruck,
Kombinationsdruck.
Die verschiedenen Druckarten wurden bei Historischen Wertpapieren in unterschiedlicher Weise berücksichtigt, die u.U. für den Sammler bedeutend sein können. Name Druckerei steht bei Wertpapieren meist klein am unteren o seitlichen Rand.
eBay
ebay ist eine Fundgrube für Sammler von Historischen Wertpapieren. Es ist das führende Internet-Auktionshaus! Das umfangreiche, breit gefächerte Angebot zieht Käufer in großen Mengen an. Aber auch Verkäufer werden von eBay angesprochen, weil sie hier die meisten Käufer finden. Jeden Tag finden sich bei eBay Millionen von Artikeln.
Bei Historischen Wertpapieren ist ebay weltweit die größte Internet-Auktionsplattform, mit wachsen Tendenz. Ständig sind tausende alter Wertpapiere im Angebot. Im Cafe erhält man von Sammler-Gemeinschaft auf jede Frage eine Antwort.
EDHAC
Um neuen Sammlern Lehrgeld zu ersparen, haben am 19.07.1975 sechzehn Sammler den EDHAC als Interessenvertretung Sammler gegründet. In seiner Satzung setzt sich Club u.a. das Ziel, die Verbreitung des Sammelns historischer Wertpapiere aller Art, die Beratung von Sammlern dieser Papiere und die Beteiligung an Unterhaltung des Ersten Deutschen Historic-Actien-Museums (EDHAM) e.V. in Kürnbach zu förn.
Emission
Unter Emission versteht man die Ausgabe von Wertpapieren, ihre Unterbringung im Publikum und die Einführung in den Börsenhandel.
Erhaltungsgrade
UNC = uncirculated, neuwertig, vollständig erhalten, ungefaltet außer zwischen Mantel und Kuponbogen, Papier sauber (ohne Flecken), ungelocht
EF = extremly fine, außerordentlich fein, fast neuwertig, vorzüglicher Zustand, sehr leichte Gebrauchsspuren, im Mantel höchstens einmal gefaltet
VF = very fine, sehr fein, mehrere Knickfalten, mittlere Gebrauchsspuren, schwach gefleckt, kleinere Randeinrisse, Klammerlochungen
F = fine, stärkere Gebrauchsspuren, mehrmals gefaltet, mäßig starke Flecken, leichte Risse, kleinere Fehlstellen in Falz, fachgerechte Restauration notwendig.
Erneuerungsschein
Ein Erneuerungsschein (auch Talon) ist ein so genanntes Nebenpapier Aktie o Inhaberschuldverschreibung, das zum Bezug neuer Zinsschein- o Dividendenscheinbögen berechtigt. Erneuerungsschein ist ein einfaches Legitimationspapier. Meist ist Erneuerungsschein am unteren Ende des Kuponbogens abgedruckt.
Fachliteratur
An Fachliteratur und Fachzeitschriften zum Thema Historische Wertpapiere sollte man nicht sparen. Man findet sie im Buchhandel, in Antiquariaten und bei eBay. Literatur zu einzelnen Unternehmen erhält man manchmal auch kostenlos von den entsprechenden Firmen.
Fälschungen
Sowohl gültige Aktien, Kupons etc. als auch Sammlerstücke werden von Fälschern gerne nachgemacht. Seit es Farbkopierer gibt, ist dies auch relativ einfach. Zumindest folgende Kriterien sollte man daher immer überprüfen:
- Prägestempel sollte beim Betasten neuerer Wertpapiere erfühlbar sein.
- Guillochen sollten sichtbar sein.
- Das Wasserzeichen sollte sichtbar sein.
- Dem Fachmann helfen manchmal die Wertpapiernummer und die Papierart weiter.
- Vor allem sollte man das Papier sehr genau betrachten und einen evtl. recht kleinen Aufdruck "Nachdruck" o "display" nicht übersehen.
Ansonsten sind Wertpapiere vor Fälschungen relativ sicher, da häufig eine Kombination verschiener Druckverfahren angewandt wird. Weitere Sicherheitsmaßnahmen sind Prägedruck, Guillochen, mehrstufige Wasserzeichen, Sicherheitsfäden, fluoriszierende Farbpunkte, Kippeffekte usw.
Faksimile
Die Unterschriften auf Wertpapieren sind mit Ausnahme von Kontrollunterschriften meist Faksimile, d.h. sie sind vorlagengetreu nachgebildet und gedruckt. Ausnahmen gibt es vor allem auf älteren US-Aktien und auch auf Papieren von recht kleinen Gesellschaften, die nur wenige Wertpapiere herausgaben. Auch Globalurkunden, die z.B. die Gesamtheit einer Kapitalerhöhung umfassten, sind meist mit Originalunterschriften versehen.
Festverzinsliche Wertpapiere
Siehe auch unter Rentenwerte.
Firmensitz
Firmensitz ist Standort Firmen- o Konzern-Zentrale. Es kann sich hierbei sowohl um eine große Anlage handeln o auch nur um ein kleines Büro, das den Hauptbetätigungsort Firma ausmacht. Nach dem Firmensitz richtet sich Eintrag ins Handelsregister, soweit dieser sein sollte und in Zweifelsfällen auch Gerichtsstand bei Streitigkeiten zwischen Unternehmen o Vollkaufleuten. Ein seit Gründung unveränt bestehen Firmensitz wird auch als „Stammsitz“ bezeichnet. Vom Firmensitz zu unterscheiden sind die Zweignielassungen eines Unternehmens.
In den USA unterscheidet man zwischen Firmensitz (headquarter) und Gesellschaftssitz (incorporated un the laws of...). So kann sich eine Gesellschaft ins Register eines US-Bundesstaates seiner Wahl eintragen lassen, wenn sie dessen jeweilige Vorschriften erfüllt. Das muss aber nicht Staat sein, in dem sich eigentliche Firmensitz befindet.
Flachdruck
Lithographie, Steindruck, Algraphie und Offsetdruck gehören alle zu den so genannten chemischen Druckverfahren o zum Flachdruck. Das Grundprinzip ist für alle dasselbe:
Mit wesentlich geringerem Arbeitsaufwand und einfacherem Gerät als beim Stahlstich o beim Kupferstich gelang es dank Lithographie, aufwändige und mehrfarbige Darstellungen auf Wertpapieren zu verwirklichen. Neben relativ hohen Fälschungssicherheit, jedenfalls im 19. Jahrhunt, bot die Lithographie zudem den Vorteil, dass Künstler völlig frei in grafischen Gestaltung vorgehen konnte. Die Abbildung auf dem Lithostein konnte voll und ganz den Wünschen des Bestellers angepasst werden. Die Konstruktion von lithographischen Schnellpressen um 1850 gestattete es auch, große Auflagen in kurzer Zeit zu drucken.
Geldanlage
Siehe auch unter Kapitalanlage.
Genussscheine
Sie sind eine Mischform aus Anleihe und Aktie und verbriefen Rechte, meist einen Anteil am Reingewinn, eventuell auch am Liquidationserlös eines Unternehmens. An Börse spricht man von Mischung aus Inhaber– und Gläubigerrechten. Genussscheine haben keinen Nennwert
Genussscheine sind oft mit einem festen Zinssatz ausgestattet, in Regel höher als bei normalen Anleihen liegt. Dieser höhere Ertrag wird aber auch mit höheren Risiken erkauft. So wird Zinssatz in Regel nur gezahlt, wenn das Unternehmen einen Gewinn gemacht hat, im Verlustfall nimmt das Genussscheinkapital voll am Verlust teil und ist nicht vorrangig geschützt wie Anleihenkapital.
Genussscheinbedingungen sind variabel gestaltbar, so kann man nach Verlustjahren die ausgefallenen Zinszahlungen nachholen lassen. Trotz höheren Risiken hat Genussscheininhaber kein Stimmrecht auf Hauptversammlung. Auf Grund ihrer Ausgestaltung gelten Genussscheine trotz Verzinsung auch heute noch als Eigenkapitalersatzmittel, während Anleihen Fremdkapital darstellen.
Geschichte von Historischen Wertpapieren
Abgesehen von "Urgesellschaften", die bereits im alten Rom vorkamen, wird als erstes Beispiel einer AG-ähnlichen Gesellschaft die Banca di San Georgio in Genua bezeichnet, die 1407 ins Leben gerufen wurde und lange Zeit als einzig in ihrer Art dastehende Diskonto- und Zettelbank arbeitete. Sie gab 7 %-Obligationen zur Deckung Staatsschulden aus und machte ihre Schuldner bereits 1419 zu Anteilseignern.
Im 16. Jahrhunt entstanden kaufmännische Zusammenschlüsse im Bereich des Überseehandels unter dem Aspekt, die Risiken und die hohen Kosten für die Schiffsausrüstungen nicht mehr alleine tragen zu wollen. Eine Aktie nieländischen Vereinigten Ostindischen Compagnie (VOC), die 1602 gegründet wurde und Gewürzhandel mit Asien betrieb, ist wahrscheinlich die älteste heute noch vorhandene Urkunde aus diesem Bereich. Dieses Jahr kann vielleicht als das Geburtsjahr Aktiengesellschaften angesehen werden. Schiffseigner zu Zeiten Ostindischen Compagnie brachten beispielsweise ihre Schiffe in die Gesellschaft ein und erhielten dafür einen bestimmten Anteil. Am Gesamtergebnis Gesellschaft waren sie damit beteiligt und erhielten auch dann noch einen Ertrag, wenn ihr eigenes Schiff verloren ging. Dividendenkontinuität war allerdings unbekannt. Die holländische Gesellschaft bezahlte ihre Dividenden u.a. in Form von Pfeffersäcken aus dem Fernen Osten. So erklärt sich die frühere Bezeichnung von "Pfeffersäcken" für wohlhabende Aktionäre. Nach dem Vorbild dieses Unternehmens entstanden in einem wahren Gründungsboom zahlreiche weitere Gesellschaften in vielen Länn Welt. Sie alle entstanden aus dem Wunsch, Risiken auf eine große Anzahl von Kapitaleignern zu verteilen. Den meisten war jedoch kein großer Erfolg vergönnt.
Die Aktionäre am 02.05.1670 gegründeten "Hudson Bay Company" wurden auf ersten Hauptversammlung vom Präsidenten als "Meine Herren Abenteurer" angesprochen, was den Pioniergeist damaligen Aktionäre und en Risiko aufzeigt.
In ersten Hälfte des 18. Jahrhunts begann in England, ab 1800 in Frankreich und in zweiten Hälfte des 19. Jahrhunts in Preußen in größerem Maße die Gründung von Aktiengesellschaften.
Zu Beginn des 19. Jahrhunts hatte sich die Aktie bereits durchgesetzt. In rascher Folge bildeten sich Aktiengesellschaften. Antrieb dafür war Beginn des industriellen Zeitalters. Nur mit großem Kapitalaufwand war man in Lage die Aufgaben zu meistern. Aktien o Anleihen mussten zur Beschaffung von finanziellen Mitteln in breitem Umfang und in vielen Länn eingesetzt werden. Eine solche Aufgabe war z.B. Eisenbahnbau in Europa und den USA. Weitere Mammutprojekte wie Panama- und Suezkanal wären ohne Börsenkapital niemals zu verwirklichen gewesen. Neue Monopole bildeten sich, die ersten multinationalen Gesellschaften entstanden.
Als Preußen im Jahre 1870 auch die staatliche Genehmigungspflicht für Gründungen von Aktiengesellschaften aufhob, setzte in Deutschland eine Gründungswelle ein, die später als berühmt-berüchtigte "Grünzeit" einer ganzen Epoche ihren Namen gab. Innerhalb von nur fünf Jahren wurden mehr als 900 Aktiengesellschaften gegründet und fast 4,5 Milliarden Mark aus dem Sparstrumpf geholt.
Schöne Wertpapiere mit oft wertvollen Kupfer- o Stahlstichen stammen aus dieser Zeit. Die dekorative grafische Aussage spiegelte den Gesellschaftszweck o die Objekte Finanzierung wi. Es entstanden wahre Kunstwerke, von denen ein geflügeltes Wort schon früher behauptete, dass die Wertpapiere umso schöner gestaltet wären, je nötiger eine Gesellschaft o ein Staat das Kapital brauchte.
Gesellschaft
Eine Gesellschaft ist im wirtschaftlichen sowie im juristischen Sprachgebrauch überwiegend eine durch Rechtsgeschäfte begründete privatrechtliche Vereinigung mehrerer natürlicher o juristischer Personen (die „Gesellschafter“) zu einem gemeinsamen Zweck.
Gesellschaft ist also ein allgemeiner Bergriff. Er umfasst z.B. die OHG, KG, GbR, GmbH und AG.
Eine Handelsgesellschaft ist nach deutschem Handelsrecht eine Gesellschaft, die ein Handelsgewerbe betreibt und deshalb als solche Kaufmann ist. Handelsgesellschaften sind zum Beispiel die offene Handelsgesellschaft (OHG) und die Kommanditgesellschaft (KG). Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und die Aktiengesellschaft (AG) gelten kraft gesetzlicher Anordnung ebenfalls als Handelsgesellschaften.
In den USA bedeutet meist abgekürzte Namenszusatz Inc. (incorporated, Incorporation), dass die Firma als Handelsgesellschaft ins Firmenregister eingetragen ist.
Gewerkschaft
In bergrechtlichen Gewerkschaft arbeiteten zwei o mehr Bergleute (Gewerke) zusammen und betrieben gemeinsam ein Bergwerk. Eine Gewerkschaft entstand nicht durch einen Gründungsakt, sonn Kraft Gesetzes, wenn ein Bergwerk von mehr als einem Eigentümer betrieben wurde. Gewerkschaften, obwohl schon im späten Mittelalter bekannt, erlebten ihre große Blüte mit industriellen Revolution ab 1860 und besons ausgangs des 19. Jahrhunts mit Kohleförung im Ruhrgebiet bis 1930. Später verloren die Gewerkschaften an Bedeutung und wurden durch die Aktiengesellschaften verdrängt. Die Ausgabe von Kuxen ist in Deutschland Geschichte, seit die Gründung von bergrechtlichen Gewerkschaften nicht mehr erlaubt ist.
Globalaktien
Als Globalaktien bezeichnet man Sammelurkunden über eine größere Zahl von Aktien, die Vereinfachung Verwaltung und Verwahrung dienen.
Bei jüngeren börsennotierten Unternehmen sucht man jedoch meist vergeblich nach effektiven Aktienurkunden, denn aus Kostengründen wurde häufig auf den Druck Papiere verzichtet. Es gibt in diesen Fällen dann meist nur noch eine Sammel- o Globalurkunde (Globalaktie, Globalstück bei Anleihen), die bei Deutsche Börse Clearing AG hinterlegt ist.
Gratisaktien
Hierbei handelt es sich um eine unzutreffende Bezeichnung für Berichtigungsaktien.
Grünaktien
Hierbei handelt es sich um die erste Aktienemission, die zur Gründung einer Aktiengesellschaft ausgegeben wurde. Die Auflage kann Öffentlichkeit o einem begrenztem Personenkreis angeboten werden.
Grünzeit
Als Preußen 1870 die staatliche Genehmigungspflicht für Gründungen von Aktiengesellschaften aufhob, setzte in Deutschland eine Gründungswelle ein, die später als berühmt-berüchtigte "Grünzeit" einer ganzen Epoche ihren Namen gab. Innerhalb von nur fünf Jahren wurden mehr als 900 Aktiengesellschaften gegründet und fast 4,5 Milliarden Mark aus dem Sparstrumpf geholt.
Außerdem begünstigte gewonnene Krieg 1870⁄71 gegen Frankreich und en Reparationszahlungen von fast 4,5 Milliarden Goldmark die Wirtschaft Deutschlands. Wohlstand brach aus, Unternehmen wurden massenweise gegründet, die Armee konnte aufgerüstet werden usw.
Börsenkrach von 1873 war die Folge. Die Kurse an Börse stürzten ab, vor allem kleinere und mittlere Unternehmen blieben auf Strecke.
Guilloche
Eine Erhöhung Fälschungssicherheit von Wertpapieren brachte die Erfindung Guilloche mit sich, da sich die Guilloche nicht ohne weiteres 1:1 reproduzieren ließ. Unter einer Guilloche versteht man ein zartes, nach bestimmten Gesetzen verschlungenes Schutzlinienwerk. Die Guillochiermaschine o „Guilloche“ überträgt dabei die Bewegungen eines Programms auf einen Stift mit Diamant- o Stahlspitze.
Die Guilloche ist ein spezielles Muster, ein Ornament aus mehreren ineinan verwickelten und überlappenden Linienzügen. Die einzelnen Linien bilden dabei schnurartig, oft asymmetrische, geschlossene Ellipsen o auch Kreisbahnen. Daneben dienten die Guillochen auch Verzierung und Graustufung. Da in früheren Zeiten die heute übliche Rastertechnik nicht üblich war, um Grafiken mit abgestuften Farbtönen (Grauskala) differenziert zu färben, wurden Linienmuster eingesetzt. Je dichter das Netz Linien wurde, um so dunkler erschien die gedruckte Fläche. Bei den meisten Wertpapieren wurde und wird aus diesen Linien eine sehr feine und besons dekorative Randbordüre erstellt.
Händler
Nachdem das Sammeln Historischer Wertpapiere als Hobby entstanden ist, gab es bald auch die ersten Händler. Nicht immer konnten sie sich halten , es war und ist ein hartes Geschäft bei einer relativ kleinen Sammlergemeinde. Dennoch erfüllen professionelle wie Feierabendhändler eine wichtige Funktion, sie werben neue Sammler, sorgen für Nachschub, bieten Preisorientierung und versehen die Sammlergemeinde mit Informationen.
Händler bieten ihren Kunden auch Listen an, die eine Fülle von Informationen bereit halten. Früher gab es Listen in Papierform, heute kommen sie meist als Excel-Tabellen ins Haus o stehen als Homepage im Internet.
Hauptversammlung
Hierbei handelt es sich um eine Versammlung Teilhaber einer Aktiengesellschaft. Als Organ Eigentümer ist die Hauptversammlung (HV) das oberste Beschlussgremium. Grundsätzlich ist je Aktionär entsprechend seinem Aktienbesitz zur Stimmabgabe in dwer HV berechtigt. Zu den wichtigsten Befugnissen HV gehört die Bestellung des Aufsichtsrates, die Geschäftspolitig überwacht und das Management berät. Darüber hinaus entscheidet die HV über die Verwendung des Gewinns, die Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand sowie gegebenenfalls über Kapitalmaßnahmen.
Historische Wertpapiere (HWP)
Historische Wertpapiere sind an Börse out und bei Sammlern in, an Börsen werden sie längst nicht mehr gehandelt, doch ihr Sammlerwert liegt manchmal weit über dem einst erreichten Kurswert. Bei diesen Papieren handelt es sich um originale, meist wertlos gewordene Urkunden von Gesellschaften, Körperschaften o Staaten meist mit Unterschriften des Vorstandes und des Aufsichtsrates im Original o in Faksimile, die ihre Gültigkeit durch Entwertung, durch Verfall o Konkurs Firma verloren haben. Es können auch Papiere sein, bei denen die zeitigen Machthaber den Zins- und Tilgungsdienst für Schulden Vorgänger ablehnen.
Wertpapiere sollten eine originale Kontrollunterschrift besitzen, was jedoch nicht immer Fall ist (siehe Teilblankette).
Da viele verfügbaren Stücke einerseits oft recht knapp, anerseits sehr gut aufgemacht sind, werden sie gerne gesammelt und manchmal auch als Kapitalanlage geschätzt. Manchmal ist Sammlerwert eines Papieres höher als in den besten Zeiten seiner Werthaltigkeit.
Wertpapiertypen sind
Genussscheine (eine Mischung aus Gläubiger- und Inhaberrecht),
Rentenwerte wie Schuldverschreibungen, Obligationen, (Gold-)Anleihen, Pfandbriefe,
Kuxe (Anteile an einer Gewerkschaft, Inhaber wurde Gewerke genannt),
Interimsscheine (Papiere, die als Eigentumsnachweis dienten, bis die echten Aktien ausgegeben wurden),
Besserungsscheine,
Optionsscheine,
Aktien, die Anteile an einer Aktiengesellschaft verbrieften und zahlenmäßig den Löwenanteil darstellen.
Früher wurden auch GmbH-Anteile in Urkunden verbrieft, diese zählen ebenso zu den Wertpapieren wie Zubußscheine o MusteraktienSpecimenBlankette.
Häufig werden auch Begriffe wie z.B. Altaktien, Antik-Effekten, Historic Aktien, Nonvaleurs, Nostalgie-Papiere, Uraltpapiere o Scripophily verwendet.
Hochdruck
Als Hochdruck werden alle Druckverfahren bezeichnet, bei denen die druckenden Teile Druckform erhöht liegen. Er ist das älteste Druckverfahren. Das bekannteste Verfahren dieser Art ist Buchdruck, um 1440 von Johannes Gutenberg erfunden wurde.
Im Wertpapierdruck gibt es den Hochdruck nur selten, da die Fälschungssicherheit kaum gegeben ist. Einzelne Schriftstücke aus dem 18. und 19. Jahrhunt sowie bei kleinen Anleihen und Aktiengesellschaften wurde dieses Verfahren angewendet. Später wurden nur noch die Nummern auf Wertpapieren im Buchdruck eingesetzt.
Hypothekenbank
Eine Hypothekenbank ist ein privates Kreditinstitut, das Hypothekarkredite und Kommunaldarlehen gewährt. Seine Mittel beschafft sich die Bank durch die Ausgabe von Hypothekenpfandbriefen und Kommunalobligationen.
Indossament
Hierbei handelt es sich um Übertragungshinweise, die sich auf Rückseite von Namensaktien o Wechseln befinden.
Inflationswerte
Mit Inflationswerten sind Aktien und Renten mit hohen Nennwerten gemeint, die während Inflationszeit in den Jahren 1922⁄23 ausgegeben wurden. Es handelt sich um keinen börsentechnischen Begriff, er wird jedoch gerne in Katalogen bei Beschreibung von Papieren verwandt.
Informationen
Sammler legt sich normalerweise auch umfangreiches Wissen zu um auf dem laufenden zu bleiben. Dies ist wohl ebenso wichtig wie das Sammeln von Wertpapieren. Altsammler wissen aus jahrelanger Beschäftigung mit dem Papieren von Werthaltigkeit des Papiers, das seine Geschichte offenbart, lebendig von sich und seinem Werdegang erzählt.
Zur Informationssammlung gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Auktionskataloge,
- Ausstellungen,
- Basare,
- Fachliteratur und Fachzeitschriften,
- Händlerlisten,
- Sammlertreffen,
- Vereine und Clubs.
Inhaberaktien
Als die Unternehmen während industriellen Revolution rasch viel Kapital brauchten, empfanden sie das Führen von Aktienbüchern für die Namensaktien als hinlich. In Deutschland und anen Länn Europas dominierte daher die Inhaberaktie, bei das unnötig war. Inhaber war Besitzer und damit gleichzeitig wirtschaftlicher Eigentümer des Papiers. Die Aktie war damit übertragbar durch einfache Einigung und Übergabe. Sie war für den Aktienhandel daher bestens geeignet.
In England und Frankreich dagegen hatten Schwindler riesige Börsenblasen angeheizt und beim folgenden Kurssturz viele Menschen um ihr Geld gebracht. Die Regierungen glaubten daher, dass Inhaberaktien eher so genannte Aktienpassanten anzogen, die zu wildem Spekulieren neigten, während sich Daueranleger eher für Namensaktien interessierten. Auch in den USA setzten sich aus ähnlichen Überlegungen die Namensaktien durch.
Interims- o Zwischenscheine
Diese Papiere, auch Anrechtsscheine o Anteilsscheine genannt, werden vor Ausgabe eigentlichen Aktienurkunden an die Besitzer ausgehändigt und nach Erstellung Urkunden in die eigentlichen Aktien getauscht. Manche Aktiengesellschaften wie die Cargolifter AG kamen gar nicht mehr dazu, die echten Aktien auszugeben, es gab hier nur die Zwischenscheine. Solche Papiere müssen laut Aktiengesetz Namenspapiere sein. Vor Eintragung einer AG in das Handelsregister bzw. vor Eintragung einer Kapitalerhöhung dürfen Anteilsscheine nicht ausgegeben werden.
Investmentzertifikate o Investmentanteilscheine
Hierbei handelt es sich um Urkunden über Rechte an Investmentfonds, insbesone über das Miteigentum an den Fondsvermögen. Auch diese Wertpapiere (Muster) werden gesammelt.
Junge Aktien
Junge Aktien werden nach einer Kapitalerhöhung ausgegeben. Nach dem nächsten Dividendentermin werden sie den alten gleichgestellt.
Juxaktien
Juxaktien sind sind keine echten Aktien. Sie wurden viemehr aus Spaß ausgegeben.
Kapitalanlage
Das Sammeln Historischer Wertpapiere wird noch immer als ein kostspieliges Hobby betrachtet. Dies ist jedoch nicht Fall, wenn man sich entsprechende Sammelgebiete heraussucht. Schon ab geringen Beträgen sind z.B. bei eBay schöne und dekorative Papiere erhältlich. Als Kapitalanlage sollte man das allerdings nicht betrachten.
Wert eines Historischen Papiers ist abhängig von:
- seinem Alter,
- seiner ursprünglichen Auflage,
- den tatsächlich noch verfügbaren o vermuteten Mengen auf dem Sammlermarkt,
- wirtschaftsgeschichtlichen Bedeutung,
- dem Bekanntheitsgrad einer Firma bzw. Person,
- eventuell vorhandener Original-Unterschriften bedeuten Persönlichkeiten,
- dem Erhaltungszustand,
- dem Aussehen und Gestaltung,
- Beliebtheit des Sammelgebietes bzw. des Papiers.
Angebot und Nachfrage regeln wie an aktuellen Börse und bei allen anen Sammelgegenständen den Preis. Eine Kapitalanlage in Historischen Wertpapieren ist nicht unbedingt zu empfehlen, da das Sammelgebiet noch sehr jung und Markt sehr eng ist. Deshalb kann es zu großen Schwankungen kommen (hier gibt es aber auch ganz ane Meinungen). Wenn überhaupt, sollten nur besons seltene, schöne und auch teure Wertpapiere als Kapitalanlage gekauft werden. Eine Originalunterschrift von Goethe wird wohl immer einen gewissen Wert behalten, auch eine Aktie Standard Oil Companie mit Originalunterschift von J. D. Rockefeller, obwohl natürlich auch hier große Schwankungen möglich sind. Anbietern, die Kapitalanlage in Historischen Wertpapieren offerieren, sollte man daher mit angemessener Skepsis begegnen. Historische Wertpapiere sollte man sammeln und sie allenfalls als wertvolles Sammelobjekt betrachten und nicht als Kapitalanlage.
Informationen über den Wert eines Papiers erhält man aus speziellen Katalogen. Für deutsche Aktien gibt es artige Nachschlagewerke von GET und Suppes, en Preise jedoch zu hoch angesetzt sind. Man darf sich da nicht reich rechnen. Einen Anhaltspunkt geben auch die Ausruf- und Schätzpreise in Auktionskatalogen. Bei häufigeren Papieren lohnt sich die Beobachtung Preise auf eBay.
Kombinationsdruck
Aus Sicherheitsgründen vor Fälschungen wird heute meist eine Kombination verschiedener Druckverfahren angewandt. Z.B. wird Untergrund häufig im im Offsetdruck erstellt, Überdruck im Stahlstichdruck. Im Buchdruck wird dann je Titel mit einer Nummer versehen.
Konsortium
Ein Konsortium ist eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die durch Banken (Konsorten) gebildet wird. Ziel ist stets die gemeinsame Durchführung eines Konsortialgeschäftes. Durch das Konsortium wird das Risiko verringert und gleichzeitig die Kapital- und Geschäftsbasis vergrößert. Eine häufigsten Formen ist das Emmissionskonsortium, wobei man nach Übernahme- und Plazierungskonsortium unterscheidet. Das Übernahmekonsortium übernimmt alle auszugebenden Effekten, das Platzierungskonsortium versucht die neuen Wertpapiere abzusetzen.
Kupferstich
Kupferdruck entwickelte sich im 18. Jahrhunt zum beliebtesten und weit verbreiteten Druckverfahren für Wertpapiere, weil das Herstellen Druckplatte wie auch das Einfärben Platte und das Abziehen Drucke hohe Anforungen an das Können des Druckers stellten. Zum Stechen Kupferplatten waren jeweils nur die besten Künstler gut genug, die wahre Kunstwerke schufen. Auf die optische Wirkung wurde großer Wert gelegt. Gerade Kupferstich gestattete eine sehr feine, detaillierte Darstellung auf Pergament o Papier. Das Fälschen solcher Urkunden gestaltete sich schwierig, zumal nicht jemann im Besitz notwendigen Kenntnisse und Werkzeuge war.
Das Kupfer als Träger Gravur wies jedoch einen wichtigen Nachteil auf. Es nutzte sich schnell ab und die Qualität Abzüge wurde mit steigen Auflage schlechter. So zeigte sich die Ungeeignetheit bei einer begrenzten Auflagehöhe von ca. 5000 Stück. Erst die Erfindung des Stahlstichs durch den Amerikaner Perkins im Jahre 1818 ermöglichte es größere Auflagen ohne Qualitätseinbuße zu drucken.
Kuponbogen
Ein Kuponbogen (Kouponbogen, Bogen) ist die Bezeichnung für einen Zinsscheinbogen o Dividendenscheinbogen, dem Wertpapier zur Ausgabe fälligen Zinsen bzw. Dividenden beigefügt ist. Ein solcher Bogen besteht aus mehreren zusammengedruckten Kupons (vorgedruckte Quittungen), zumeist mit mit einem Erneuerungsschein, zum Bezug eines neuen Bogens berechtigt.
Zu einer Aktie gehört zusätzlich Mantel, die eigentliche Wertpapier-Urkunde ist. Wertpapiere ohne Bogen sind an Börse in Regel nicht lieferbar.
Kuxe
Kuxe haben unter den standardisierten Wertpapieren sicherlich die längste Tradition und sind bereits im 15. Jahrhunt erwähnt. Begriff Kux ist tschechischen Ursprungs und hat die Bedeutung von "Anteil". Dabei ist ein Anteil nicht auf einen bestimmten Nennbetrag wie bei Aktien o Anleihen festgelegt. Vielmehr handelt es sich um einen Quotenanteil an einem Bergwerksunternehmen. Diese Bergwerksunternehmen nannte man Gewerkschaften, den Anteilseigner einen Gewerken. Das Gemeinschaftsvermögen war oftmals auf runde Anteile festgelegt (100tel, 1.000tel, seltener 10.000tel o 25.000tel). Kux war im Prinzip ein Vorläufer Stückaktie.
Kuxe waren Namenspapiere und dies hatte seinen guten Grund. Im Gegensatz zu Aktien war die Haftung Gewerken nämlich nicht auf die Einlage begrenzt sonn betraf darüber hinaus sogar zukünftige Verluste, die anteilig zu tragen waren. Die Inhaber waren also zu Nachzahlungen (Nachschusspflicht) in unbegrenzter Höhe verpflichtet. Davon befreien konnte man sich durch das Abandon-Recht. In Verlustjahren musste Gewerke demnach Geld nachschießen, eine sogenannte Zubuße leisten. Hierfür wurden sogenannte Zubußscheine ausgestellt, interessante historische Belege über den wirtschaftlichen Erfolg o Misserfolg eines Bergbauunternehmens.
Gewerkschaften – obwohl schon im späten Mittelalter bekannt – erlebten ihre große Blüte mit industriellen Revolution ab 1860 und besons ausgangs des 19. Jahrhunts mit Kohleförung im Ruhrgebiet bis 1930. Später verloren die Gewerkschaften an Bedeutung und wurden durch die Aktiengesellschaften verdrängt. Die Ausgabe von Kuxen ist in Deutschland Geschichte, seit die Gründung von bergrechtlichen Gewerkschaften nicht mehr erlaubt ist.
Liquidations-Anteilsscheine
Liquidations-Anteilscheine haben in Regel keine Kupons, sonn beigefügte Ratenscheine. Liquidations-Anteilscheine wurden dann ausgegeben, wenn das Vermögen eines Unternehmens liquidiert wurde.
Mantel
Bei Wertpapieren nennt man die Urkunde Mantel, in bei Aktien das Anteilsrecht und bei Schuldverschreibungen die Forung verbrieft ist. Außer dem Mantel gehört zum Wertpapier noch Kuponbogen. Beide sind nur gemeinsam verkäuflich.
Mississippi-Spekulation
Jon Law hatte in London erleben müssen wie minwertiges Geld das werthaltigere aus dem Umlauf vertreibt. Münzgeld war in Europa seit Generationen verschlechtert worden, gutes Geld wurde gehortet; die Folge waren Geldmangel und Stagnation. Nach seinen Erfahrungen in Amsterdam konnte Geld auch aus Banknoten bestehen, wenn nur die Deckung gesichert war. Neben hinreichendem Geldvolumen war nach Laws Überzeugung Vertrauen Marktteilnehmer in die Währung entscheidende Faktor für eine blühende Wirtschaft.
1715 erhielt Law auf Grund seiner Beziehungen zum Regenten in Frankreich die Lizenz zur Gründung einer privaten Notenbank. Die französische Währung war seit 1690 vierzigmal abgewertet worden. 1716 gründete Law die Banque Generale und vergab Kredite auf Papiergeldbasis. Trotz anfänglichen Unterkapitalisierung gewann sie langsam das Vertrauen Öffentlichkeit und ihre Noten wurden als Zahlungsmittel akzeptiert.
Im Jahr 1717 gründete Law mit Zustimmung des Regenten die Handelsgesellschaft Compagnie de la Louisiane ou d′Occident (Mississippi-Kompanie), die für die französischen Kolonien in Amerika privilegiert wurde. Auch diese Gesellschaft war anfangs unterkapitalisiert. Als Law jedoch für die Mississippi-Kompanie weitere gewinnträchtige Privilegien und Monopole erwerben konnte, änte sich die Lage. Als erfahrener Hasardeur hatte er alles auf eine Karte gesetzt. Die Aktien Gesellschaft waren, auch durch zeitweise künstliche Angebotsverknappung, einer art starken Nachfrage ausgesetzt, dass sich dies über mehrere Kapitalerhöhungen schließlich inflatorisch auswirkte. Denn gleichzeitig emittierte die Banque Royale immer mehr Noten und begab Anleihen, damit die neuen Aktien erworben werden konnten. 1719 erwarb die Kompanie auch noch die Rechte an königlichen Münze. Das Ergebnis war eine Aktienhausse, die ihrerseits eine Immobilienspekulation und einen wahren Konsumrausch auslöste. Auslän, die sich ebenfalls auf die Aktien stürzten, brachten dem Land Devisen mit und waren Law als Generalkontrolleur Finanzen hochwillkommen. Seine Gesellschaft übernahm innerhalb eines Jahres alle Kolonialgesellschaften Frankreichs. Auch die Einführung des Papiergeldes führte in ersten Zeit zu einer deutlichen Belebung Wirtschaft.
Bald aber führten die erheblich gestiegene Geldmenge und allmählich eintretende Vertrauensverlust in die neue künstliche Währung zu Inflation. Die Spekulation brach zusammen, Wert Aktien sank ebenso rasch wie das Vertrauen in das Papiergeld Banque Royale. Obendrein fiel die Überbewertung Mississippi-Gesellschaft Frankreichs mit Südseeblase Englands zusammen und das Kapital Spekulanten floh von Paris nach London.
Nachdrucke, Reprints, Specimen, Muster, Kopien
Vorsicht, es gibt massenweise Abzockerei mit "Reprints", Kopien u.a. Man sollte sich nicht durch Bauernfänger übertölpeln lassen. Nicht jedes vermeintliche Original ist wirklich ein solches. Geschickt versteckte Hinweise auf Kopien o die Verwechslung mit Reprints machen den HWP-Sammlern das Leben schwer.
Wie viele Abzock-Angebote auf Flohmärkten laufen ist nicht bekannt. Bei Internet-Auktionen sind sie verstärkt festzustellen, und das manchmal wirklich nur auf dem zweiten o dritten Blick. Die Rede ist von Leuten, die Kopien so geschickt beschreiben, dass Leser sie als Originale versteht o solche, die Fachbegriffe geschickt verwechseln und "Schrott und Mü" als vermeintlich wertvolle Ware an den Sammler bringen. Reprint und Specimen liegen dicht beisammen. Nach dem "Print" (Erstdruck) ist "Reprint" Nachdruck (Folgeauflage), ursprünglich von originalen Druckplatte, späterhin im weiteren Sinne verstanden und allgemein mit Einverständnis desjenigen gedruckt, die Erstdrucke bestellt hat.
Ein Specimen-Papier ist ein solches, das von Gesellschaft ausgegeben ist, z.B. als Belegexemplar, das meist den Aufdruck o die Perforation "Specimen" trägt. In Deutschland sind diese Papiere eher den Musteraktien vergleichbar. Die originalen Merkmale Wertpapiere (z.B. Trockensiegel) sind enthalten.
Wenn jemand Kopien sammeln möchte, soll er es tun. Wert eines Specimen-Papiers, eines offiziellen Musterstücks o eines echten Reprints leuchtet wohl ein, nicht aber Wert einfacher Nachdrucke. übliche Preis einer Farbkopie sollte hier die Obergrenze darstellen.
Zwielichtige Zeitgenossen mit Betrugsneigung bieten nun aber Kopien an, die als solche nicht eindeutig gekennzeichnet sind. Bei einem mehrere Absätze starken Text werden am Ende langen Ausführungen zur Gesellschaftsgeschichte und zum Wertpapier plötzlich in einem verschämt kleingeschriebenen Text entdeckt, dass man „auf eine echte Farbkopie" bietet. Na klasse, hoffen wir wirklich auf aufmerksame Leser. Dieser Kopienhinweis hint in Regel einen Staatsanwalt an Anklage, lei (siehe Nullstück bzw. nullgeziffertes Stück).
Namensaktien
Namensaktien sind in Deutschland relativ selten. Sind auf den Namen des aktuellen Besitzers ausgestellt. Neben einigen Familienunternehmen führten früher vor allem Versicherungen Listen ihrer Aktionäre. Die Aktiengesellschaft musste Adresse und Beruf in einem Register aufzeichnen, einst von Hand in den Aktienbüchern, später auf Systeme mit Karteikarten, in den 70er Jahren durch Großrechner und Lochkarten. Im Grunde änte sich trotzdem nicht viel. Handel mit Namensaktien war aufwändig. Zwischen den Tresoren Banken mussten die Original-Aktienurkunden hin- und hergeschoben werden. Dann war neue Besitzer im EDV-System des Unternehmens zu vermerken. Schwierig wurde das vor allem deshalb, weil immer mehr Aktien im Umlauf waren und immer mehr Kleinaktionäre sich für Aktien interessierten.
In den 90er Jahren wurde schließlich eine Lösung gefunden bei über eine zentrale Stelle alles elektronisch und digital ablief. Das wurde gewissermaßen zum Retter Namensaktie.
Deshalb haben sich in den vergangenen Jahren Namensaktien in Deutschland weiter verbreitet. Zahlreiche Unternehmen stellten komplett auf Namensaktien um, schließlich werden nur solche bei einem Listing in den USA akzeptiert. Auch Kapitalerhöhungen sind jetzt unproblematisch und viele Unternehmen erkennen die Vorteile, die in einer Kommunikation mit den Anlegern stecken.
Eine Sonform ist die vinkulierte Namensaktie.
Nennwert
Für viele Anleger ist Begriff des "Nennwertes" nicht ganz verständlich, da dieser in Regel deutlich von Aktienkurs abweicht. Vereinfacht gesagt bestimmt Nennwert in Relation zum Gesamtgrundkapital die Anzahl ausgegebenen Anteile. Das aktuelle Aktiengesetz in Deutschland sieht die Ausgabe von Aktien im Mindestnennwert von 1,00 Euro o aber die Emission von sogenannten Stückaktien ohne Nennbetrag (nennwertlose Aktien) vor. Diese müssen aber ebenfalls einen rechnerischen Anteil von mindestens 1,00 Euro am Grundkapital Gesellschaft ausmachen.
In Zeiten D-Mark lautete Mindestnennwert zunächst 50,00 DM o ein Vielfaches davon, später wurde dieser Betrag auf 5,00 DM herabgesetzt.
Änungen des Nennwertes gab es immer wie – sei es durch Währungsumstellungen (dies wurde früher mit Stempeln auf Aktienurkunde zum Ausdruck gebracht, z.B.: „Umgestellt auf 300 Reichsmark") o aber durch einen sogenannten Kapitalschnitt. Dieser wird auch heute noch in einer wirtschaftlich schwierigen Lage eines Unternehmens zur bilanziellen Bereinigung von Verlusten durchgeführt. Oftmals bleibt die Anzahl Aktienurkunden dabei unveränt, nur Nennwert verringert sich.
Neuer Markt
Neue Markt war ein Bereich Deutschen Börse, 1997 mit dem Ziel eingerichtet wurde, jungen Unternehmen eine Möglichkeit Eigenkapitalfinanzierung über einen Börsengang zu bieten. Die ersten beiden am Neuen Markt gehandelten Aktien waren die von Bertrandt und Mobilcom. Vorbild für den Neuen Markt war die amerikanische Technologiebörse NASDAQ.
In den Jahren 1997 bis 2000 sah man am Neuen Markt ein rasantes Wachstum. Auf dem Höhepunkt waren mehr als 300 Unternehmen in diesem Segment gelistet. Im Zuge Euphorie um die New Economy und des explosionsartig scheinenden Wachstums vor allem im Bereich des Internets stieg Index des Neuen Marktes um fast 1000 % am 10.03.2000.
Parallel zur Entwicklung an den internationalen Börsen fielen die Notierungen ab März 2000 auch am Neuen Markt. Ab 2001 wurde die Abwärtsbewegung zusätzlich verstärkt durch zahlreiche Skandale bei einzelnen gelisteten Unternehmen. Neue Markt verlor in nur 31 Monaten über 96 % seines Wertes. Viele Aktien, die zum Höhepunkt Spekulationsblase im März 2000 noch bei einem Wert von teilweise mehr als 100 Euro notierten, fanden sich als sogenannte Penny-Stocks wie.
Nonvaleurs
Siehe auch unter Historische Wertpapiere.
Nullstücke bzw. nullgezifferte Stücke
Stücke mit einer Nullzifferung an für die Stückenummer vorgesehenen Stelle bei Druck auf Werttitelpapier o Musterpapier dienten als Belege bei Zulassungsstelle. Musteraktien wurden immer gekennzeichnet z.B. durch Nummerierung mit 000000 o mit einem Aufdruck "Muster" o "Specimen" o durch nadelfeine Lochperforation (früher bei Giesecke & Devrient üblich).
Obligationen
Siehe auch unter Renten.
Offsetdruck
Unter Anwendung des gleichen Grundprinzips wie bei Lithographie bzw. beim Steindruck gelang die Erfindung des Offsetdrucks. Hauptunterschied besteht darin, dass Druck von einem rotierenden Zylin und nicht von einer flachen Steinplatte ausgeht. Dabei wird eine biegsame Druckplatte aus Metall auf einen Zylin gespannt. Das Offsetverfahren arbeitete wesentlich schneller und preisgünstiger als frühere Druckmethoden.
Optionsscheine
Optionsscheine sind annähernd so alt wie die Aktie selbst. Bereits im 18. Jahrhunt waren solche Papiere bekannt. Doch existieren, im Vergleich zu den anen Wertpapiergattungen, nur wenige Emissionen. Die in den letzten Jahrzehnten ausgegebenen Optionsscheine gibt es meist in massenhafter Auflage. Daneben gibt es aber auch seltene "Historische Optionsscheine" mit erheblichen Preissteigerungen. Nachdem Optionsscheine nicht mehr als effektive Stücke gedruckt werden, handelt es sich auch um ein abgeschlossenes Sammelgebiet, das sich bei wenigen Sammlern fest etabliert hat.
Optionsscheine, auch Warrants genannt, verbriefen Bezugsrechte, die Optionen zum Erwerb o Verkauf einer o mehrerer Wertpapiergattungen, Währungen o Rohstoffe. Die Option kann wenige Monate gültig sein o aber auch mehrere Jahre.
Mit dem Optionsschein hat Inhaber das Recht, vom Verkäufer Option während einer bestimmten Laufzeit eine festgelegte Anzahl von Wertpapieren o aner Waren (so genanntes Unlying) zu einem vorher vereinbarten Bezugspreis zu kaufen (Call-Optionsschein) o zu verkaufen (Put–Optionsschein). Für dieses Recht zahlt Optionserwerber einen Optionspreis an den Optionsverkäufer, wobei sich dieser nach klaren Kriterien richtet.
Papierrestaurierung
Papier aus Zeit vor 1850 ist eigentlich nicht vom Zerfall betroffen. Es kann 1000 Jahre alt werden, da Hauptbestandteil Han sind, die aus Lumpen gewonnen wurden. Mitte des 19. Jahrhunts wurde die handwerkliche Papierherstellung aus Alttextilien abgelöst durch die industrielle Massenproduktion. Ein Sachse namens Köhler fertigte 1852 erstmals Papier aus Holz. Dieses Holz musste jedoch mit Säure zerkleinert werden, wodurch saure Charakter des monen Papiers entstand. Weiter Bestandteile (Aluminiumsulfat) bei Produktion erhöhen noch die Anfälligkeit des Papiers gegen Umwelteinflüsse. Alte Wertpapiere sollten daher fachmännisch restauriert, vor allem entsäuert werden. Dazu zählt:
- die Entsäuerung,
- die Stockfleckenentfernung,
- die Papierergänzung an den Ränn und Faltstellen des Blattes,
- die Papierverstärkung und
- die Glättung des Blattes
Adressen sind z.B. leicht im Internet zu finden.
Verlangsamt werden kann die Zerstörung des sauren Papiers durch kühle, besser noch durch kalte Lagerung.
Übrigens, seit ca. 1990 wird bei Papierherstellung alkalisches Kalziumcarbonat verwendet, wodurch die Lebenserwartung des Papiers wie auf ca. 400 Jahre erhöht wurde.
Reichsbankschatz
Anfang 1940er Jahre befahl die Reichsregierung angesichts permanenten Bombenangriffe Alliierten die, bei den Geschäftsbanken eingelagerten Wertpapiere, in den bombensicheren Tieftresor Deutschen Reichsbank in Berlin zu bringen. Dort lagerten und überlebten sämtliche fast 30 Millionen Papiere auf einer Fläche von 32.000 qm und drei Etagen den Krieg. Da dieser Bestand fast das komplette Anlagevermögen des deutschen Volkes und die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland in den vergangenen Jahren wispiegelte, spricht man von "Reichsbankschatz". Dieser enthielt also ausschließlich Wertpapiere vor 1945 und stellte ein einzigartiges Dokument deutschen Wirtschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunts dar. Außerdem lagerten hier die gesamten Goldreserven des Deutschen Reiches, inklusive des geraubten Goldes Juden und des sog. Zahngoldes.
Als sich die Reichsbank nach Kapitulation Deutschlands in Ostberlin wiefand, fiel sie und damit gesamte Wertpapierbestand 1945 sowjetischen Besatzungsmacht in die Hände. Da alle größeren Unternehmen in damaligen Ostzone verstaatlicht wurden und gleichzeitig mit den Papieren keine Eigentumsansprüche im Westen gelten gemacht werden konnten, waren die Papiere somit wertlos. Daher wurde Reichsbanktresor unberührt versiegelt und die Wertpapiere überdauerten im Ostteil Berlins somit auch die Nachkriegszeit und die DDR. Die Wertpapiere verbrieften nun zwar keine materiellen Ansprüche mehr, um so mehr erfreuetn sie jedoch Sammler, Archivare, Historiker, die Finanzwelt usw.
Bereits zu DDR-Zeiten wurde Schatz geplünt, d.h. einzelne, ausgesuchte Stücke wurden zwecks Devisenbeschaffung in den Westen verkauft. 1990, nach Wievereinigung war neue Eigentümer, nach Klärung aller offenen Ansprüche, das BADV (Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen). Schatz wurde sortiert, archiviert und schließlich zwischen 2003 und 2009 in fünf Auktionen von dem Frankfurter Münzhändler "Dr. Busso Peus Nachfolger" versteigert.
Rentenwerte
Als Rentenwerte bezeichnet man Wertpapiere, die als Gläubigerpapiere begeben wurden. Das bedeutet, dass Emittent Rentenwerte sich bei Anlegern Geld ausgeliehen hat. Dafür hat er einen Zinssatz zu entrichten, festgelegt o aber nach verschiedenen Kriterien variabel ausgestaltet sein kann (entwe gewinnabhängig vom Gewinn des Unternehmens o abhängig von allgemeinen Zinssituation – so genannte Floater).
Rentenpapiere haben ihren Namen daher, dass frühere Anleihen eine lange Laufzeit besaßen und die Besitzer dieser Papiere damit eine lebenslange Rente aus den Zinsen erwarten konnten.
Als Emittenten dieser Papiere kommen neben Staaten, Bundeslänn sowie Kommunen⁄Gemeinden auch Vereine, bundeseigene o private Unternehmen in Betracht.
Für diese Form von Wertpapier existieren viele verschiedene Bezeichnungen, die sich oftmals inhaltlich in Nuancen unterscheiden. Bekannte Ausdrücke dafür sind beispielsweise (Teil-)Schuldverschreibung, Obligation, (Gold-, Auslands-)Anleihe, Pfandbrief o einfach Bond. Auch diese Papiere können ausgesprochen dekorativ sein.
Restquoten
Unter Restquoten werden die Aktien drei Großbanken Deutsche Bank, Dresdner Bank und Commerzbank verstanden, die das Ausgabedatum 1952 haben und auf RM lauten. Die Restquoten verbrieften die enteigneten Vermögenswerte Banken im Osten.
Sammelgebiete
Wer sich für Wirtschaft, Politik o Geschichte interessiert, findet im Sammeln Historischer Wertpapiere ein, wenn auch junges, so trotzdem ein faszinierendes Hobby. Durch die Beschaffung von Informationen verlieren die Papiere ihre Anonymität und gewinnen an ideelem Wert.
Auch Anfänger sollten sich frühzeitig auf ein Sammelgebiet konzentrieren und dieses Interessengebiet beibehalten. An einer spontan zusammengekauften Sammlung wird man auf Dauer keine Freude haben, da sie schnell zu unübersichtlich und auch zu teuer wird. Wie auch bei Briefmarken, Münzen o Banknoten ist eine Beschränkung daher unbedingt erforlich.
Beliebte Sammelgebiete sind in Deutschland natürlich vor allem deutsche Wertpapiere, Papiere aus eigenen Region, aber auch Branchen wie Eisenbahnen, Schifffahrt, Brauereien, Automobile, Bergbau- und Minengesellschaften, selbst Papiere eines einzelnen Unternehmens, aber auch Wertpapiere einer Kunstrichtung wie Jugendstil o Historismus, dekorative Wertpapiere, Grünaktien, Autographen o Wertpapierarten wie Aktien, Anleihen und Optionsscheine.
In jüngerer Zeit werden gerne DM-Aktien gesammelt, aber auch günstige Optionsscheine aus jüngeren Geschichte. Dies sind inzwischen abgeschlossene Sammelgebiete.
Sammlertreffen
Vor allem Vereine veranstalten Sammlertreffen, aber auch im Anschluss an Auktionen finden Treffen statt, bei denen getauscht, gekauft und verkauft wird. Diese Treffen sind meist recht beliebt und entsprechend gut besucht.
Schiffspfandbriefe
Schiffspfandbriefe sind Schuldverschreibungen, die zur Finanzierung des Schiffsbaues von Schiffsbanken auf Grund des Schiffsbankgesetzes ausgegeben wurden.
South Sea Company
Die Tulpenzwiebel-Spekulation Jahre 1630-1637 war schon seit langem vorbei, da kam es Anfang des 18. Jahrhunts zu einem weiteren Finanzskandal, nahezu parallel ablief.
Die South Sea Company wurde im August 1711 gegründet. Die Gesellschaft erhielt zahlreiche Privilegien für den Handel mit Südamerika. Dort war bisher Spanien die vorherrschende Macht. 1713 erwarb die Firma dann die von Frankreich im Frieden von Utrecht gewährte Asiento vom englischen Staat. So durfte die South Sea Company jährlich 4800 Sklaven in die spanischen Kolonien Südamerikas liefern. Das Geschäft und Aktienkurs kamen dadurch langsam in Fahrt.
Ein Krieg mit Spanien warf die Handelsaktivitäten Gesellschaft bis 1718 zurück. Gleichzeitig wuchs Schuldenberg britischen Regierung. Dies veranlasste die South Sea Company im Jahr 1720 zu einem Angebot an die Führung des Landes. Die Gesellschaft wollte fast 32 Mio. Pfund Staatsschulden übernehmen, wenn die englische Regierung dafür gestatte, dass das Unternehmen ihr Kapital unbegrenzt und zu jedem Kurs erhöhen dürfe. Kurs zog in den folgenden Monaten auf mehr als 300 Prozent an. Es folgten weitere, sehr erfolgreiche Aktienemissionen. Anfang Juli 1720 kletterte Kurs auf 800 Prozent.
In England war endgültig das Südsee-Fieber ausgebrochen. Kleidung und Pferdegespanne bekamen den Südseelook. Die fernen Inseln versprachen unglaublichen Reichtum. Immer mehr Aktionäre, vom Dienstboten bis hin zum ehrwürdigen Lord, sprangen auf den fahrenden Zug. Überall schossen neue Aktiengesellschaften aus dem Boden, die ebenfalls ein Stück vom Kuchen abbekommen wollten. Neben weiteren Südsee-Aktiengesellschaften waren auch Firmen dabei, die London mit Kohlen aus dem Meer versorgen wollten, die mit Haaren handeln wollten o die Begräbnisse in allen Teilen Großbritanniens ausrichten wollten. Ein Unternehmen lockte Leichtgläubige sogar mit Ankündigung den Gegenstand ihrer Geschäftstätigkeit erst später bekanntzugeben. Von "Gesellschaft zur Durchführung eines überaus nützlichen Unternehmens, das aber noch niemand kennt" wurden innerhalb von sechs Stunden eintausend Aktien gezeichnet. Nach nur wenigen Tagen o auch Stunden platzten allerdings diese Unternehmensblasen wie und die geprellten Anleger hatten das Nachsehen.
Auch bei South Sea Company wurde im Juli 1720 die Luft dünn. Die ersten Vorsichtigen trennten sich von ihren Papieren und lösten damit eine Lawine aus. Bereits einen Monat nach dem Höchststand hatten die Aktien ein Drittel an Wert verloren, zwei Monate später standen sie bei nur noch einem Zehntel ihres Rekordstandes. Mit Krediten arbeitende Spekulanten wurden unter ihren Schulden begraben, Banken stellten ihre Zahlungen ein. Selbst die Bank von England geriet in Schwierigkeiten. Es war das erste und auch nicht das letzte Mal in Geschichte, dass große Teile Bevölkerung Hab und Gut im Spekulationsrausch verloren.
Zumindest langfristig war die Investition in Aktien South Sea Company dann doch noch gewinnbringend. So werden heute die historischen Originalaktien aus den Jahren 1720 für hohe Beträge gehandelt.
Specimen
Siehe auch unter Nachdrucke, Reprints, Specimen, Muster, Kopien.
Spekulationsblase
Eine Spekulationsblase bezeichnet einen überkauften Markt sich in Regel im Börsen- o Rohstoffbereich von realen Wirtschaftsentwicklung völlig abkoppelt hat. Getrieben von Berichten über schnellen und mühelosen Reichtum springen immer mehr, auch unerfahrene Anleger, auf den Zug Spekulation auf. Die Preise scheinen unbegrenzt weiter zu steigen, bis sich dann irgendwann die Käufer zu höheren Preisen ausbleiben. Es kommt zum Krach, die Werte verfallen und die zahlreichen Spekulanten sehen dem Ruin ins Auge.
Solche Abläufe hat es in Geschichte immer wie gegeben:
1637 platzte die Tulpenzwiebel-Spekulation in Holland.
1720 scheiterte die Spekulation mit den Papieren Mississippi-Kompanie in Frankreich.
1720 kam es zur Spekulation mit den Aktien South Sea Company in England.
1929 begann die Weltwirtschaftskrise mit einem Crash an New Yorker Börse.
2000 ging die Spekulation mit Aktien Internet- und Telekommunikationsbranche z.B. am Neuen Markt zu Ende.
Squeeze-out
Seit 2002 hat Gesetzgeber die Möglichkeit geschaffen, Minheitsaktionäre aus einer Aktiengesellschaft auszuschließen. Grund war, dass die Beteiligung kleinster Gruppen von Aktionären einen erheblichen Aufwand erfort, wirtschaftlich nicht gerechtfetrtigt ist. Außerdem ist gegen den Willen von Kleinaktionären die notwendige Umstrukturierung eines Unternehmens oft nur mit großen Verzögerungen möglich. Voraussetzung für einen Squezze-out ist die Beteiligung des Großaktionärs mit mindestens 95 % am Grundkapital.
Stahlstich
Die Erfindung des Stahlstichs durch den Amerikaner Perkins im Jahre 1818 ermöglichte es bei Wertpapieren größere Auflagen ohne Qualitätseinbuße zu drucken. Im Unterschied zum Kupferstich wird beim Stahlstich die Darstellung in eine Stahlplatte graviert, die anschließend gehärtet wird. Außerdem ermöglicht die gehärtete Stahlplatte auch das Anfertigen weiterer Druckplatten aus ungehärtetem Stahl, dann ebenfalls gehärtet werden kann. Stahlstichdruck zeichnet sich durch seine Detailwiegabe und plastische Reliefwirkung aus. Nachahmungen und Fälschungen wurden dadurch auch immer schwieriger.
Als dann später noch die Guillochiermaschine erfunden wurde, waren Nachdrucke ohne diese spezielle und teure Ausrüstung praktisch nicht mehr möglich.
Stammaktien
Man unterscheidet Stammaktien und Vorzugsaktien. Stammaktien, manchmal auch als gewöhnliche Aktien bezeichnet, beinhalten das Recht auf Teilnahme an Hauptversammlung und ein Stimmrecht. Die häufigsten Vorzugsaktien, die Dividendenvorzugsaktien, haben im Gegensatz zu den Stammaktien kein Stimmrecht. Allerdings besitzen sie einen „Vorzug“, in Regel erhält man auf sie eine höhere Dividende.
Teilblanketten
Blanketten stehen mit Teilblanketten in keinem Zusammenhang, da Teilblanketten keine Ersatzurkunden sind, sonn ordentliche Stücke (von Blanketten an vorhandenen Nummer zu erkennnen). Teilblanketten sind immer dann entstanden, wenn unter bestimmten Voraussetzungen z.B. auf den Eintrag des Namens (bei Namensaktien) o auf die Kontrollunterschift verzichtet werden konnte. Dieses war z.B. Fall, wenn die Urkunden sich zu 100% in Hand eines Aktionärs befanden und später auch nicht in den Streubesitz gelangt sind. Beispiele hierfür: Hansa-Universal Vermögens-Bildungs- und Beteiligungs-AG o Holzwerk Mark KGaA. Ein Grund hierfür kann z.B. auch sein, dass eine Firma die eigenen Aktien (nicht die Aktien im Fremd-⁄Streubesitz) en bloc in den Tresor legte und aus Bequemlichkeit (Aufwand, Zeit) auf das Ausfüllen Kontrollunterschrift verzichtete.
Teileingezahlte Aktien
Für Versicherungen hatten Namensaktien früher u.a. den Vorteil teileingezahlte Aktien ausgeben zu können. Bei einem großen Schadensfall konnte dann das restliche Geld eingefort werden (die Aktionäre waren ja namentlich verzeichnet). Heute sind teileingezahlte Aktien nicht mehr üblich.
Terraingesellschaft
So bezeichnete man eine Gesellschaft, die sich mit Erschließung und Bebauung von Grundstücken befasste.
Tiefdruck
Unter Tiefdruck versteht man alle Druckverfahren, bei denen nicht die erhabenen Teile des Druckstocks, sonn die Vertiefungen die Farbe an das Papier abgeben. Zu den Tiefdruckverfahren gehören u.a. Kupferstich, Radierung und Stahlstich.
Tulpenzwiebel-Spekulation
So alt wie die Geschichte Börse ist auch die Geschichte Spekulationen und Finanzkrisen. Zu den ältesten Spekulationsblasen Geschichte gehört die holländische Tulpenzwiebel-Manie Jahre 1634 bis 1638. Um diese Frühlingsblume rankt sich eine bekanntesten Finanzkrisen Geschichte.
Die Tulpe stammte ursprünglich aus Türkei und wurde in den botanischen Garten nach Leiden in die Nielande gebracht. Im Frühjahr 1594 blühte dort die erste Tulpe und markierte damit den Beginn Tulpenzwiebel-Spekulation in den Nielanden. Als holländische Züchter begannen, die verschiedenen Arten von Tulpen zu kreuzen und so aus einfarbig roten, weißen o gelben Blumen bunte Feuerwerke zauberten, wurde die Tulpe zum Kultobjekt. Schon bald genossen die Züchter ein hohes Ansehen und es entstand ein regelrechter Wettbewerb um besons schöne und ausgefallene Züchtungen.
Da es nie große Mengen einer bestimmten Zwiebelart gab, schossen die Preise in die Höhe. Kostete eine Zwiebel anfangs noch einen Gulden, so mussten wenig später bereits 1000 Gulden und mehr gezahlt werden. Schon bald gab es ein Tulpen-Gesetz zum Schutz Händler, Tulpen-Notare, Tulpenzwiebel-Versteigerungen, usw. Schon die Beschädigung von Tulpenzwiebeln wurde mit Gefängnis bestraft. An den holländischen Börsen wurden Zwiebeln seltener Züchtungen schon bald parallel zu Aktien gehandelt. Die Spekulanten suchten sich dabei in teilweise handgemalten Katalogen die gewünschte Tulpensorte aus und erwarben Kontrakte, die zum Kauf einer gewissen Menge Zwiebeln zu einem bestimmten Preis nach Ablauf von drei, sechs o neun Monaten berechtigten. Mit diesen Optionsgeschäften konnte Kapitaleinsatz innerhalb weniger Wochen vervielfacht werden.
In den Jahren 1636⁄37 hatte das Tulpenfieber seinen Höhepunkt erreicht. Noch bevor die Zwiebel ihre Blüte zeigte, wechselte sie bereits mehrmals den Besitzer. Egal ob Adeliger, Bauer o Dienstmädchen, je handelte mit Tulpenzwiebeln. Teilweise wurden Haus und Hof verkauft, um Geld für weitere Investitionen zur Verfügung zu haben. Eine Zwiebel sehr seltenen Sorte "Vizekönig" wechselte für 24 Wagenladungen Korn, acht Mastschweine, vier Kühe, vier Fässer Bier, 1000 Pfund Butter sowie einige Tonnen Käse den Besitzer. Im Jahr 1637 tauschte schließlich ein Brauereibesitzer drei seltene Ziebeln gegen seine Brauerei in Utrecht ein.
Doch damit war Höhepunkt Tulpenzwiebel-Spekulation erreicht. Die ersten Ängstlichen verkauften und lösten damit eine Lawine aus. Die Kurse stürzten ins Bodenlose. Nicht wenige Kaufleute mussten aufgrund ihrer nun wertlosen Tulpenkontrakte Konkurs anmelden. Die Wirtschaft kam in ganz Holland auf Jahre zum Erliegen. Zu den Opfern gehörte auch Rembrandt. Nicht nur, dass seine Tulpen-Kontrakte wertlos waren, auch seine Malerwerkstatt bekam in den Folgejahren kaum Aufträge, da die Nielän das Geld für wichtigere Dinge als Gemälde brauchten. Rembrandt starb verarmt im Jahr 1669.
Unternehmensgeschichte
Die Geschichte entsprechenden Unternehmen gehört eigentlich zum Sammeln von Wertpapieren dazu. Man erkennt oft Stationen Unternehmen, ihre Strategie, ihre Fehler usw. an den Wertpapierausgaben. Interessant ist auch die Erkenntnis wie die Firmenhistorie in Zeitgeschehen und politische Verhältnisse eingebettet sind.
US-Aktien und Anleihen
Amerikanische Aktien bzw. Anleihen wurden nach dem Verkauf bzw. Ablauf Anleihe entwertet, z.B. durch Lochung, Streichung Unterschriften o Stempelaufdruck "Cancelled". Nach gewissen Fristen war dann die Vernichtung Papiere vorgesehen. Dass dies nicht immer geschah, ist ein Glück für die Nachwelt, denn dadurch sind hochdekorative Stücke erhalten geblieben.
US-Aktien (=stocks) sind meist Namensaktien, wobei Name des Besitzers auf Vorseite eingetragen ist. Bei jedem Verkauf wurde ein neues Zertifikat auf den neuen Eigentümer ausgestellt, das alte Exemplar wurde eingezogen. Dadurch sind historische Namensaktien USA recht weit verbreitet.
Aktien gab es in vielen Varianten, entwe die festliegende Stückelung von meist 100 shares o variable Anteil. Unterschied wird optisch schnell durch ane Farbgebung des Papiers deutlich. Aktien haben keine Dividendenkupons, dafür ist bei den Anleihen in Regel ein Zinskuponbogen angeheftet.
Begriffe auf US-Aktien: Aktie = stock
Aktiengesellschaft = corporation
Anleihe = bond
Firmensitz = headquarter
Gesellschaft = company
Gesellschaftssitz = incorporated un the laws of ...
Handelsgesellschaft ins Firmenregister eingetragen = incorporation (Inc.)
Nennwert = par value
nennwertlos = without par value
Pfandbrief = mortgage bond
Stammaktie = common stock
Vorzugsaktie = prefered stock
Wandelanleihe = convertible bond
Vereine und Clubs
Die Sammler von Historischen Wertpapieren haben sich in Vereinen, Clubs und losen Gemeinschaften organisiert. Bei den Zusammenkünften werden Informationen ausgetauscht, Auktionen, Vorträge und Ausstellungen vorbereitet und durchgeführt.
Verwertung von Historischen Wertpapieren
Eine Wertpapiersammlung zu verkaufen ist für den Sammler kein Problem. Laie, z.B. Erbe benötigt aber Hilfe. Zunächst muss grobe Wert Papiere bestimmt werden, damit man einen Überblick erhält. Dabei helfen Aufzeichnungen des Sammlers, Rechnungsbelege, Notizen, Computerdateien. Fast je Sammler wird den Kaufpreis seiner einzelnen Papiere irgendwo gespeichert haben. Vielleicht sind aber auch Sammlerfreunde bekannt, die weiterhelfen können. Aber Vorsicht, selbst bei besten Freunden kann Jagdtrieb erwachen, wenn sie seltene Stücke sehen, die in die eigene Sammlung passen.
Handelt es sich bei Sammlung um erhebliche Werte ist beste Weg, zu einem Auktionshaus, evtl. zu einem Händler, mit denen Sammler Kontakte hatte. Sinnvoll ist es mehrere Meinungen einzuholen. Bei offensichtlich geringwertigen Papieren ist Veräußerung über eBay eine sinnvolle Alternative.
Vinkulierte Namensaktien
Eine Sonform Namensaktie ist die vinkulierte Namensaktie. Bei Vinkulierung unterliegt Eigentumsübergang Zustimmung Aktiengesellschaft. Das Unternehmen will sich so vor unliebsamen Aufkäufern, Übernahmen o generell vor fremden Einflüssen schützen. In Deutschland haben besons Versicherungsunternehmen von dieser Form Namensaktie rege Gebrauch gemacht.
Volksaktien
Besone Formen von Aktien sind Volksaktien. Beispiele sind die Aktien von Volkswagen o Telekom, die im Zuge Privatisierung von Bundesvermögen bevorrechtigt an die Bezieher niedriger Einkommen ausgegeben wurden. Damit sollte das Aktiensparen in breiten Bevölkerungskreisen populär gemacht werden. Viel Freude hatten die Erstzeichner wohl noch nie an Volksaktien, diese wurden durch viel Werbung hochgejubelt, teuer an das gemeine Volk abgegeben und fielen dann tief.
Vorzugsaktien
Vorzugsaktien bieten dem Aktionär, wie Name Glauben zu machen scheint, gewisse Vorzüge. In Tat gewähren Vorzugsaktien dem Inhaber Sonrechte gegenüber Rechten Stammaktionäre. So können Vorzugsaktien mit einer Mehrdividende gegenüber den Stammaktien ausgestattet sein, auch kann ein Nachzahlungsanspruch von ausgefallenen Dividenden Vorjahre bestehen. Ane Vorzugsaktien verbriefen den vorrangigen Dividendenanspruch gegenüber den Stammaktionären, d.h. hat das Unternehmen nicht genug Geld verdient, so erhalten nur die Vorzugsaktionäre eine Dividende, während die Stammaktionäre leer ausgehen o aber geringere Ausschüttungen erhalten. Früher waren auch Mehrstimmrechte möglich. Die zunehmende Europäisierung Wirtschaft hat diese Mehrstimmrechtsmöglichkeiten jedoch, erzwungen durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes, komplett gekippt.
Aber wie so oft, was Vorteile hat, das birgt auch Nachteile. Für ein Mehr an Dividende muss Vorzugsaktionär in Kauf nehmen, dass er dafür in Regel sein Stimmrecht aufgibt, er wird also rein zum Kapitalgeber degradiert und hat keinen Einfluss mehr auf Hauptversammlungen. Auch bei Übernahmen sind dann die stimmrechtslosen Vorzugsaktionäre schlechter dran. Nach Einführung D-Mark waren diese Vorzugsaktien gerade bei ausländischen Investoren eher unbeliebt. Zwar gibt es auch heute noch Vorzugsaktien auf den Kursblättern Börsen, neue Vorzugsaktien werden jedoch mittlerweile kaum noch emittiert. Vorzugsaktien sind deshalb nicht sehr verbreitet und kommen hauptsächlich in Deutschland vor.
Währungen (deutsche)
Die deutschen Währungen zeigen eine wechselvolle Geschichte auf:
- Taler: Taler (Thaler) war bis 1871 in Preußen in Umlauf.
- Gulden: Mit Gulden bezahlte man bis 1871 in Süddeutschland.
- Mark-Banco: Diese Währung war bis 1871 in Hamburg und Schleswig-Holstein üblich.
- Mark: Die Mark gab es von 1871 bis 1923.
- Goldmark: Die Goldmark war keine Währung, sonn eine während Inflation aufgekommene Recheneinheit, die auf Gold basierte.
- Rentenmark: Die Rentenmark löste die Mark ab, die durch die Inflation ihren Wert verloren hatte.
- Die Reichsmark galt von 1924 bis 1948.
- Deutsche Mark: Nach dem 2. Weltkrieg wurde 1948 die Deutsche Mark eingeführt.
- Euro: Euro wurde 1999 zunächst als Buchgeld eingeführt, ab 2002 kam er in Deutschland in den Umlauf.
Wandelanleihen
Wandelanleihen o Wandelschuldverschreibungen sind Anleihen, die dem Inhaber das Recht einräumen, sie während einer Wandlungsfrist zu einem vorher festgelegten Verhältnis in Aktien einzutauschen. Wird diese Möglichkeit nicht genutzt, so wird die Anleihe am Ende ihrer Laufzeit vom Emittenten zurückgezahlt.
Wandelanleihen sind ein bequemes Produkt für die Kapitalbeschaffung von Aktiengesellschaften, da Wandelanleihen im Gegensatz zu normalen Unternehmensanleihen üblicherweise niedriger verzinst sind.
Wechsel
Ein Wechsel ist ein Wertpapier, das eine unbedingte Zahlungsanweisung des Gläubigers an den Schuldner enthält, an den Gläubiger o einen Dritten eine bestimmte Summe zu zahlen. Das Recht aus einem Wechsel kann nur durch Vorlage des Wechsels geltend gemacht werden. Die Verpflichtungen eines Wechsels sind losgelöst vom Grundgeschäft. Das heißt eine Wechselforung besteht auch, wenn ein Grundgeschäft, für welches Wechsel ausgestellt worden ist, nicht wirksam abgeschlossen wurde. Die Bedeutung des Wechsels im täglichen Geschäft ist im Handel geschwunden und ist auf Grund Rationalisierung Bankenwelt ein Auslaufmodell.
Wellenschnitt
Bei ausländischen Wertpapieren befindet sich manchmal ein Wellenschnitt als Sicherheitsmerkmal. Da jedes dieser Papiere mit einer Schere o Schneidemaschine aus dem Aktienbuch getrennt wurde, konnte man durch einen Vergleich mit dem entsprechenden Buchabschitt die Echtheit nachgewiesen werden.
Weltwirtschaftskrise
Als Weltwirtschaftskrise bezeichnet man den 1929 einsetzenden schweren volkswirtschaftlichen Einbruch in allen wichtigen Industrienationen, sich u. a. in Unternehmenszusammenbrüchen, massiver Arbeitslosigkeit und Deflation äußerte. Die Weltwirtschaftskrise beendete die "Goldenen zwanziger Jahre".
Börsenkrach an Börse vom Oktober 1929 hatte eine ähnliche Wirkung: Die New Yorker Börse hatte in den Monaten vor dem Krach eine nie zuvor erlebte Hausse gesehen, weshalb viele Bürger kurzfristige Kredite aufgenommen hatten, um am Boom teilzuhaben. Als die Kurse dann zu fallen begannen, konnten sie ihre Kredite nicht mehr halten und mussten verkaufen, was die Kurse weiter drückte. Das Ergebnis war ein mehrtägiger Kurssturz von bis zu 90%. Kurssturz vom 24.10.1929 wird deswegen auch als "Schwarzer Donnerstag" bezeichnet und gilt als Beginn Weltwirtschaftskrise. Durch den extremen Kursverfall wurden Milliarden Dollar, von denen die Amerikaner geglaubt hatten, sie besäßen sie auf einen Schlag quasi vernichtet. Dies führte zu einem deutlichen Rückgang Investitionen, zu sinkendem Konsum und zu sinkenden Preisen (=Deflation).
In Europa und in anen Staaten Welt löste die schwerste Krisenerscheinungen aus. So kam es u.a. zu Massenarbeitslosigkeit und einem massiven Rückgang des Welthandels durch protektionistische Maßnahmen. In Deutschland trug dies zu einer Radikalisierung der Politik bei, die den Aufstieg des Nationalsozialismus begünstigte.